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Bildungsgang: Berufsschule in der dualen Ausbildung
Berufe: Berufe in den Berufsfeldern Metalltechnik, Elektrotechnik, Bautechnik, Holztechnik, Farbtechnik/Raumgestaltung, Textiltechnik/Bekleidung und Ernährung sowie die Berufe Kaufmann/-frau im Einzelhandel und VerkäuferInnen.
Aufnahmevoraussetzung: Abschluss eines Ausbildungsvertrages
Ziel: Berufsqualifikation (Abschluss schließt Hauptschulabschluss und ggf. Qualifizierten Sekundarabschluss I ein)
Dauer: 2 bis 3 ½ Jahre (je nach Ausbildungsberuf) im Teilzeitunterricht

„read & eat“ – Experiment zündet

Auf die Idee, ein Abendessen mit einer Vorlesestunde zu verbinden, muss man erstmal kommen. Passt das überhaupt oder stört es eher? Ein gewisses Risiko besteht immer, wenn ein neuer Weg eingeschlagen wird, doch die innovative Kreativität des Gastronomiebereiches der BBS Betzdorf-Kirchen sollte sich mal wieder auszahlen.

Der jährlich stattfindende bundesweite Vorlesetag, an dem sich die BBS in den letzten drei Jahren aktiv beteiligte, ließ den Grundgedanken „essen mit lesen zu verbinden“ bei Abteilungsleiterin Ulrike Peters überhaupt erst einmal entstehen. Kurzum besprach sie eine mögliche Umsetzung dieser Kombination mit ihren Schülerinnen und Schülern aus dem zweiten und dritten Ausbildungsjahrgang der Hotelfachleute (Klassenbezeichnung: BSHF 17+). Dort fiel die Idee auf fruchtbaren Boden und so wurde es sofort im Anschluss an die Herbstferien konkret und die Vorbereitungen liefen an.

Zunächst suchte der engagierte Nachwuchs selbstständig Bücher und Texte aus, zu deren Inhalt anschließend die passenden Speisen und Getränke gewählt wurden. „Die Verbindung von read & eat lässt Bilder im Kopf entstehen und bringt noch einmal einen weiteren Sinnesanspruch mit sich“, erklärte Schülerin Viktoria Benfer aus der BSHF 17+. „Wir haben das Essen genau auf die Geschichte angepasst“, ergänzte sie.

Diese Anpassung wurde durch die gute Absprache mit der verantwortlichen Küchenchefin Yasemin Sezer aus der Klostergastronomie Marienthal möglich, die für die kulinarische Umsetzung der Speisen sorgte. Somit wurden die Gäste beispielsweise mit Leber Berliner Art, Berliner Weisse mit Schuss und dem dazugehörigen Text „Berliner Luft“ von Irmin Burdekat problemlos aus dem Westerwald in die Bundeshauptstadt befördert. Die „Neu-Berliner“ zeigten sich davon sehr beeindruckt und lobten die Gestaltung des Abends sehr.

Insgesamt 17 Gäste wurden von den 14 Schülerinnen und Schülern der BBS Betzdorf-Kirchen im Talentrestaurant VIA der Klostergastronomie Marienthal bewirtet und profitierten dabei neben der ausgiebigen Planungsphase der vorangegangenen Wochen im Unterricht auch von vier Stunden Aufbau und Vorbereitung vor Ort. Unter den Gästen befand sich u. a. der pensionierte BBS-Lehrer Uwe Schmegner, der mit Gitarre und Gesang zusätzlich für die musikalische Untermalung des Abends sorgte.

Außerdem konnte Marein von der Osten-Sacken als Schirmherrin des Abends gewonnen werden, die gemeinsam mit ihrem Mann den OSSOLit.Verlag führt und allen Teilnehmern passend zum Thema eine zigarettenschachtelgroße Box mit Lesematerial aus der Region schenkte – eine sogenannten „Lesarette“.

Zurück in der Schule stand der für die Gäste rundum gelungene Abend natürlich weiter im Fokus der BSHF 17+ mit ihren beiden Lehrerinnen Ulrike Peters und Astrid Fischer. Eine ausgiebige Reflexion beleuchtete nicht nur die einzelnen Projektphasen und die Teamarbeit, sondern auch mehrere Fachkompetenzen, deren Entwicklung durch das Projekt gefördert wurden.

Schlussendlich lässt sich bilanzieren, dass die „read & eat“-Aktion ein weiteres gelungenes Beispiel der guten Zusammenarbeit zwischen Schule und Betrieb im Bereich der Gastronomie war und bereits jetzt die Planungen für weitere gemeinsame Vorhaben angestoßen sind.


Dijon begeistert auch beim 4. Mal

„Wir haben den Anspruch an uns selbst, jedes Jahr ein komplett neues Programm für unsere Dijon-Fahrt zu erstellen“, beantwortete Ulrike Peters, die Organisatorin des Austausches, die Frage, ob es noch immer die eine oder andere Ausflugspremiere beim Frankreichbesuch 2019 gegeben habe.

Insgesamt neun Schülerinnen und Schüler aus den Gastronomieklassen der BBS Betzdorf-Kirchen profitierten also auch bei der nun schon vierten Fahrt zu ihrer Partnerschule Lycée Le Castel in der Region Burgund von der beherzten Planung ihrer stellvertretenden Schulleiterin.

Dieses Mal stand unter anderem die international agierende Gewürzbrotfabrik “Mulot & Petitjean” in Dijon auf dem Besichtigungsplan. Bei einer anschaulichen Führung durch die Produktionshallen fiel den Besuchern dort vor allem der vergleichsweise große handwerkliche Fertigungsanteil auf. Eine abschließende Verkostung rundete diesen Programmpunkt schmackhaft ab.

Ein gewisses Risiko barg sicherlich die Entscheidung in sich, das Kunstmuseum in Dijon in die Agenda für dieses Jahr aufzunehmen. Auch dieses Risiko sollte sich lohnen. “Die Schülerinnen und Schüler waren begeistert und haben zwei Stunden am Stück interessiert zugehört”, gab Ulrike Peters beeindruckt zu Protokoll. Eine spezielle Führung durch das Museum hatte sich nämlich nicht auf alle 130.000 ausgestellten Werke bezogen, sondern auf zehn ausgewählte Gemälde, in denen die Esskultur von der Antike bis zur Gegenwart thematisiert wurde.

Erstmalig steuerte die Delegation aus dem Westerwald dieses Jahr auch einmal die französische Region “Jura” an. In einem ehemaligen Fort Saint Antoine in Malbuisson erlebten die BBS-Schüler einen Käse-Sommelier bei seiner Arbeit. Mit einem speziellen Stab prüft er den Reifegrad des für die Region typischen Comtés. Mit unzähligen Hör- und Geschmacksproben überwacht er auch die Entfaltung des Aromas der in Hochregalen gelagerten Laibe. Die dort in den Fokus genommenen vielen Kriterien, wie z. B. fruchtig, milchig oder blumig, erstaunten nicht nur die jungen Auszubildenden.

Diese waren sich im Nachgang der Frankreichfahrt jedenfalls einig, dass die Partnerschaft mit Dijon unglaublich gewinnbringend für die Schülerinnen und Schüler aus dem Gastronomiebereich der BBS sei und nicht nur die vielen Impressionen der Tagesauflüge dafür der Grund sind. “Wir können jedem, der die Chance hat, nur empfehlen, die Fahrt nach Dijon mitzumachen. Man lernt ein komplett neues System der Ausbildung kennen und erfährt sehr viel Gastfreundschaft”, schilderten Pia Mockenhaupt, Marvin Kölzer und Lara Schramm ihre Eindrücke. Letztgenannte war sogar schon zum zweiten Mal dabei.

Die Gastfreundschaft hoben die Drei in ihren Ausführungen immer wieder hervor. Der Umstand, dass sie mittlerweile schon einige der französischen Schülerinnen und Schüler aus vorherigen Treffen kannten, nährte die durchweg gute Atmosphäre der Fahrt noch zusätzlich. “Hier wird die Gastfreundschaft erlebt. Dadurch werden indirekt ebenfalls Kompetenzen gefördert”, stellte auch Ulrike Peters heraus. “Das alles sind auch Belege für die Nachhaltigkeit der regelmäßigen Treffen mit den Nachwuchsgastronomen aus Dijon”, ergänzte sie.

Nachhaltig wird der Ausflug auch auf Daria Breitenbücher wirken. Die angehende Köchin im 2. Ausbildungsjahr der Klostergastronomie Marienthal verlängerte ihren Aufenthalt nämlich um weitere vier Wochen für ein Praktikum im französischen Restaurant „Le Bistrot de I’Hotel“ in Beaune. Das Bistrot rangiert auf Platz 14 in den „Top 100+ European Heritage Restaurants“. Ihr Ausbilder und Mitgründer der Dijon-Partnerschaft, Uwe Steiniger, der eigens für das traditionelle Abschlussessen nach Frankreich gereist war, stellte die 19-Jährige dafür frei. An dieser Stelle sei einmal erwähnt, dass die von der ADD und dem Förderverein der BBS Betzdorf-Kirchen unterstützte Fahrt nicht möglich wäre, wenn die Ausbildungsbetriebe der Region nicht ebenfalls mitspielen würden.

Aber das tun sie hoffentlich noch lange! Denn schon Ende März erfolgt dann der bereits fünfte Besuch der Franzosen an der BBS Betzdorf-Kirchen. Die Vorbereitungen des Treffens laufen bereits jetzt und auch Ulrike Peters blickt ob der “sehr netten und harmonischen Schülergruppe”, die mit in Frankreich war und auch im März wieder in die Planungen eingebunden ist, voller Vorfreude auf das nächste


BBS-Schüler auf der Bestenehrung

Mit der Note 1 schlossen insgesamt 21 Auszubildende aus dem Landkreis Altenkirchen ihre Kammerprüfung in diesem Sommer ab. Zehn der "Besten" besuchten während ihrer Ausbildung die BBS Betzdorf-Kirchen. Diese machten sich nun auf den Weg nach Koblenz, um in einer Feierstunde für ihre tollen Leistungen geehrt zu werden.

Die IHK berichtete wie folgt:

Rund 300 frisch Ausgebildete sind von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Koblenz für herausragende Leistungen in ihren Abschlussprüfungen ausgezeichnet worden. Bei der Bestenehrung Ausbildung am Mittwoch in der Rhein-Mosel-Halle gratulierte Susanne Szczesny-Oßing, Präsidentin der IHK Koblenz, vor gut 1.000 Gästen den jungen Fachkräften zu ihren „sehr guten“ Abschlüssen und bestärkte sie darin, diesen erfolgreich eingeschlagenen Weg weiter zu gehen. Das Comedy-Duo Willi & Ernst sorgte bei der Moderation für kurzweilige Unterhaltung und einige Lacher zwischen den einzelnen Ehrungen, die nach Landkreisen geordnet vorgenommen wurden.

„Kein Bildungs- und Qualifizierungsweg ist so gut geeignet, um die Menschen auf die betrieblichen Anforderungen von morgen vorzubereiten, wie die duale Ausbildung“, unterstrich Szczesny-Oßing. „Es liegt jetzt an Ihnen, liebe ehemalige Auszubildende, durch konsequente Weiterbildung und Qualifizierung einen erfolgreichen beruflichen Weg zu gehen. Nutzen Sie diese Möglichkeiten!“

Dass sehr gute Abschlussergebnisse möglich seien, habe zuvorderst natürlich mit den Auszubildenden selbst und ihren Ausbilderinnen und Ausbildern zu tun, „aber ohne unsere mehr als 2.800 ehrenamtlichen Prüferinnen und Prüfer wäre das auch nicht möglich“, so die IHK-Präsidentin. „Von daher gilt auch allen Prüferinnen und Prüfern mein Dank und ich richte damit verbunden meinen ausdrücklichen Appell an unsere Unternehmen, diesem Ehrenamt die erforderlichen Freiräume einzuräumen.“ Auch die Berufsschulen würdigte Szczesny-Oßing in ihrer Rede – denn ohne den Partner Berufsschule sei die duale Ausbildung weder dual noch denkbar.

Bei der Bestenehrung werden jährlich Auszubildende ausgezeichnet, die ihre Ausbildung mit der Gesamtnote „Sehr gut“ abgeschlossen haben. Die Besten unter ihnen werden, gemeinsam mit den Besten aus den anderen Bundesländern, nach Berlin zur Bundesbestenfeier des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) im Dezember eingeladen. Insgesamt haben in diesem Jahr über 5.000 junge Menschen ihre Prüfung in den 174 anerkannten IHK-Ausbildungsberufen abgelegt, 412 Absolventen haben mit der Note „Sehr gut“ abgeschlossen.


Mit acht Klassen zur IAA

Elektroantrieb, autonomes Fahren, künstliche Intelligenz – keine andere Branche verkörpert die immer kürzer werdenden Innovationszyklen und den damit einhergehenden Wandel besser als die Automobilindustrie.

Viele Erfindungen sind nicht unumstritten und werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Unumstritten ist jedoch die Tatsache, dass sich die Akteure des Arbeitsmarktes von heute und morgen intensiv mit den Entwicklungen auseinandersetzen muss.

Dieser Meinung sind auch die beiden Techniklehrer der BBS Betzdorf-Kirchen Burkhard Hensel und Markus Löcherbach. Insgesamt 87 Schülerinnen und Schülern aus acht Schulklassen (drei Klassen des Beruflichen Gymnasiums, vier Klassen der angehenden Produktdesigner und die Klasse der Industriemechaniker in Ausbildung) boten die beiden Begleiter die Möglichkeit, gemeinsam mit ihnen die IAA zu besuchen und dabei wertvolle Impulse für ihr weiteres berufliches Leben zu sammeln.

Außerdem integrieren sie die Inhalte und Eindrücke der Messe geschickt in ihren Unterricht – und das nicht nur im Bereich Technik. Burkhard Hensel wird beispielsweise die Veränderungen der Arbeitswelt durch die künstliche Intelligenz im Fach Gemeinschaftskunde behandeln. Um sich von den Entstehungen neuer Forschungsfelder zu überzeugen, machte er auf der IAA mit Hilfe einer VR-Brillen-Simulation auch einmal den Selbsttest (siehe Foto). Dabei verglich er seine eigenen Handlungsmöglichkeiten am Steuer mit denen einer Software. Hier fielen ihm nicht nur die schnelleren Reaktionszeiten des Computers, sondern auch das verbesserte Sichtfeld auf.

Dies war nur eines von unzähligen Beispielen, welche die zahlreichen Hersteller unter dem Motto „Driving tomorrow“ auf Europas führender Plattform für Mobilität darstellten. „Informativ und zukunftsorientiert“, beschrieb Markus Löcherbach die Messe in zwei Schlagworten. Außerdem zeigte er sich beeindruckt vom technischen Detailwissen der Automobilzulieferanten, mit denen er als ehemaliger Konstrukteur ins Fachsimpeln geriet.

Den Schülerinnen und Schüler aus Betzdorf-Kirchen imponierten in erster Linie die professionellen Perfomances der großen Hersteller auf der Messe. Sie hatten teilweise ganzen Hallen gemietet, um ihre Luxusboliden vorzustellen. „Hier wird die Zukunft visualisiert“, fasste es Burkhard Hensel zusammen.

Eventuell wird die Zukunft ja in ein paar Jahren auch durch die Besucher der BBS aktiv mitgestaltet. Auffallend war nämlich in diesem Jahr auch das offensive Werben der Unternehmen um Nachwuchskräfte. Außerdem war der zum größten Teil aus Fahranfängern bestehenden Schülergruppe aus dem Westerwald bei all‘ den Innovationen wichtig, dass sie auch zukünftig selbst fahren können.

Eventuell bestimmt dieser Ansatz ja dann die IAA 2029.


BBS-Schüler rocken „the kitchen“

„Ihr Sterneköche von morgen, beweist euer Können auf unseren Messen“, heißt es auf der offiziellen Homepage von CHEFS CULINAR, einem der namhaftesten Lebensmittel-Großhändler für Gastronomie, Hotellerie, Betriebsgastronomie und Gemeinschaftsverpflegung.

Damit appelliert das Foodservice-Unternehmen an alle Koch-Azubis in ganz Deutschland, sich in ihrem neu inszenierten Live-Cooking-Wettbewerb „Young Chefs Battle“ mit anderen Berufsschulteams zu messen. Konkret ist es in dieser Challenge die Aufgabe, mit einem vorgegebenen Warenkorb und einem Schülerteam in vier Stunden ein 3-Gang-Menü zu kreieren, welches eine aus Teambetreuern und Fachleuten bestehende Jury anschließend bewertet.

Der Teamgedanke war es auch, der Ulrike Peters, stellvertretende Schulleiterin der BBS Betzdorf-Kirchen, besonders gefiel. Nach Rücksprache mit ihren Schülern aus dem dritten Ausbildungsjahr der Köche und einer begeisterten Reaktion auf die Frage einer möglichen Teilnahme war die Anmeldung zum Wettbewerb im Frühjahr 2019 schnell verfasst. Doch die eigentliche Arbeit begann erst jetzt. Regelmäßig wurde in der Schule für das große Event geübt. Insgesamt traf sich das aus Panagiotis Wittmann (LaKö Betzdorf), Kai Schmittenhelm (Hotel Glockenspitze), Mahdi Zada Schnittenhelm (Breidenbacher Hof) und Maurice Dinges (Romantikhotel Alte Vogtei) bestehende Schülerteam sogar zweimal während den Sommerferien mit ihrer betreuenden Lehrerin Ulrike Peters in der Schule. Unterstützung bekamen die Jungköche außerdem von Michael Wenke, Gebietsverkaufsleiter und Mitorganisator bei CHEFS CULINAR, der das Team an der BBS Betzdorf-Kirchen besuchte, an der Erstellung von Trainingsplänen mitwirkte und die Schüler schon einmal auf ihren großen Tag einstimmte. Sollte spätestens nach diesem Termin die Nervosität der Teilnehmer gestiegen sein, so ließen sie es sich nach den Worten von Ulrike Peters nicht anmerken: „Die Schüler standen mutig vor der Aufgabe und waren dabei die ganze Zeit über völlig unbekümmert.“

Diese Einstellung war sicherlich nicht von Nachteil, als es dann am 14 – 16.09.19 auf das Messegelände in Düsseldorf ging. Zahlreiche wertvolle Impulse sammelten die BBS-Schüler hier in allen für sie relevanten Bereichen (z. B. Berufsbekleidung, Zutaten, Büffetpräsentationen usw.). Über den gesamten Messezeitraum hatten sie dabei alle Speisen und Getränke frei und wurden am Samstagabend sogar noch auf eine Galaveranstaltung eingeladen. „Die Wertschätzung den Teilnehmern gegenüber war durchgehend zu spüren“, beschrieb Ulrike Peters ihre Eindrücke.

Am Montag wurde es dann allerdings ernst: Team Gelnhausen gegen Team Betzdorf-Kirchen stand auf dem Messeprogramm. Dazu war sogar eigens ein 40-köpfiger Azubi-Fanclub aus Betzdorf-Kirchen angereist, um ihre Mitschüler anzufeuern. Nach einem vierstündigen, spannenden Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem die BBSler ein gelungenes Menü aus Seezunge, Rehrücken mit Urrüben und dunkle Kuvertüre mit Heidelbeeren gezaubert hatten, setzten sich allerdings die Gelnhausener am Ende knapp durch und erreichten mit ihrer Gesamtpunktzahl sogar den Gesamtsieg in Düsseldorf und ein Ticket zum Finale in Berlin. „Es war ein abenteuerlicher Weg. Unsere Schüler haben ihr Bestes gegeben und schmackhaft gekocht“, fasste Ulrike Peters die dennoch tolle Leistung ihres Teams, das am Ende Platz 3 in Düsseldorf holte, zusammen.

Auch die eigentlichen Protagonisten waren ob des einmaligen Erlebnisses regelrecht „geflasht“: „Wir haben viel gelernt“, „Wir können uns alle Gewinner nennen“, „Der Wettbewerb hat uns zusammengeschweißt“ oder „Wir sind stolz, unserer Schule gut vertreten zu haben“, lauteten nur einige der durchweg positiven Resümees.

Ein Dank gilt auch wieder einmal dem Ausbilder Uwe Steiniger und seiner Köchin Yasemin Sezer von der Klostergastronomie Marienthal, die viel Zeit aufwendeten, um mit dem BBS-Team in der Vorbereitung zu trainieren und es zu supporten.


Mit eigenem Comic auf den zweiten Platz

Die Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) hat Berufsschulen und Auszubildende aus Rheinland-Pfalz für ihre erfolgreiche Präventionsarbeit ausgezeichnet. Platz 2 ging dabei an die Schülerinnen und Schüler der Fachrichtung Sanitär-Heizung-Klima der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen (Klassenbezeichnung: BS HZ 16).

Richtig falsch machen – Fehler helfen lernen: Unter diesem Motto informierte das bundesweite Präventionsprogramm „Jugend will sich-er-leben“ der DGUV im aktuellen Schuljahr über den Umgang mit Fehlern und Fehlerkultur bei der Arbeit. Aus Rheinland-Pfalz haben insgesamt 51 Berufsschulen und knapp 23.100 Schülerinnen und Schüler an dem dreiteiligen Wettbewerb teilgenommen.

Im Rahmen des Kreativpreises hat die Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen den zweiten Platz in ihrem Bundesland gewonnen. Genauer gesagt: die Azubis der Fachrichtung Sanitär-Heizung-Klima. Sie hatten in ihrem Comic „Der Kundenauftrag“ eine typische Situation aus ihrem Alltag und einen häufig in der Ausbildung auftretenden Fehler beleuchtet. Vor allem die Reflexion über den richtigen Umgang mit dem Fehler hat die Jury überzeugt. „Man merkt, wie intensiv sich die Klasse mit dem Thema beschäftigt hat. Sie haben ihre eigenen Erfahrungen und persönlichen Anteile an den Fehlerursachen sehr gut auf den Punkt gebracht sowie ausführlich überlegt, wie man sich nach Auftreten eines Fehlers am besten verhält. Echt super!“, lobt Jury-Mitglied Ulrich Zilz, der als Ausbildungsreferent der Berufsgenossenschaft Holz und Metall und Koordinator von JWSL bei der DGUV tätig ist.

André Kraft, betreuender Lehrer der teilnehmenden Auszubildenden, schloss sich mit seinem Lob an: „Die Schülerinnen und Schüler waren an der Aufgabenstellung sehr interessiert. Sie haben komplett autark geplant und gearbeitet. Die Kommunikation untereinander war ebenfalls sehr gut.“

Inhaltlich gelang es Herrn Kraft, dieses Projekt in alle seine Unterrichtsfächer innerhalb der BS HZ 16 einzubringen. Zunächst einmal wurden gängige fachliche Fehler innerhalb des berufsbezogenen Unterrichts besprochen. Das falsche Öffnen eines Heizungsventils stand hierbei abschließend im Fokus. Der Umgang mit diesem Fehler im Nachhinein war dann Gegenstand des Religion- und des Sozialkundeunterrichts.

Welche Versicherungen kommen für welche Schäden auf? Soll ich den Vorfall besser verschweigen oder die Wahrheit sagen? Wie soll mit uns umgegangen werden, wenn wir Fehler machen? Wie gehen wir mit Fehlern anderer um? - Diese Fragen standen im Zentrum der Projektbearbeitung und wurden kreativ beantwortet.

Dass die beteiligten Schülerinnen und Schülern Spaß bei der Arbeit hatten, zeigt am Ende nicht nur der zweite Platz, sondern auch das festformulierte Vorhaben, den Erfolg im nächsten Jahr zu wiederholen. Doch zunächst einmal dürfen sie sich am diesjährigen Preisgeld erfreuen, welches sie gemeinsam für einen Besuch im Kletterwald und in der Pizzeria verwenden werden.

Neben den angehenden Anlagenmechanikern für Sanitär- Heizung- und Klimatechnik durfte sich auch die restliche BBS-Gemeinschaft freuen. Der Schulpreis für die höchste Beteiligung am diesjährigen DGUV-Wettbewerb ging erneut an die BBS Betzdorf-Kirchen. Christoph Moog hatte diese Teilnahme wiederholt initiiert und koordiniert.


BerufsschülerInnen bauen sich ihre CNC-Fräsen selbst

„Wenn 3D-Druck auf CNC-Technik trifft, wird es spannend“, dachten sich acht angehende Holzmechaniker und TischlerInnen der Klasse BS HO 17 an der BBS Betzdorf-Kirchen und nahmen das Angebot einer Arbeitsgemeinschaft zum Bau von CNC-Fräsen mit 3D-gedruckten Teilen wahr.

Zusammen mit ihren Lehrern Thomas Staß und Thomas Bredenbröker setzen die Auszubildenden gegenwärtig das Konzept „Mostly Printed CNC“ um. Hierbei bestehen die Führungen der Maschine aus Edelstahl-Rohren, während alle weiteren benötigten Teile aus Kunststoff gedruckt werden. Dieses Verfahren führt zwar nicht zu einer Fräse in Industriequalität, reicht aber dennoch ohne Weiteres dazu aus, Sperrholz und Aluminium in Zehntel-Millimeter-Genauigkeit zu bearbeiten. Zudem ist der Bau einer solchen Fräse mit den Mitteln einer Auszubildendenvergütung realisierbar.

Das Projekt selbst kam eher zufällig zu Stande. Thomas Bredenbröker hatte seiner Klasse davon erzählt, dass er gerade dabei ist, für eine CNC-Fräse Teile auf seinem 3D-Drucker (für die Experten: ein Prusa i3 Mk3) zu drucken. Daraufhin fragte einer seiner Schüler, ob es möglich sei, auch für ihn Teile mit zu drucken. Jetzt wurden auch weitere Schülerinnen und Schüler hellhörig und wenige Wochen später war die neue AG auf freiwilliger Basis geboren. Seitdem treffen sich die Hobbybastler regelmäßig nach Unterrichtsende und lassen in Summe acht neue CNC-Fräsen entstehen, von denen eine sogar am Ende der Schule zu Gute kommt.

Aber wir gingen sie dabei vor?

Zunächst einmal mussten sie satte sechs Kilometer Kunststoff-Faden zu 43 verschiedenen Teilen pro Fräse verarbeiten. Diese Teile wurden anschließend verschraubt und teilweise mit Rollenlagern für die Führungen versehen. Dabei ist feinfühliges und genaues Arbeiten enorm wichtig, wird jedoch am Ende mit einem exakten Lauf der Fräse belohnt. Den Antrieb dafür besorgen fünf Schrittmotoren, die über ein Arduino-Bord angesteuert werden.

Trotz der Tatsache, dass die verfügbare Zeit der Arbeitsgruppe wie im Flug vergeht, ist die erste Fräse fast schon zum Verkabeln bereit. Einige ganz ehrgeizige Projektteilnehmer haben sich sogar das Ziel gesetzt, ihre Fräse noch vor Beginn der Sommerferien in Betrieb zu nehmen. Ob dieses Vorhaben in die Tat umgesetzt werden kann, werden wir in einem Abschlussbericht auflösen.

Unbestritten ist aber jetzt schon, dass die TeilnehmerInnen am Ende des Projektes nicht nur eine eigene CNC-Fräse besitzen, sondern auch viel über den Aufbau und die Bedienung einer derartigen Maschine gelernt haben. Des Weiteren können mit Hilfe des im Unterricht erlernten CAD-Programms „Vectorworks“ alle Werkstücke konstruiert und danach gleich auf der Fräse hergestellt werden.


1. Platz beim „Europäischen Wettbewerb“

„Es ist uns heute wichtig, immer „Up-to-Date“ zu sein, auch wenn wir dabei gelegentlich die Zeit vergessen.“ Diese These ist Teil des Ausgangspunktes eines Filmprojekts der Klasse BS MN 16+ an der BBS Betzdorf-Kirchen, in dessen Mittelpunkt der Social-Media-Einfluss auf die vorwiegend heranwachsende Generation steht.

„Social Media – ein Demokratiekiller?“ lautete die offizielle Modulbeschreibung des über die Bundesgrenzen hinweg organisierten 66. Europäischen Wettbewerbs mit dem Slogan „YOUrope – es geht um dich!“. Insgesamt 70.057 Schülerinnen und Schüler aus 1.131 Schulen nahmen an der diesjährigen Wettbewerbsrunde teil, deren Schirmherr kein Geringerer als Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier war. Unter den Teilnehmern befanden sich auch Jasmin Kexel, Katharina Nix, Katja Ruhbaum, Johanna Schneider und Marie-Theres Weber. Die fünf angehenden Modeschneiderinnen kamen im Rahmen des Sozialkunde-Unterrichts, gemeinsam mit ihrem Lehrer und Schulleiter Michael Schimmel, auf die Idee, bei diesem renommierten Wettbewerb an den Start zu gehen.

Bereits nach einem ersten Schreibgespräch im Klassenverband, in dem die wichtigen Fragen rund um die Umsetzung des Projektes geklärt wurden, ist das Feuer bei den fünf Schülerinnen entfacht. „Es fand eine tiefe Auseinandersetzung mit sozialen Medien und deren Wirkung statt. In diesem Zusammenhang setzten sich die Schülerinnen auch mit verschiedenen Demokratiemodellen und deren aktuellem Anwendungsbezug auseinander“, beschrieb Michael Schimmel seine Eindrücke aus dem Unterricht.

Doch nicht nur innerhalb der Schule waren die 17 – 22-Jährigen fleißig. „Wir sind für dieses Projekt auch in unserer Freizeit sehr aktiv gewesen. Wir waren einfach voll drin“, beschrieb Katharina Nix die vergangenen Wochen. Außerdem seien die gute Kommunikation untereinander und die Unterstützung durch Herrn Schimmel die Schlüssel zum Erfolg gewesen.

Die viele Arbeit sollte sich jedenfalls lohnen. Das Ergebnis kann sich mehr als sehen lassen. Ein 3:10 Min.-langes Video in elf Szenen plus dementsprechender Ausarbeitung stellten schlussendlich das Handlungsprodukt dar. Darin zu sehen ist eine zunächst sorgenfreie junge Frau, die selten soziale Medien nutzt und weder mit ihrem Äußeren noch mit ihrer Ernährung unzufrieden ist. Dies ändert sich im Laufe des Videos mit der verstärkten Nutzung der gängigen Plattformen in den virtuellen Gefilden. Die Selbststeuerung der Protagonistin im Video nimmt fortwährend ab. Sie orientiert sich immer mehr an den vermeintlichen Vorbildern einer scheinbar perfekten und erstrebenswerten Welt. Durch ständige Anpassung der Kleidung und kostspielige Nahrungsergänzungen sinken dabei nicht nur die finanziellen Mittel, sondern auch die Lebensqualität der ursprünglich zufriedenen Frau. Sie wird in ihrem Handeln immer fremdbestimmter und gerät dadurch in einen hektischen Alltag, in dem sie verzweifelt versucht, ihren Lifestyle an den ihrer „Influencer“ anzupassen. Hierbei gerät sie in einen Kreislauf, aus dem es irgendwann keinen Ausweg mehr gibt.

Bei der technischen Umsetzung des Videos bedienen sich die fünf Schülerinnen u. a. sogar einer Drohnenkamera, um bei Außenaufnahmen im Molzberg-Stadion die für ihre Aussage wichtige Vogelperspektive einnehmen zu können. Aber nicht nur technisch schöpften die Auszubildenden aus den Vollen. Jedes Detail in ihrem Video wurde durchgeplant und auf den Punkt gebracht. In einer geschickten Auswahl von metaphorischen Darstellungen innerhalb der Szenen, Schnitt und Hintergrundgeräuschen gelingt es der Gruppe, dem Zuschauer ihre Message zu vermitteln.

Die Aufklärung über den Einfluss und die Gefahren der sozialen Medien in unserer Zeit muss verstärkt stattfinden.

Die hohe Relevanz dieses Appells an Politik und Gesellschaft wurde auch den Schülerinnen erst während ihrer Bearbeitungsphase so richtig deutlich. „Wir hatten die Vermutung, dass die Social Media-Nutzung problematisch sein kann, aber so richtig eingestanden haben wir es uns zunächst nicht“, beschreiben die angehenden Modeschneiderinnen ihren Standpunkt vor dem Projekt im Nachgang. Sie selbst nutzen ebenfalls die sozialen Medien und beschrieben ihre Arbeit sogar teilweise als „Selbstexperiment“.

Mittlerweile achten sie verstärkt auf die profilbezogene Werbung in den sozialen Netzwerken. „Man hinterfragt das eigene Interesse jetzt wieder mehr“, geben sie geschlossen an. Sie wurden durch ihre reflexive Auseinandersetzung mit dem Thema für die damit einhergehenden Gefahren sensibilisiert. Nicht zuletzt deswegen sind sie geschlossen der Meinung, dass Aufklärung für alle Nutzer enorm wichtig ist!

Diese Erkenntnis wiegt für die Schülerinnen sogar weitaus schwerer als der 1. Platz in ihrer Kategorie beim 66. Europäischen Wettbewerb. Gefreut haben sie sich natürlich dennoch darüber und verbrachten abschließend - gemeinsam mit ihrem Lehrer Michael Schimmel - einen „lustigen Tag“ auf der Preisverleihung im pfälzischen Germersheim. 


The taste of Europe

“Es ist wichtig, Grenzen zu überschreiten und sie zu erweitern”, erklärte Michael Schimmel, Schulleiter der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen in seiner Begrüßung zur großen Abschlussfeier der französisch-polnisch-tschechisch-deutschen Schülerbegegnung im 4er-Netzwerk des Partnerschaftsverbandes Rheinland-Pfalz.

Viele namhafte Gäste aus Politik, Gastronomie, Kammern und Schule waren in die Klostergastronomie Marienthal gekommen, um dem Finale der Europawoche 2019 mit dem Motto “The taste of Europe” einen würdigen Rahmen zu geben.

Gastgeber Uwe Steininger sprach von einem ergreifenden Gefühl, mit so vielen jungen motivierten Menschen kochen und servieren zu dürfen. Es sei eine Ehre, der Ausrichter dieser Begegnung zu sein.

Eine Woche lang hatten die Schülerinnen und Schüler aus den vier genannten Nationen zusammen verbracht und dabei sowohl die Region als auch das Land gemeinsam erkundet. Neben dem Besuch der BBS Betzdorf-Kirchen und dem Wildparkhotel Bad Marienberg standen hierbei die Landesjugendakademie in Altenkirchen, die Birkenhof-Brennerei in Nistertal, der Landtag in Mainz und die Staatliche Weinbaudomäne in Oppenheim auf dem Programm.

Nach diesen zahlreichen Ausflügen und Besichtigungen stand der Tag der Abschlussfeier dann unter dem Motto “Do it yourself”. Von 9 Uhr morgens an standen die Nachwuchsgastronomen zusammen in der Küche, um den Abend vorzubereiten. Jeweils vier Gänge mit landestypischen Speisen bereiteten die Schülerinnen und Schüler der vier Nationen vor. Die Franzosen bildeten dabei sogar zwei Gruppen.

Der erste Gang wurde den begeisterten Gästen im Gewölbekeller der Klostergastronomie gereicht. Er erstreckte sich von Sauerkrautstrudel über Heringssalat, Roastbeef und Käsemadeleine bis hin zur Erbsencremesuppe mit Senfeis.

Der zweite Gang wurde im langen und hellen Flur des Hauses als sogenanntes “Flying Büfett” gereicht. Hier bereiteten die Projektteilnehmer nicht nur Currywurst, Cupcake, Schinkenröllchen, Frühlingsrolle und Kartoffel-Käsecreme vor, sondern auch wunderschön dekorierte Informationsstände zu ihren Regionen. Die sich dadurch bietenden Möglichkeiten des kulturellen Austausches wurden von den Gästen durchgängig genutzt.

Zu Guter Letzt zog die Karawane in den Eventsaal des alten Klosters weiter, um dort die letzten zehn Gänge (5 Hauptspeisen, 5 Desserts) serviert zu bekommen. Die deutsche Delegation steuerte dazu Westerwälder Krüstchen und Westerwälder Eierkrone hinzu. Polen überzeugte mit Schweinekotelett und Erdbeer-Mohn-Creme. Die tschechischen Schüler präsentierten Rindfleisch und “Kolaches” und die französischen Teilnehmer servierten Schweinemedaillons, Huhn in Weißwein, Windbeutel und gebrochene Macarons mit Erdbeere.

“Die Schülerinnen und Schüler waren für alles selbst verantwortlich”, hob Ulrike Peters, 2. stellvertretende Schulleiterin der BBS Betzdorf-Kirchen und Mitorganisatorin des Austausches hervor. “Ein 4-Stunden-Event dieser Art eigenständig zu planen und durchzuführen, war für die Jungköche sicherlich ein Novum”, ergänzte sie. Das gilt in besonderem Maße für die Teilnehmer unserer Nachbarländer Polen, Tschechien und Frankreich, deren Ausbildungen im gastronomischen Metier fast ausschließlich vollschulisch erfolgen.

Doch nicht nur fachlich sollte sich die Woche für die Jungköche lohnen. “Die Schülerinnen und Schüler haben eng zusammengearbeitet. Sie mussten sich dabei immer wieder auf neue Menschen einlassen und die gesamte Kommunikation über die Woche fand in englischer Sprache statt”, beschrieb Peters. Dabei seien kommunikative und soziale Kompetenzen gefördert und die erwähnten inneren Grenzen spürbar verschoben worden.

Als sich gegen 22 Uhr der offizielle Teil der Freitagveranstaltung dann allmählich dem Ende zuneigte, ergriff Thomas Linnertz, Präsident der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) in Trier, das Wort. Er bedankte sich bei allen Teilnehmern in besonderem Maße und wünschte ihnen eine gute Zukunft in Europa.

Zum Abschluss des Abends empfingen die Protagonisten der Veranstaltung unter großem Applaus kleine Präsente von der Koordinatorin für interregionale Zusammenarbeit bei der ADD, Bettina Münch-Rosenthal.

Ins Bett ging danach allerdings niemand in der Marienthaler Klostergastronomie. Nach dem gemeinsamen Aufräumen startete eine lange und wohlverdiente After-Work-Party eines neuen gastronomischen Netzwerkes auf freundschaftlicher Basis.


Europäisches Netzwerktreffen an der BBS

„Junge Menschen für Europa durch Begegnungen zwischen den Regionen begeistern und ein Netzwerk europäischer Zusammenarbeit aufbauen.“ So lautet das Ziel des Partnerschaftsverbandes Rheinland-Pfalz/4er-Netzwerk e. V. Dieser fungiert als Dachorganisation für Kommunen, Verbände, Institutionen, Kammern und Schulen in Rheinland-Pfalz, die eine Partnerschaft in Burgund-Franche-Comté, in der polnischen Partnerregion Oppeln und im tschechischen Mittelböhmen pflegen.

Das Land Rheinland-Pfalz wird dabei dieses Mal von der BBS Betzdorf-Kirchen repräsentiert. Über ein erstes Zusammentreffen an der Schule berichtete die Rhein-Zeitung vom 08.05.19 wie folgt:

Eine kleine Europapremiere wurde gestern an der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen gefeiert: Die BBS war ein wichtiger Programmpunkt beim einwöchigen Besuch von Berufsschülern aus Polen, Frankreich und Tschechien im AK-Land, die zu Hause im Fachbereich Gastronomie/Nahrungsgewerbe ausgebildet werden und nun im Rahmen eines Begegnungsprojekts zu Gast in Rheinland-Pfalz sind. Der Partnerschaftsverband „4er-netzwerk“ führt junge EU-Bürger regelmäßig unter einem jeweils anderen Motto zusammen. Ging es 2018 um Medien, heißt es jetzt „The Taste Of Europe“ – angehende Köche und Gastronomen von hier zeigen den Besuchern ihre Künste. So auch an der BBS, wo die Azubis einen Teil ihrer Ausbildung erfahren.

Je fünf Schüler und einige ihrer Lehrer aus den Regionen Burgund-Franche-Comté (Frankreich), Oppeln (Polen) und Mittelböhmen (Tschechien) sind am Montag in Marienthal angekommen, wo sie in der Klostergastronomie nicht nur untergebracht sind, sondern auch gleich den „taste“, den Geschmack der Region aufs Leckerste kosten dürfen. Gestern gab es an der BBS dann Frühstück und später Mittagessen – mit weiterem typischen Kostproben des „Taste of Europe“, von der Köche-Klasse zubereitet.

Im Mittelpunkt indes stand ein Programm zum Thema Europa, das die Lehrer Isabell Rosenbauer (Ernährung, Biologie), Steffen Plicht (Englisch, Sozialkunde), Marco Orthen (Elektrotechnik, Gemeinschaftskunde) und Burkhard Hensel (Technik, Gemeinschaftskunde) organisiert hatten. Federführend an der BBS war die stellvertretende Schulleiterin Ulrike Peters.

Klar, dass Englisch die einzige Chance ist, die Nationen ins Gespräch zu bringen. Dabei halfen gestern gewisse „Eisbrecher“, die in einigen Klassen vorbereitet wurden: Gruppenspiele, bei denen ein Problem ohne Zusammenarbeit nicht gelöst werden kann. So muss man etwa den „Amazonas“ überqueren und hat dafür nur einige wenige Holzbalken – der Fußboden als Fluss voller Piranhas darf nicht berührt werden...

Mit einer Ausstellung im BBS-Foyer hatte die Jahrgangsstufe 11 des beruflichen Gymnasiums Technik zudem einige Aspekte der EU in Form von – natürlich englischsprachigen – Präsentationen erarbeitet. Per Beamer oder auf Infotafeln setzen sich die Schüler mit bedeutenden Zukunftsthemen auseinander, die alle EU-Länder betreffen: Von den Zielen und Chancen der Union (inklusive der anstehenden Parlamentswahl) über historische Aspekte bis hin zu aktuellen Problemen wie Müllentsorgung und Plastik in den Meeren. Klar, dass Schulleiter Michael Schimmel und sein Team die Gäste durch die Schule führten und ihnen auch den Unterricht bei uns zeigten.

Heute ist die Gruppe zu Gast in der Landjugendakademie in Altenkirchen, besucht dann das Wildparkhotel im Tierpark Bad Marienberg (als gastronomischer Ausbildungsbetrieb) und fährt zur Birkenhof-Brennerei in Nister. Am Donnerstag empfängt im Mainzer Landtag Landtagspräsident Hendrik Hering als Schirmherr der Aktion die Gäste, bevor es weitergeht zur Weinbaudomäne Oppenheim mit einem Gang durch die Weinberge. Freitag folgt die Abschlussfeier in Marienthal – mit ländertypischen Speisen und einem Empfang mit geladenen Gästen. Samstag ist die Rückreise. Organisiert wurde der Besuch in Kooperation mit der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion (ADD) Koblenz.


BBS meets FAF

Ob neue Farben, Lacke, Abklebetechniken oder sonstige Materialien, die man zum Malen und Lackieren benötigt – auf der europäischen Fachmesse für Fassadengestaltung und Raumdesign, kurz FAF (Farbe, Ausbau, Fassade), erhielten die angehenden Maler und Lackierer der BBS zahlreiche Impulse, die wirklich jeden Bereich ihrer Ausbildung betreffen.

Nur alle drei Jahre versammelt sich die gesamte Branche für jeweils vier Tage in Deutschland. Die Städte München und Köln wechseln sich dabei als Austrageort ab. 2019 war Köln wieder an der Reihe.

Diese Chancen nutzten die drei Lehrerinnen der BBS Betzdorf-Kirchen Monika Pisalla, Claudia Böhm und Natalie Glenske, um gemeinsam mit den Schülern der Maler- und Fahrzeuglackierer-Klassen den Berufsschulunterricht in die Domstadt zu verlegen. Die Malerinnung Altenkirchen hatte den Azubis ihre Freikarten überlassen, die sie von der Siegener Firma Würth zur Verfügung gestellt bekommen hatten. Dietmar Tereick, Vorstandsmitglied der Innung, übergab der BBS-Delegation die Eintrittskarten und begleitete die Gruppe anschließend auch auf die Fachmesse.

„Die Schülerinnen und Schüler haben viele neue Techniken und Entwicklungen kennengelernt. Es hat ihnen dort sehr viel Spaß gemacht. Sie mögen einfach ihren Beruf“, schilderte Monika Pisalla ihre Eindrücke vom Messebesuch. „Die Azubis hatten eine solche Veranstaltung bis zu diesem Tag noch nie gesehen“, ergänzte Claudia Böhm.

Neben den technischen Innovationen und Entwicklungen im Bereich Nachhaltigkeit bildeten sicherlich die neun Mitmach-Werkstätten ein Highlight für den Malernachwuchs. Hier konnte man sich nicht nur den einen oder anderen Kniff der Profis abschauen, sondern auch selbst einmal viele spannende Techniken ausprobieren.

Der Ertrag für die Schülerinnen und Schüler an jenem Tag ging jedoch noch über die neuen fachlichen Impulse hinaus, denn außer den unzähligen Herstellerunternehmen waren auch ausnahmslos alle Meisterschulen in Deutschland auf der Messe vertreten. Hier konnten die Azubis viele informative Gespräche über ihre mögliche Zukunft führen.

„Super“, lautete das einstimmige Resümee von Monika Pisalla, Claudia Böhm und Natalie Glenske, die beim nächsten Termin wieder mit dem kommenden Maler- und Lackierernachwuchs dabei sein werden.


Vom Austausch zur Freundschaft

„From nose to tail – from leaf to root” lautete das Motto des diesjährigen Frankreichaustausches der BBS Betzdorf-Kirchen mit der gastronomischen Fachschule Lycée Le Castel (Region Burgund). „Von der Nase bis zum Schwanz – vom Blatt bis zur Wurzel“ liest sich die deutsche Übersetzung. Der Slogan beschreibt das Prinzip der Nachhaltigkeit, welches in diesen Tagen in vielerlei Hinsicht verinnerlicht wurde.

Zum mittlerweile dritten Mal stand vergangene Woche Besuch aus Dijon vor den Toren der BBS Betzdorf-Kirchen. Insgesamt 14 Gastschüler waren diesmal gemeinsam mit ihren begleitenden Lehrern Francois Strangier und Geoffrey Moingeon in den Westerwald gekommen. In Frankreich liegt die Kochausbildung komplett in der Hand solcher Fachschulen und wird nicht wie in Deutschland im dualen System durchgeführt. Neben diversen Praktikumsphasen ist der Trip ins Nachbarland dabei nun zum dritten Mal hintereinander integraler Bestandteil dieser Ausbildung und bot den angehenden Köchen auch 2019 wieder einmal zahlreiche neue Impulse für ihr berufliche Handeln rund um die Kunst des Kochens. Um die Stippvisite für die Franzosen wieder so ertragreich wie möglich zu gestalten, stellte das verantwortliche Lehrerteam der BBS, bestehend aus Ulrike Peters, Astrid Fischer, Marion Pfeiffer, Johannes Faber und Uwe Schmegner, wieder ein straffes Wochenprogramm zusammen.

Nach dem obligatorischen Schulbesuch an der BBS Betzdorf-Kirchen am Dienstagmorgen stand direkt am Nachmittag noch eine Hotelbesichtigung der „GERMANIA“ in Wissen und eine Fahrt zum Bauernhof in Hagdorn auf der Tagesordnung. „Die Hotelbesichtigung in der GERMANIA wurde von sieben unserer Schülerinnen und Schüler ausgeführt, die dort ihre Ausbildung machen und uns Einblicke in Hotel, Restaurant und Küche gewährten. Bei der Biolandführung im Hagdorner Bauernhof Euteneuer, die einen Siegel für ihre nachhaltig ökologische Arbeit innehat, bekamen die französischen Gäste u. a. Einsicht in die Rinderhaltung und Bullenmast“, beschrieb Astrid Fischer die ereignisreichen Stunden in Wissen. Von dort aus führte der Weg der Franzosen allerdings nicht direkt zurück in ihre Unterkunft - das von Projektbegleiter Uwe Steiniger betriebene Kloster Marienthal – sondern zunächst nach Daaden in die Metzgerei Schmidt. „Ein Betrieb mit eigener Schlachtung ist in Deutschland selten, in Frankreich sogar komplett verboten, da hier zentralisiert geschlachtet wird“, erklärte Fischer und unterstrich damit die Exklusivität dieses Programmpunktes für die angehenden Köchinnen und Köche aus Dijon, die sich abschließend noch über ein von Metzgermeister Dirk Schmidt zubereitetes 6-Gang-Grill-Tasting-Menü freuen durften, in dem sogenannte unedle Fleischteile mit dem richtigen Know-How verarbeitet wurden.

Am Mittwoch stand dann nach einer kurzen Besichtigung der Stadt Siegen die Vorbereitung für die öffentliche Abendveranstaltung an der BBS Betzdorf-Kirchen im Fokus. Gleich in zwei Großraumküchen wurden zahlreiche Vor-, Haupt-, und Nachspeisen von den Nachwuchsköchen kreiert. Gemäß dem Motto wurden dabei tatsächlich so gut wie alle Bestandteile von Tier und Pflanze genutzt und in köstliche Kreationen verwandelt. Die Verständigung unter den französischen Gästen und den Schülerinnen und Schülern aus Deutschland, die sich teils aus der Köche- und teils aus der Hotelfachklasse zusammensetzten, funktionierte trotz der Sprachbarrieren mal wieder einwandfrei. Ob mit Englisch, Spanisch, Französisch, Händen oder Füßen – am Ende kamen sie immer gemeinsam zu Ziel. „Die französischen Schülerinnen waren zwar etwas zurückhaltend, aber sehr nett und vor allen Dingen offen für Neues“, hieß es aus den Reihen ihrer Pendants aus Betzdorf-Kirchen.

Die Mühe sollte sich jedenfalls lohnen. Den Gästen am Abend schmeckte es. Unter ihnen befanden sich Landrat Michael Lieber, Maik Köhler (Bürgermeister VG-Kirchen), Joachim Brenner (Beigeordneter VG Betzdorf-Gebhardshain) und Oliver Rohrbach (IHK Altenkirchen) sowie zahlreiche Vertreter aus der regionalen Gastronomie und der Schule. „Die Vielfalt der Gäste passt zum Programm“, spannte der Schulleiter der BBS Betzdorf-Kirchen, Michael Schimmel, bei seiner Begrüßung den Bogen zur Veranstaltung. Französischlehrerin Lena Momper übersetzte an diesem Abend für die französische Delegation, die sich am Ende des Tages noch über einige tolle Gastgeschenke der anwesenden Politiker freuen durfte.

Die gute Laune der 14 Gastschüler sollte auch am darauffolgenden Tag weiterhin Bestand haben. Hier hatten sie die Möglichkeit, das Unternehmen Rabenhorst – eine der wenigen Saftfirmen, bei der man die Produktion noch sehen darf - und das Weingut Scheidgen in Hammerstein zu besichtigen. Neben vielen neuen Eindrücken, nahmen die angehenden Köche zusätzlich viele Flaschen Saft und Wein mit auf den nun anstehenden Heimweg nach Dijon.

„Es ist eigentlich kein Austausch mehr. Es ist mittlerweile eine nachhaltige Freundschaft geworden, die sich immer weiter intensiviert“, waren sich Ulrike Peters und Astrid Fischer am Ende einig.

Das Motto „From nose to tail – from leaf to root“ wird ebenfalls weiterhin an der BBS Betzdorf-Kirchen im Blickpunkt stehen, denn Nachhaltigkeit sollte kein temporärer Slogan sein, sondern im Jahr 2019 gelebt werden – und das nicht nur in der Gastronomie.

Impressionen des Frankreichaustausches

 

Wasseraufbereitung für Profis

„Hier fehlt noch ein Filter“, lautet eine simpel klingende Empfehlung von Anlagenmechanikern für Sanitär-, Heizungs-, und Klimatechnik (SHK) an die Endkunden der Region.

Doch um diesen Rat aussprechen zu können, benötigt man nicht nur Erfahrung, sondern auch spezifisches und aktuelles Know-How bezüglich der geltenden Normen im Bereich Heizwasserqualität. Genau aus diesem Grund hatten die Berufsschüler des zweiten Lehrjahres in diesem Ausbildungsberuf am 11.03.19 Besuch in ihrem Klassenzimmer. Handwerksmeister Daniel Jansen von der Firma „Haustechnik Jansen GmbH“ aus Altenkirchen und Michael Schmitz von „Perma-Trade“, einem Unternehmen, das sich der chemiefreien Wasserbehandlung verschrieben hat, waren zu Gast an der BBS Betzdorf-Kirchen. Jansen hatte eine Testanlage mitgebracht, an der er den interessierten Zuhörern eine praktische Ideallösung für jeden Hauswirtschaftsraum von Endkonsumenten erläuterte. Schmitz sattelte anschließend darauf auf und belegte die Ausführungen seines Vorredners mit der Erklärung der zurzeit geltenden Regeln und Normen für Wasserbehandlung.

Die Idee, sich für die Lernfelder 5 „Trinkwasserinstallation“ und 7 „Wärmeverteilungsinstallation“ externe Profis aus der Praxis zur Unterstützung ins Haus zu holen, war am vorletzten Ausbildersprechtag an der BBS entstanden. André Kraft, Klassenleiter der angehenden Anlagenmechaniker für SHK, führte seine Ausbildergespräche im SHK-Labor der Schule. Dort fiel Daniel Jansen auf, dass hier eigentlich nur noch eine Wasseraufbereitungsanlage zur Komplettierung des Labors fehlte. Kurzerhand beauftragte er seinen Auszubildenden Thorge Kirchhof mit der Aufgabe, eine solche zu installieren, um sie anschließend der Schule als gemeinsame Spende mit „Perma-Trade“ der BBS Betzdorf-Kirchen zur Verfügung zu stellen.

Diese Aufgabe erledigte Thorge Kirchhof mit Bravour. Doch es wird nicht das einzige Mal bleiben, dass für oder an der Anlage gearbeitet wurde. „Die Schüler werden mit den theoretischen Grundlagen zukünftig die Funktionen der Wasseraufbereitung an der Testanlage erklären und sie zusätzlich direkt im Labor praktisch ausführen können“, beschreibt André Kraft die Einbindung der Spende in seinen Fachunterricht. „Es ist generell ein wichtiges Thema, das am Ende nicht nur die Haltbarkeit der Anlagen, sondern auch die Gesundheit betrifft“, ergänzt Kraft.

Für die Azubis des zweiten Lehrjahres ist diese gelungene Art der Verzahnung von Theorie und Praxis durch die enge Kooperation der dualen Ausbildungspartner jedenfalls ein weiterer wichtiger Schritt auf dem Weg der Professionalisierung zu einem Anlagenmechaniker, der seine Kunden fachmännisch und normengerecht beraten und unterstützen wird.


DEHOGA-Meisterschaft als wertvolle Horizonterweiterung

Elf intensive und anstrengende Stunden zwischen „Vorstellungsrunde“ und „Küche aufräumen“ liegen am Ende des Tages hinter dem angehenden Koch Louis Helzer bei der diesjährigen Jugendregionalmeisterschaft des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes. Doch der Schüler der BBS Betzdorf-Kirchen ist dennoch froh, diesen Tag erlebt zu haben.

In seinem Ausbildungsbetrieb, dem Hotelpark Westerwald Treff in Oberlahr erfuhr Louis Helzer von diesem Wettbewerb und entschloss sich, gemeinsam mit seinem Ausbilder seine Bewerbung für die diesjährigen Meisterschaften einzureichen. Diese Entscheidung war zwar verbunden mit zeitlichem und organisatorischem Mehraufwand, doch dieser sollte sich auszahlen. „Der gesamte Ablauf simuliert den in wenigen Monaten anstehenden Prüfungstag exakt und dient somit als beste Vorbereitung dafür“, schildert Helzer seine Erfahrungen. Der Azubi des dritten Lehrjahres hatte im Vorfeld zum Veranstaltungstag ein Menü zusammengestellt und den dafür notwendigen Warenkorb angefordert. Forellen-Karotten-Terrine mit Steckrüben-Granatapfel-Kompott gab es zur Vorspeise. „Gebratene Maispoulardenbrust gefüllt mit Schwarzwurzeln und geschmorten Maispoulardenschenkeln auf Salbei-Sahne-Sauce, dazu Spinat und Tagliatelle“ lautete die Beschreibung des Hauptgerichts. Den Schlusspunkt des Menüs bildete eine Birnen-Mascarpone-Creme mit in Honig karamellisierten Walnüssen. Für alle diese Kompositionen hatte der 18-Jährige insgesamt vier Stunden Zeit, bevor die einzelnen Gänge am Veranstaltungsabend im Gastronomischen Bildungszentrum Koblenz nacheinander der Jury und dem Testpublikum serviert wurden. Erschwert wurde diese Aufgabe für Louis Helzer zusätzlich und unplanmäßig durch fehlende Materialien. „Es war sehr ärgerlich, dass ich nicht alles vorgefunden hatte, was ich angefordert habe. Somit war sehr viel Improvisation nötig. Beispielsweise musste ich Rote Beete statt Granatapfel verwenden. Aber umso stolzer bin ich, dass ich alles geschafft habe“, berichtete der Nachwuchskoch.

Neben der Praxis stand am Wettbewerbstag auch die Theorie auf dem Programm. In einem ersten schriftlichen Test wurden zahlreiche relevanten Bereiche des Berufsbildes Koch abgefragt. Jeder Teilnehmer musste sein Wissen über Rezepte, Begriffe und Abläufe in der Küche dabei genauso beweisen wie zu rechtlichen Hintergründen oder angewandter Mathematik. Im Anschluss daran wurde mit Hilfe von Seh-, Geruchs- und Fühltests die Fähigkeiten der Warenerkennung überprüft. Auf alle diese Herausforderungen fühlte sich Louis Helzer sowohl durch seine Ausbilder im Betrieb als auch durch die Lehrkräfte an der BBS Betzdorf-Kirchen bestens präpariert und hatte somit keine Probleme.

Am Ende stand für ihn ein vierter Platz bei der Regionalmeisterschaft in Koblenz zu Buche. Aber nicht nur die Urkunde, die jeder etwaigen zukünftigen Bewerbung sicherlich mehr Aussage verleiht, sondern vor allem eine perfekte Prüfungsvorbereitung und enorm wichtige Erfahrungen für sein zukünftiges Handeln machten diesen Tag so wertvoll für Louis Helzer. Auf die Frage nach einer Weiterempfehlung dieser freiwilligen Veranstaltung für die Azubis des ersten und zweiten Lehrjahres antwortete er ohne Zögern mit „Ja, auf jeden Fall!“


Erster Praxistag der Tischler an der BBS

Wenn ein Hocker nicht nur ein lehnenloses Sitzmöbelstück ist, sondern auch die Verbindung von Theorie, Praxis und ganzheitlicher Kompetenzförderung, dann muss diese Funktionserweiterung einen Grund haben.

Diesen hatte sie durch die Premiere des Praxistages für die angehenden Tischler an der BBS Betzdorf-Kirchen. Die Tischler-Innung des Kreises Altenkirchen hatte im September des vergangenen Jahres zu einer Sondersitzung eingeladen, in der ein gemeinsamer Austausch zur Optimierung der Tischler-Ausbildung im Fokus stand. Neben Obermeister Wolfgang Becker waren u. a. noch zahlreiche weitere Innungsvertreter verschiedener Ausbildungsbetriebe sowie die in diesem Segment unterrichtenden Lehrer der BBS Betzdorf-Kirchen Thomas Staß, Thomas Bredenbröker und Christoph Ambroziak zur Innungsversammlung gekommen. Letztgenannter versetzte sich bei der Frage nach Verbesserung noch einmal selbst in die Situation der Auszubildenden und fragte sich, was ihm damals in seiner Ausbildung zusätzlich zum bestehenden Angebot geholfen hätte. Projektorientiertes und selbstständiges Arbeiten an konkreten Kundenaufträgen unter Prüfungsbedingungen lauteten die ersten Ideen für einen Praxistag und bildeten die Grundlage weiterer Planungen.

Bereits Ende Februar sollte das Vorhaben an der BBS dann schon umgesetzt werden. Lernfeldübergreifend stellten die Auszubildenden des zweiten Lehrjahres ihr Können unter Beweis. So entstanden mittels handwerklicher und maschineller Verbindungen die erwähnten Hocker. „Es wurde mehrere Stunden zielstrebig und konzentriert an den jeweiligen Werkstücken gearbeitet“, beschrieb Christoph Ambroziak seine Beobachtungen während des Tages. „Ich bin froh, dass die Tischler-Innung des Kreises dieses Vorhaben unterstützt. Die Durchführung solcher Praxistage stellen Höhepunkte der Ausbildung dar, auf die man hinarbeiten kann. Wir möchten diese Tage jedem Jahrgang im Laufe der Lehre zweimal ermöglichen“, ergänzte der Studienrat.

Die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler ihrerseits waren überrascht, wie schnell die Stunden an diesem Tage verflogen. „Warum fängt der schon an zu sägen, während ich noch zeichne?“, fragte sich der ein oder andere Azubi und bemerkte somit gleichzeitig, wie wichtig Organisation und Zeitmanagement ist. Am Ende waren sich alle angehenden Tischler einig, dass die Installation eines solchen Praxistages in das Programm der Ausbildung sehr sinnvoll sei. Vor allem der Austausch über die unterschiedlichen Wege zum Ziel „Hocker“ erschien ihnen dabei außerordentlich ertragreich.


"Wir hinterlassen Spuren"

...titelte die Siegener Zeitung anlässlich der IHK-Zeugnisvergabe für die Absolventinnen und Absolventen im Frühjahr 2019 und zitierte damit den Schulleiter der BBS Betzdorf-Kirchen, Michael Schimmel, in seiner Begrüßungsrede vor der feierlichen Übergabe.

Der SZ-Bericht vom 01.02.2019 in voller Länge:

 

„Wir hinterlassen Spuren“

 

Der Beruf prägt das Wesen des Menschen und er beeinflusst sein Denken und Handeln.

 

153 Auszubildende, die im Winter 2018/2019 ihre Abschlussprüfung bei der IHK bestanden haben, erhielten gestern im Rahmen einer Feier in Wissen ihre Zeugnisse – erstmals im Kulturwerk. Nicht nur der größte Teil der Absolventen verfolgte die von der Lehrer-Band „Paedpur“ musikalisch umrahmte Feier, auch viele Eltern und Angehörige begleiteten sie und schließlich dürften sich auch etliche vertraute Lehrer- und Arbeitgeber-Gesichter in den Reihen befunden haben, die sie durch die Schul- und Lehrzeit gelotst haben.

 

Die Festrede hielt Oberstudiendirektor Michael Schimmel, der Leiter der BBS Betzdorf-Kirchen. Er begrüßte u. a. seinen Kollegen von der BBS Wissen, OStD Reinhold Krämer, Thomas Imhäuser, den Geschäftsführer der Firma AMS in Elkenroth, der bei der IHK verschiedene Ämter wahrnimmt, sowie Oliver Rohrbach als IHK-Regionalgeschäftsführer Altenkirchen.

 

Zunächst einmal nannte er es eine gute Entscheidung, dass die 153 sich für eine Berufsausbildung entschieden hätten. Das tue jeder nach seiner Neigung und sicherlich orientiere der eine oder die andere sich auch nach der Popularität eines bestimmen Berufs.

 

„Der Beruf prägt das Wesen des Menschen“, war sich Schimmel sicher. „Er beeinflusst unser Denken und Handeln.“ Wie das? Nun, im Team lerne man das Arbeiten mit und die Rücksichtnahme auf andere. Zwar habe jeder eigene Vorstellungen und bringe sein eigenes Talent ein, „aber wir werden von anderen beeinflusst und wir wiederum beeinflussen andere und wir beeinflussen Arbeitsprozesse.“

 

Schimmel brachte das auf einen Nenner: „Wir hinterlassen Spuren.“ Ganz praktisch: Wenn ein Mensch gut gelaunt zur Arbeit gehe und sich hilfsbereit zeige, dann habe das ganz konkrete Auswirkungen auf das Klima im Laden. Schimmel bezog darin auch die Lehrerinnen und Lehrer sowie die Ausbilder mit ein. „Auch die haben Spuren hinterlassen.“

 

In einem emotionalen Moment erinnerte der Pädagoge an Matthias Söhngen und Bernhard Best. „Die beiden würden heute auch gern hier gestanden und Ihnen gratuliert haben“, meinte er betroffen. „Aber das Leben hatte leider einen anderen Plan.“ Die beiden Kollegen waren vergangenen Jahr überraschend verstorben.

 

An die Ehemaligen gewandt, appellierte der Direktor: „Seien Sie offen für neue Bildungschancen.“ Es sei ein großer Vorteile, Fachmann bzw. Fachfrau für etwas zu sein. Die Aneignung von Kenntnissen höre indes nie auf. Schimmel: „Wir sind nicht auf der Welt, um nützlich zu sein, aber nützlich ist es, vorbereitet zu sein.“

 

Schimmel schloss auch Kollegen und Ausbilder mit ein. Es sei zwar „unser Job“, die jungen Menschen für den Beruf fit zu machen. Aber die Berufe veränderten sich und damit das Anforderungsprofil. Nur ein Stichwort: Digitalisierung. Die Lehrer und Ausbilder müssten immer den neuesten Stand der Entwicklung an die jungen Menschen weitergeben.

 

Die 153 jungen Damen und Herren, die anschließend ihre Zeugnisse entgegennahmen, ehe bei einem Stehempfang mit Imbiss Zeit zum Austausch bestand, entstammen insgesamt 19 Berufen. Im Sektor „Gewerblich-technische Berufe“ gab es elf Berufsbilder (110 Absolventen). Am beliebtesten war der Beruf Zerspanungsmechaniker (22), jeweils einer/eine wurde Fachkraft für Metalltechnik bzw. Verfahrenstechniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik.

 

Bei den „Kaufmännischen Berufen inklusive Gastronomie-Berufe“ verzeichnete man acht Werdegänge. „Spitzenreiter“ von der Zahl her waren die Industriekaufleute (23); es gab aber nur je einmal Koch, Fachlagerist bzw. Fachkraft für Lagerlogistik.

 

Die Band „Paedpur“ wurde einmal mehr ihrem Ruf als beste Lehrer(Schüler)band des Kreises Altenkirchen gerecht. An Stücke wie „Listen to the Music“ von den Doobie Brothers, „Gimme Some Lovin „ (Spencer Davis Group) oder „Hey Joe“ von Jimi Hendrix wagt sich nicht jeder heran und bringt es vor allem nicht in dieser Qualität auf die Bühne.

 


Je ne parle pas francais…

…aber bitte red‘ weiter, heißt es in einem der Chartstürmer von 2018. Während der vierwöchigen Praktikumsphasen von Yasemin und Nesrin Sezer sowie Tim Zantis war die Verständigung zwar eine kleine Hürde, doch diese wurde mit viel gutem Willen, Englisch, aber vor allem einer bemerkenswerten Gastfreundschaft der Franzosen ohne Probleme genommen.

Fast den gesamten Oktober dauerte das Abenteuer der drei Nachwuchskräfte in der ostfranzösischen Region Burgund und alle drei Praktikanten waren sich einig, dass es eine Erfahrung fürs Leben war.

Yasemin Sezer, im Kloster Marienthal beschäftigt und seit diesem Jahr ausgebildete Köchin, absolvierte ihr Praktikum im Restaurant „Le Bistrot de I’Hotel“ in Beaune. Dort arbeitete sie in einer gehobenen und von den Gästen frei einsehbaren Küche. Die enorme Ordnung und das exakte Zeitmanagement dieser Organisation beeindruckten Yasemin genauso wie der sogenannte Amuse-Bouche, ein Gruß aus der Küche, bei dem sich die Franzosen sehr viel Mühe gaben. Die junge Köchin erhielt jedenfalls zahlreiche neue Impulse, aus denen sie schon jetzt neue Ideen für ihren Betrieb in Deutschland entwickelt.

Mit neuen Vorschlägen für die tägliche Arbeit hat auch die angehende Restaurantfachfrau Nesrin Sezer ihren Chef im Kloster Marienthal, Uwe Steiniger, schon jetzt überrascht. Das können auch Kleinigkeiten beim Eindecken der Tische oder der Präsentation von Speisen sein. Doch es beweist, mit welcher Motivation ein solches Praktikum absolviert wurde und wie nicht nur die jeweiligen Praktikanten in ihrer persönlichen Entwicklung, sondern auch die abgebenden Betriebe von den neuen Erfahrungen profitieren. Trotz dieses Zugewinns ist es aber nicht selbstverständlich, wenn Gastronomieunternehmen ihre Mitarbeiter wochenlang freistellen, um ihnen einen solch inspirierenden Auslandsaufenthalt zu ermöglichen.

In diesem Zusammenhang ist auch das Hotel Hammermühle zu nennen. Der Westerwälder Ausbildungsbetrieb beurlaubte Tim Zantis, den dritten Praktikanten im Bunde, für insgesamt drei Wochen und sorgte somit dafür, dass Tim im „Le Jardin des remparts“, einem Michelin-Sterne Restaurant in Beaune lernen und mitarbeiten durfte. „Hier wird viel auf Steinen angerichtet und statt 3-Gängen werden hier häufig 8 – 9-Gang-Menüs serviert“, berichtete der Azubi. Außerdem sei der rege Austausch während dem gemeinsamen Essen in Frankreich eher zu beobachten als in Deutschland, ergänzte er. Außer dutzenden Rezepten nimmt Tim auch eine Erkenntnis mit nach Hause, die er zu folgendem Appell an potenzielle Nachahmer formuliert: „Jeder, der die Möglichkeit bekommt, ein solchen Praktikum machen zu können, sollte sie ergreifen!“

Neben den erwähnten Ausbildungsbetrieben zeigten sich dafür auch die handelnden Personen der beiden Partnerschulen BBS Betzdorf-Kirchen und Lycée Le Castel in Dijon verantwortlich. Für die Lehrkräfte Ulrike Peters, Astrid Fischer, Marion Pfeiffer, Uwe Schmegner und Markus Becker auf deutscher Seite sowie Francois Stragier und Renaud Mourgues vom französischen Kooperationspartner sind die gegenseitigen Kontakte mittlerweile viel mehr als ein Schüleraustausch. Es ist zu einer Herzensangelegenheit und einem Beispiel deutsch-französischer Freundschaft geworden.

Dank den sozialen Medien ist es auch für die Schülerinnen und Schüler nicht mehr schwer, den Kontakt nach Frankreich zu halten und somit wird diese schöne Geschichte auch auf neuen Ebenen weitergeschrieben – in welcher Sprache auch immer.


Religionsunterricht in Hadamar

15.000 kranke und behinderte Menschen, Frauen, Männer und Kinder wurden im Rahmen der NS-Euthanasie-Verbrechen während des zweiten Weltkrieges in Hadamar ermordet. Mittlerweile ist dort eine Gedenkstätte entstanden, die sich in ihrem Auftrag der historischen Aufklärung und politischen Bildung gerade an Heranwachsende richtet.

Religionslehrer Hansjörg Weber nahm dieses Angebot nun innerhalb des Religionsunterrichts mit den angehenden BäckerInnen und BäckereifachverkäuferInnen wahr und verlagerte den Lernort von Raum D246 der BBS Betzdorf-Kirchen in die mittelhessische Fürstenstadt Hadamar. Somit erhielten seine Schülerinnen und Schüler wichtige Eindrücke der Geschehnisse vor Ort, die das theoretische Wissen zu dieser Thematik sicherlich nachhaltig ergänzen.


Kulinarische Weltreise

Mit dem Privatjet in zwei Stunden nach Spanien, Griechenland, Iran, Philippinen, Kolumbien, Ägypten, Russland, Südkorea und Deutschland. Bei diesem Zeitfenster kann hier wohl von einem ambitionierten Vorhaben gesprochen werden. Doch es sollte gelingen.

Neben der Schulleitung waren Vertreter der Ausbildungsbetriebe Klostergastronomie Marienthal, Hotel Glockenspitze, Hotelpark Westerwaldtreff, Lakö und dem Brauhaus Marienstatt gekommen, um dem gemeinsamen Projekt der angehenden Köche und Hotelfachleute einen ansprechenden Rahmen zu bieten. Die Berufsschülerinnen und –schüler der BBS Betzdorf-Kirchen hatten zu einer Reise um die Welt eingeladen und diese in den vergangenen Wochen akribisch vorbereitet. Die Idee dahinter ist schnell erklärt: Jeder Azubi sucht sich selbstständig ein Land aus, zu dem er anschließend ein typisches Gericht zubereitet und zusätzlich passende Informationen, Bilder sowie entsprechende Hintergrundmusik in einer Präsentation zusammenstellt. Bei 9 Ländern ergibt das also ein 9-Gang-Menü für alle dankbaren Passagiere des Fluges.

Leicht gesagt, doch wie in so vielen Bereichen des Lebens stecken auch hier die Arbeit und der Erfolg im Detail. Arbeitsablaufpläne wurden angefertigt, Warenanforderungen antizipiert, Rohstoffe mit Bedacht ausgewählt und eine finanzielle Kalkulation durchgeführt. Dazu kamen die koordinativen Herausforderungen mit den anderen Köchen und dem Service, die es zu meistern galt.

„Bombe!“ Ein Wort, das man eigentlich nicht im Flugzeug sagen sollte. Die projektbetreuende Lehrerin Frau Astrid Fischer tat es trotzdem und brachte damit ihren Stolz auf die gezeigten Leistungen ihrer Schülerinnen und Schüler zum Ausdruck. „Das Essen war eine Topleistung für Azubis im zweiten Lehrjahr. Außerdem war die extrem gut funktionierende Teamarbeit beeindruckend“, fügte sie hinzu. Auch Ulrike Peters, die zweite verantwortliche Lehrkraft, lag mit ihrer Einschätzung, dass die Schüler „geflasht“ gewesen seien, goldrichtig. „Es war der coolste Schultag überhaupt! Wir würden so etwas gerne nochmal machen“, lautete deren Fazit. Auf die Frage nach ihrem Erfolgsrezept hin, erklärten sie geschlossen, dass sie sich gegenseitig blendend verstehen und sich während des gesamten Projektes gegenseitig halfen. Nur so sei es möglich, alles aufeinander abzustimmen und Pannen zu vermeiden. Gleichzeitig wurde ihnen in diesem Zusammenhang noch einmal bewusst, wie extrem wichtig eine exakte zeitliche Planung in ihrem Beruf ist.

Es kommt wohl nicht allzu häufig vor, dass auch nach der Landung noch so viel über den Flug gesprochen wird und erst Recht nicht, wenn dabei die Verpflegung und Betreuung an Bord eine so positive Rolle spielt.

Brotprüfung an der BBS

Wenn Landrat Michael Lieber sowie die VG Bürgermeister Maik Köhler und Bernd Brato dem Duft von Brot und Brötchen folgen, landen sie wahrscheinlich normalerweise in ihren Stammbäckereien und nicht an der BBS Betzdorf-Kirchen.

Am 06.11.2018 sollte das aber ausnahmsweise einmal anders sein. Die Kreishandwerkerschaft Rhein-Westerwald hatte ihre öffentliche Brotprüfung nach 15 langen Jahren wieder nach Betzdorf-Kirchen und erstmals an die BBS gelegt. Den Weg dorthin fand sie durch Lehrerin Marion Pfeiffer, die am diesjährigen Tag des Brotes in einer gemeinsamen Aktion mit ihren Azubis und Bäckermeister Dirk Müller 500 Brote in der Betzdorfer Innenstadt verschenkte. Dabei entwickelte sie nebenbei die schöne Idee einer Brotprüfung an der BBS Betzdorf-Kirchen.

Aber was passiert eigentlich bei einer solchen Brotprüfung? Diese Frage stellte sich sicherlich nicht nur Schulleiter Michael Schimmel, der in seiner Begrüßungsrede zugab, bisher gar nicht gewusst zu haben, dass es so etwas überhaupt gibt. Vielleicht gerade deswegen, aber vor allem wegen der angehenden Bäcker/innen und Bäckereifachverkäufer/innen sei es ein großer Gewinn für die Schule, eine solche Prüfung einmal vor Ort zu haben. Sie biete großartige Lernchancen für die Azubis, die sich in dieser Art nicht simulieren lassen.

Hubert Quirmbach, Obermeister der Bäckerinnung, unterstrich die Relevanz dieses Tages. „Es ist die Chance, den jungen Leuten zu zeigen, dass auch Brot schmeckt“, erklärte er mit dem Hinweis auf die aktuell vorherrschenden Fast-Food-Essgewohnheiten. Außerdem sei es die auf freiwilliger Basis beruhende Chance für alle Bäckereibetriebe, ihr Brot auszeichnen zu lassen und/oder sich wertvolle Tipps bzw. Hilfestellungen einzuholen. Ca. 40 % aller Betriebe nehmen Jahr für Jahr diese Gelegenheit wahr.

Wie genau eine solche Prüfung nun abläuft und welche Hinweise für die teilnehmenden Bäcker sich daraus ergeben, erklärte im Anschluss Karl Ernst Schmalz. Herr Schmalz ist einer von nur insgesamt drei Brotprüfer bundesweit und lässt das aus Politikern, Lehrern, Bäckereimeistern und Schülern bestehende Publikum seine Leidenschaft spüren. Mit insgesamt 3.200 Brotvarianten ist Deutschland Weltrekordhalter. Das sei jedoch bei den vielen unterschiedlichen Regionen und Essgewohnheiten auch nötig und deswegen sei jedes Brot individuell zu betrachten und zu beurteilen. Die Beurteilung der Brote erstrecke sich über die Krusteneigenschaften, das Krumenbild, die Elastizität und nicht zuletzt über den Geruch sowie den Geschmack. Herr Schmalz erklärte den interessierten Zuhörern weiterhin, dass auch Einflussfaktoren wie Temperatur oder Trockenheit des Weizens den Herstellungsprozess beeinflussen sollten. Spätestens jetzt wurde auch wieder jedem Laien bewusst, wie viel Know-How dieses Handwerk bedarf. „Brot und Brötchen aus Discountern sehen den regionalen Produkten zwar auf den ersten Blick sehr ähnlich, doch es sind zwei verschiedene Paar Schuhe“, stellte Herr Schmalz an dieser Stelle noch einmal heraus.

Die vielen anwesenden Azubis aus den jeweiligen Bäckereifachklassen waren jedenfalls beeindruckt. Nicht nur die Vielfalt der Brote imponierte ihnen, sondern auch die Tatsache, dass so viele Bäckereien aus der Region an dieser Brotprüfung teilnehmen, um ihre Qualität noch weiter steigern zu können. Diese Leidenschaft, die auch sie selbst an diesem Beruf entwickeln, lässt erahnen, dass auch in Zukunft noch viele Kunden den Weg am Automaten vorbei zu einer Landbäckereitheke finden.

„Chancen und Risiken gehen Hand in Hand“

Wer diese Finanzweisheit im Hinterkopf hat, schließt schon die meisten Fehler bei seiner Vermögensanlage aus. Bernd Heitkamp von der DEKA-Bank Luxemburg brachte komplex scheinende Fragestellungen immer wieder auf den Punkt.

BWL-Lehrer Andreas Kinkel hatte den erfahrenen Abteilungsdirektor einen Tag lang für die BBS Betzdorf-Kirchen gewinnen können. Beim Bundesverband für Investment und Asset Management (BVI) bewarb er sich für das erfolgreiche Schülerprojekt „Finanzexperten in den Schulen.“ Dieser Bewerbung wurde relativ schnell entsprochen und Herr Heitkamp übernahm die Rolle des Experten. Im Nachhinein kann hierbei von doppeltem Glück für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler gesprochen werden.

Der Banker kam nicht einfach an Tag X mit einer allgemeingehaltenen PowerPoint-Präsentation zur BBS, sondern war vielmehr an einem interessensbezogenen Dialog interessiert. Also bat er die Schülerinnen und Schüler in der Vorbereitung auf seinen Besuch einen Fragekatalog zu verschiedenen Schwerpunktthemen anzulegen. Dieser Bitte kamen die Azubis im Einzelhandel sowie die angehenden Informatiker der HBFI gerne nach. Sie formulierten insgesamt knapp 60 Fragen zur Vermögensanlage, zur Entwicklung der aktuellen wirtschaftlichen Lage, zu Karrierechancen und zum offen gehaltenen Punkt „Verschiedenes“. Herr Heitkamp bereitete sich akribisch auf alle Fragen vor und clusterte diese sogar, um wirklich alle Anliegen seiner Zuhörer in den acht Stunden seines Besuches beantworten zu können.

Das gelang ihm in beeindruckender Art und Weise. Er schaffte es durchweg, kompliziert wirkende Zusammenhänge schülergerecht und nachhaltig zu erklären. „Jeder wird hellhörig, wenn er hohe Gewinne ohne eigenes Risiko versprochen bekommt, aber so funktioniert das Finanzsystem eben nicht. Rendite, Verfügung, Sicherheit und Nachhaltigkeit bedingen sich gegenseitig und stehen somit bei jeder seriösen Vermögensanlage in einem vernünftigen Verhältnis“, stellte er heraus.

Besonderes Interesse zeigten die Schülerinnen und Schüler beim Aktienhandel an der Börse. Hierbei verstand es Herr Heitkamp geschickt, auch sein Insiderwissen mit einfließen zu lassen. Er sprach in Bezug auf den Umgang mit einer Aktie von der sogenannten „German Angst“, die dazu führt, dass viele Anleger hierzulande ihre Wertpapiere bei kleinen Kursverlusten häufig zu früh verkaufen. Durchhaltevermögen sei wichtig und dieses Credo lasse sich auch auf die eigene Karriere beziehen. Siebenmal habe er sich vergeblich auf unterschiedliche Stellen bei verschiedenen Banken beworben bis es endlich mit seiner aktuellen Position als DEKA-Abteilungsleiter geklappt hätte. Jeder habe Rückschläge zu verkraften, aber man dürfe nicht zu leicht beigeben. Das beziehe sich auch auf Gehaltsverhandlungen, fügte Herr Heitkamp hinzu.

Die Rückmeldung der BBSler für ihren Finanzexperten fiel dementsprechend aus: „Er konnte gut und verständlich erklären.“ „Die Art und Weise seiner Vorstellung war super.“ „Sein Insiderwissen war sehr interessant.“ lautete das Feedback. Abschließend bleibt zu hoffen, dass die Schülerinnen und Schüler diese wertvollen Tipps fürs Leben auch anwenden können und sie ihre Chancen nutzen, weil sie die Risiken kennen.


Westerwälder Gastronomienachwuchs holt sich in Frankreich kulinarische Tipps

Jugendaustausch zwischen BBS Betzdorf-Kirchen und Fachschule in Dijon intensiviert die Zusammenarbeit

Erstmals haben gastronomische Ausbildungsbetriebe der Region gemeinsam Auszubildende für ein vierwöchiges Praktikum nach Frankreich entsendet. In Beaune in der Region Burgund vermitteln ihnen Spitzenrestaurants und -hotels landestypische Kulinarik. Mit Inspirationen sowie neuen Kenntnissen und Fertigkeiten werden die Nachwuchskräfte ihre Betriebe im Westerwald bereichern und umgekehrt steigern diese ihre Attraktivität als Ausbildungsstätte.

Das Angebot ist das Ergebnis eines mittlerweile dreijährigen Austauschs zwischen den Gastronomie-Abteilungen der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen und der Fachschule „Lycée Le Castel“ in Dijon. Das von Studiendirektorin Ulrike Peters und Unternehmer Uwe Steiniger (Klostergastronomie Marienthal) auf deutscher Seite sowie Renaud Mourgues und François Stragier auf französischer Seite ins Leben gerufene Projekt gilt mittlerweile als beispielgebend. Es geht dabei über gelegentliche Besuche weit hinaus. Von Anfang an steckte man sich das Ziel, den Auszubildenden beider Nationen ein mehrwöchiges Praktikum im jeweils anderen Land zu ermöglichen. Als erste nutzen nun Yasemin und Nesrin Sezer (Klostergastronomie Marienthal) sowie Tim Zantis (Hotel Hammermühle, Mudenbach) die Möglichkeit. Renaud Mourgues und François Stragier haben hierfür renommierte Vorzeigebetriebe gewinnen können. Nach anfänglicher Nervosität bestätigen bereits die Nachwuchs-Gastronomen in einem Zwischenfazit, dass sie bestens aufgenommen wurden, schon einiges dazulernen durften und sicherlich ihre Erfahrungen weitergeben können.

Vor Praktikumsbeginn erkundeten 12 Azubis aus dem Kreis Altenkirchen eine Woche lang die Bezugsquellen der Gastronomie von Dijon: Eine Weinbergschnecken-Farm, eine Käserei sowie eine „Kulinarische Stadt-Rallye“ zeigten die Vielfalt regionaler Erzeuger auf. Die deutschen Schüler nahmen zudem am Unterricht der französischen Fachschüler teil. Aber auch die Freizeit wurde gemeinsam verbracht, was erneut Möglichkeiten „en masse“ bot, besondere Kulinarik zu erleben. Jean-Luc Dereclenne, der Leiter der Hotelfachschule im „Lycée Le Castel“, lud beispielsweise alle Projektbeteiligten ins Restaurant „Villa Vauban“ zum Dîner ein. Neben dem Genuss französischer Gaumenfreuden wurde viel erzählt und viel gelacht. Höhepunkt war einmal mehr der deutsch-französische Abend im „Salon Gustave Eiffel“. Hierbei zeigten die Auszubildenden, zu was sie gemeinsam im Stande sind: ein vortreffliches Vier-Gänge-Menü samt herausragendem Service. Zu den Gästen zählten der stellvertretende Bürgermeister Dijons, Patrice Chateau, die Direktorin des Lyzeums, Françoise Tancogne-Riviere, sowie Bernhard Schaupp vom „Haus Rheinland-Pfalz“.

Die Grußworte machten deutlich, welch hohe Wertschätzung dieser Austausch erfährt. Als Schirmherr des Projekts erinnerte Uwe Steiniger an Zeiten von Grenzkontrollen, Geldumtausch und gegenseitigem Misstrauen: „Es klingt verrückt, aber es gibt tatsächlich Leute, die wollen dahin zurück. Unsere Jugend aber lässt sich nicht beirren, sie lernen zusammen und sie lachen zusammen. All das ist viel stärker als die seltsamen Ideen solcher komischen Leute“. Den Beweis dafür erbrachten die deutsch-französischen Schüler die gesamte Woche über und wurden mit viel Applaus dafür bedacht. Ulrike Peters bedankte sich bei den Ausbildunsgsbetrieben im Landkreis Altenkirchen, ohne die das nicht möglich sei. Im kommenden Jahr erwartet man nicht nur den Gegenbesuch, sondern ebenso einige französische Schüler, welche die Westerwälder Gastronomie im bis zu 4 monatigen Praktikum kennen lernen wollen. „Es bleibt spannend, vor allem aber lebendig. Hiervon profitieren wir letztlich alle“, so Ulrike Peters.

Klimatechnik vs. Klimaerwärmung

Einer der besten Sommer in den letzten zehn Jahren liegt hinter uns. Durch seine hohen Temperaturen hat er den durchschnittlichen Grillfleischverbrauch in deutschen Haushalten sicherlich gesteigert. Aber gleichzeitig wohl auch die Nachfrage nach Klimaanlagen.

„Das Thema Kältetechnik wird immer wichtiger“, fasst es André Kraft, Lehrer an der BBS Betzdorf-Kirchen zusammen. Grund genug für ihn, nach einem externen Fachmann auf diesem Gebiet zu suchen, durch den seine Schüler wertvolle Impulse aus der Praxis bekommen können. Mit Ausbilder Werner Hutner, der einen erfolgreichen Familienbetrieb in Windeck leitet, war der gesuchte Experte schnell gefunden. Hutner erklärte sich ohne Zögern bereit, an die BBS Betzdorf-Kirchen zu kommen, um dort eine Schulung mit den angehenden Anlagentechnikern im Bereich Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik durchzuführen.

Mit Hilfe eines praktischen Versuchs über Kältetechnik demonstrierte Hutner den interessierten Zuhörern dabei den Aufbau und die Funktionsweise von Kälteanlagen. Diese hatten zusätzlich die Möglichkeit, alle relevanten Bauteile während des Versuchs auch einmal anzufassen. Somit konnte das theoretische Wissen über den Hauptsatz der Thermodynamik und der damit verbundenen Energiekreislauf auch einmal direkt gefühlt werden. Kurz gesagt: Wenn es irgendwo kalt wird, wird es woanders heiß.

Darüber hinaus beinhaltete das dargestellte Experiment auch eine Fehlersimulation, bei der die damit verbundene Systemveränderung beobachtet werden konnte. Hier wurde den Azubis dann auch deutlich, wie wichtig eine regelmäßige Wartung und Reinigung der Anlagen ist. Zu guter Letzt wurde die Geschichte der Kältetechnik besprochen. Diese reicht bis zur industriellen Revolution ins Jahr 1870 zurück und entwickelte sich seitdem zu einem umfangreichen und sensiblen Aufgabengebiet. Bis heute liegt der Schwerpunkt dieses Bereiches in der Suche nach neuen innovativen und umweltschonenden Technologien für hohe Wirkungsgrade und eine optimale Energieeffizienz.

„Ich habe meine Schüler als sehr aufmerksam wahrgenommen“, bilanzierte André Kraft am Ende des Tages. „Der Exkurs mit Werner Hutner ergänzt das Lernfeld 14 „Klimatechnik“ ideal und wir werden diese Schulung in Abstimmung mit Herrn Hutner nun jährlich in den Unterricht integrieren“, ergänzte Kraft rundum zufrieden.

Die nächsten heißen Sommer können also kommen!


Pascal Pult ist bester Azubi im Kammerbezirk

Platz 1 von 5451! Die Krone für die beste Abschlussprüfung im IHK-Bezirk Koblenz ging in diesem Jahr an Pascal Pult von der BBS Betzdorf-Kirchen.

Insgesamt 421 frisch ausgebildete junge Menschen wurden am 19.09. in der Rhein-Mosel-Halle Koblenz vor über 1.200 Gästen für hervorragende Leistungen in ihren Abschlussprüfungen geehrt. Einer davon ist der jetzt ausgelernte Verkäufer Pascal Pult, der seine Ausbildung im Rewe XL in Herdorf absolviert hat und seit zwei Jahren Schüler der BBS Betzdorf-Kirchen ist. 99,65 von möglichen 100 Punkten erzielte Pult in seiner Prüfung und legte damit das beste Ergebnis aller angetretenen Teilnehmer in diesem Herbst hin. Ein Traumresultat, das jedoch nicht vom Himmel fällt. „Man muss schon sein Zeug machen“, erklärte Pult und erinnerte damit an Skispringer Sven Hannawald, der damals diesen Satz beim Gewinn der Vierschanzentournee berühmt machte. Neben Fleiß und Ehrgeiz haben aber auch die Schule und der Ausbildungsbetrieb einiges zu seinem Erfolg beigetragen, ergänzte er. Grundlegend für diese Leistung sei aber das Interesse an seinem Beruf!

Als IHK-Azubibotschafter wird Pult demnächst versuchen, gerade dieses Interesse bei potenziellen Nachwuchsverkäufern in den Sekundarstufen der umliegenden Schulen zu entfachen, indem er sein Berufsbild vorstellt.

„Mit den hervorragenden Prüfungsergebnissen haben Sie die Basis für Ihren zukünftigen beruflichen Erfolg gelegt“, prophezeite IHK-Präsidentin Frau Szczesny-Oßing den Geehrten im Rahmen der Feierlichkeiten. Die Zukunft von Pascal Pult mündet zunächst einmal im dritten Lehrjahr, das mit dem Abschluss des Kaufmanns im Einzelhandel im Juni 2019 endet. Mittelfristig strebt Pult eine Position in der Marktleitung an. Das Zeug dafür hat er, weiß auch sein Klassenlehrer an der BBS, Andreas Kinkel, der ihn zwei Jahre lang eng begleitete. „Pascal war immer ein sehr leistungsstarker und an den Lehrinhalten interessierter Schüler. Gerne übernimmt er Führungsaufgaben und ist bestrebt, die Karrierechancen im Einzelhandel wahrzunehmen“, beschrieb Herr Kinkel seinen Schüler gerne auf Nachfrage.

Nächster Stopp: Berlin! Denn dort findet am 3. Dezember die Bundesbestenfeier aller Bundesländer statt. Und wer weiß, ob 99,65 % nicht sogar für noch mehr als den „IHK-Rheinlandmeistertitel“ reichen.


500 Brote für Betzdorf

Zum insgesamt 6. Mal wurde am 15. Mai 2018 der Tag des Deutschen Brotes bundesweit gefeiert. Das Besondere am Bäckereihandwerk ist, dass es ihm - trotz einer über 8000-jährigen Geschichte – fortwährend gelingt, die Brotbackkunst neu zu interpretieren. „Ob Klassiker wie Roggenmischbrot, regionalspezifische Rezepturen oder spannende Kreationen wie ein Maronen-Trüffel-Baguette – Brot ist einfach in aller Munde“, beschreibt Michael Wippler, Präsident des Deutschen Bäckerhandwerks seine Zunft.

Für die angehenden Bäcker und Bäckereifachverkäuferinnen an der BBS Betzdorf-Kirchen sollte dieser Tag auch nicht alltäglich werden. Insgesamt 16 Schülerinnen und Schülern des zweiten Ausbildungsjahres machten sich, gemeinsam mit ihrer Lehrerin Marion Pfeiffer, auf den Weg in die Betzdorfer Innenstadt. Dort wartete Bäckermeister Dirk Müller mit seinem mobilen Holzbackofen auf die Verstärkung der BBS. Über 500 Brote backte er an diesem Tage vor Ort. Diese wurden dann durch die 16 Azubis auf dem Betzdorfer Wochenmarkt an die Marktbesucher verschenkt, die im Gegenzug gerne eine Spende für die Betzdorfer Jugendhilfe gaben. Diese Vorgehensweise hatte die Bäckerinnung so beschlossen.

Doch für die angehenden Fachkräfte blieb es nicht beim Verteilen der Brote. Sie hatten sich im Vorfeld intensiv auf die Aktion vorbereitet und u. a. einen Flyer über ihre Ausbildung entwickelt, den sie auf diesem Wege ebenfalls unter die Leute brachten. Außerdem nutzten sie die Chance, mit Hilfe eines eigens entworfenen Fragebogens, das Essverhalten und die Konsumgewohnheiten der Betzdorfer bezüglich des Grundnahrungsmittels Brot zu erkunden. Dabei erhielten sie umfassende Informationen darüber, wo der Kunde sein Brot kauft, zu welcher Tageszeit er es verzehrt, welches Brot er am liebsten isst und vieles mehr. Die Auswertung der Befragung soll in den nächsten Unterrichtsstunden erfolgen und die Ergebnisse an die Bäckerinnung weitergegeben werden.

Neben Motivation und Durchhaltevermögen bewiesen die Schülerinnen und Schüler auch ihre Talente im kreativen Bereich. Während einige Bäckereifachverkäuferinnen die frischen Brote mit einem selbst gefertigten Dipp zum Verzehr anboten, sorgten die beiden Azubis Jacqueline und Melissa mit einem Kinderschminken für ein schönes Rahmenprogramm, welches dankend angenommen wurde. Die baldigen Bäckergesellen Matthis und Steven sorgten gleichzeitig dafür, dass der mobile Holzbackofen noch mobiler wurde.

Sie nahmen sich kurzerhand einen Brotkorb zwischen sich und liefen damit über den gesamten Markt.

Zusammengefasst sprach die verantwortliche Lehrerin, Frau Pfeiffer, von einem guten Tag für die Marktbesucher, für das deutsche Bäckerhandwerk und natürlich auch für ihre Schülerinnen und Schüler.


174 „besondere Leistungen“

„Es ist ein Ziel, ein Endpunkt, aber auch die Basis für den Berufseinstieg.“ So beschrieb Michael Schimmel, Schulleiter der BBS Betzdorf-Kirchen, die über 170 erfolgreichen Abschlüsse der Berufsausbildung. Die insgesamt 21 verschiedenen Ausbildungsgänge, in denen die Ex-Azubis dabei unterwegs waren, verdeutlichten außerdem die Vielfalt der Berufsausbildung im Landkreis, ergänzte er. Dazu zählen die Metallberufe, Lagerberufe, Elektroberufe, IT-Berufe, das Gastgewerbe, die zeichnerischen Berufe, Technische Produktdesigner und Sytemplaner, sowie die kaufmännischen Berufe. In diesem Zusammenhang unterstrich Herr Schimmel auch noch einmal die Erfolgsgeschichte der dualen Ausbildung - sowohl für die Betriebe als auch für die Auszubildenden.

 

„Dafür beneidet uns die ganze Welt“, bekräftigte diesbezüglich Christoph Böhmer, Beiratsvorsitzender der IHK-Geschäftsstelle Altenkirchen, in seinen Worten an die jungen Berufseinsteiger. Die IHK-Ausbildung, die sie nun geschafft hätten, sei anspruchsvoll und qualitativ hochwertig. Damit hätten sie bewiesen, dass sie engagiert, belastbar und leistungsfähig sind. Nun seien sie ausgebildete Fachkräfte mit exzellenten Karrierechancen im Landkreis Altenkirchen. Zuletzt dankte Herr Böhmer noch den beiden Berufsschulen in Betzdorf-Kirchen und Wissen, allen ausbildenden Unternehmen sowie den über 80 Personen, die allein im Kreis Altenkirchen als ehrenamtliche Prüfer im Einsatz waren. Nach dem Song „Stand by me“ von der Lehrerband Pädpur, die dem Abend einen ansprechenden musikalischen Rahmen verliehen, erfolgte schlussendlich der eigentliche Höhepunkt der Veranstaltung – die IHK-Zeugnisvergabe durch Silke Baudendistel. Berufsschul- und IHK-Abschlusszeugnisse erhielten:

 

Kaufmännische Ausbildungsberufe Bankkaufleute: Fabian Broich, Tanja Landskron, Andreas Müller, Isabella Krah, Ricarda Schmalzbauer (alle Westerwald Bank, Volks- und Raiffeisenbank, Hachenburg), Jana Buchen, Larissa-Adriana Errico, Lena Grabowsky, Dominik Mohr, Angelina Pfeifer, Rebecca Röttgen, Tobias Schmitz, Philipp-Bernd Weber (alle Sparkasse Westerwald-Sieg, Bad Marienberg), Laura Larissa Laszlo, Marius Mertens (beide Volksbank Daaden). Fachinformatiker: Claudia Schwab (externe Anmeldung), Daniel Stünn (Thomas Magnete, Herdorf), Artur Wedel (externe Anmeldung). Fachkräfte für Lagerlogistik: Sebastian Knaup (Medica-Technik, Brachbach), Timo Pauls. Fachpraktiker Küche (Beiköche): Florian Schlawin (CJD Jugenddorf Wissen im Verbund NRW Süd/Rheinland, Wissen) Industriekaufleute: Niklas Bastisch (Becker Profile, Friedewald), Niklas Becker (Kleusberg, Wissen), Carolin Dieckmann (Roth+Weber, Niederdreisbach), Michelle Ecke (Walter Henrich, Daaden), Beate Freier, Elisa Henrichs (beide DC-Datacenter-Group, Wallmenroth), Paul Fronk, Miriam Melzbach (beide Kölner Wirtschaftsfachschule für theoretische und angew. Betriebswirtschaft, Altenkirchen), Jacqueline Henkes, Marvin Hornickel (beide Alho Systembau, Friesenhagen), Laura Kühnel (MSP Druck und Medien, Mudersbach), Maxine Pritz (Maschinenbau Böhmer, Steinebach), Carolin Rzatkowski (DAA, Betzdorf), Martin Schneider (Werit Sanitär- und Kunststofftechnik, Buchholz) Karina Tullius (Werit-Kunststoffwerke W. Schneider, Altenkirchen), Christian Wienand (Durel, Neitersen). Kaufleute für Büromanagement: Petra Barbu, Jessica Limbach, Sigrid Müller (alle Kölner Wirtschaftsfachschule für theoretische und angew. Betriebswirtschaft, Altenkirchen), Sara Hecht (Sachverständigenbüro Bergk, Altenkirchen). Kaufleute im Einzelhandel: Dana Hochhardt (Sandra Arndt, Elkenroth), David Oberender (R-Kauf Märkte, Elkenroth). Kaufleute im Groß- und Außenhandel: Anna Maria Haas, Kim-Sophie Wilhelm (beide Troika Germany, Müschenbach), Philipp Maurice Hauck (Unimet Zentrallager West , Hachenburg), Fabian Hergesell (Weller, Altenkirchen). Verkäufer: Jessica Rößner (KiK Textilien und Non-Food GmbH, Bönen), Franziska Hüsch Gewerblich-technische Ausbildungsberufe Anlagenmechaniker: Niklas Aroldt, Dominik Hofmann, Ferris Kurz-Wollenhaupt, Yannick Leon Weber (alle Tube-Tec, Nistertal), Fabio Petermann (Stadtwerke Wissen), Moritz Hoffmann, Jan-Niclas Keßler, Collin Okuonghae (alle WEW Container Systems, Weitefeld). Bauzeichner: Robin Graf, Marie Schönborn (beide Kleusberg, Wissen). Elektroniker für Betriebstechnik: Alexander Hachenberg (Georg Maschinentechnik, Neitersen), Felix Hammer (Krifft & Zipsner Maschinenbau, Steinebach), David Mroz (Faurecia, Scheuerfeld), Jan Janssen, Nicolas Treu (beide Elektrosteuerungsbau Fries, Niederfischbach), Justin Leicher (Rikutec, Altenkirchen), Rudolf Leischmidt, Jan-Lucas Schwinn, Alexander Zöller (alle ROX Klimatechnik, Weitefeld), Philipp Leneke (Muhr & Bender, Daaden), Christian Schäfer (AKL-tec, Alsdorf), Leon Sebastian Wieler, Florian Wydra (beide TMD Friction, Hamm). Fachkräfte für Metalltechnik: Robin-Maurizio Nowak (Tube-Tec, Nistertal). Industriemechaniker: Julian Becker (Becker Profile, Friedewald), Julian Berglesow (Werit-Kunststoffwerke, Altenkirchen), Tobias Braun (Nimak, Wissen), Jonas Gehlen (Walter Th. Hennecke, Neustadt/Wied), Lucas Donath, Pascal René Lenz, Jonas Müller, Philipp Wiederstein (alle Muhr & Bender, Daaden), Tobias Franken, Robin Pletz, Alex Ernst Schweizer (alle TMD Friction, Hamm), Leon Jung (Georg Maschinentechnik, Neitersen), Rudi Löwen (Schelhaas & Edl, Steinebach), Daniel Müller, Marvin Panhaus (beide ATM, Mammelzen), Moritz Müller, Valentin Richter (beide Federal-Mogul, Herdorf). Konstruktionsmechaniker: Marvin Benner, Maximilian Hüsch (beide AMS, Elkenroth), Dennis Kaiser (Aldorf Maschinenbau, Linden), Jannik Kranz (Krifft & Zipsner, Steinebach), Dennis Neugebauer, Jonas Retz (beide STA, Hamm), Marcel Rath (Alho, Friesenhagen), Steffen Riewe (Treif, Oberlahr), Matthias Urban (K.L.P. Metall-Innovationen, Roth), Philipp Heinz-Helmut Weber (Kleusberg, Wissen), Lukas Engelbert. Maschinen- und Anlagenführer: Felix Rothe (Tube-Tec, Nistertal) Mechatroniker: Brian Bartels, Niklas Höbel (beide Gestamp Griwe Westerburg), Dennis Braun (ATM, Mammelzen), Christian Karmann (AVX Interconnect Europe), Marcel Reinhardt (Muhr & Bender, Daaden), Philip Schepp (Pintsch Bubenzer, Kirchen), Michael Lopez Selles (Bartolosch, Friedewald), Janosch Taxacher (AMI Förder- und Lagertechnik, Luckenbach), Adrian Ueckerseifer, Jenny Weinbrenner (beide Thomas Magnete, Herdorf), Jürgen Utsch (F.A.T. Förder- und Anlagentechnik, Niederfischbach). Technische Produktdesigner: Marcel Birk (Tube-Tec, Nistertal), Lena Marie Fuchs (Munsch-Chemie-Pumpen, Ransbach-Baumbach), Darlene Hammen, Lara Denise Wessler (beide AVX Interconnect Europe), Benedikt Hartmann (Gebr. Schumacher, Eichelhardt), Philip Hering, Timo Rusert, Sina Schüchen (alle Vecoplan, Bad Marienberg), Marcel Jung, Simeon Urschel (beide Rudnick & Enners Maschinen- und Anlagenbau, Alpenrod), Tim Leichsenring (CMI UVK, Montabaur), Julian Mönch (Accuride International, Diez), Artur Penner (Rikutec, Altenkirchen), Anita Rempel (Schütz, Selters), Patric Seiler (ZENO, Norken), Julian Weddy-Poenicke (romwell, Breitscheidt), Kim-Laura Zimmermann (Karl Georg, Ingelbach-Bahnhof). Technische Systemplaner: Janosh Hering (Zoth, Westernohe), Angelina Lemmer (Ebener, Bad Marienberg), Andreas Pleis (STA, Hamm), Leon Schmidt (Säbu, Morsbach). Werkzeugmechaniker: Dmitrij Dil, Aaron Alexander Giebeler (beide AVX Interconnect Europe), Lukas Halbe (Muhr & Bender, Daaden), Robin Strauch (Walter Henrich, Daaden), Julian Stünn (Thomas Magnete, Herdorf), Tobias Vohl (Stanztechnik Schulte, Altenkirchen), Robin von Weschpfennig (Rexnord, Betzdorf). Zerspanungsmechaniker: Patrick Bangel (Feckler, Mudersbach), Leon Bläcker (EWM, Eichelhardt), Julian Eichelhardt (ATM, Mammelzen), Guiliano Errico, Hans-Peter Wienand (Karl Georg, Ingelbach-Bahnhof), Marcel Flemming (DAA, Betzdorf), Maximilian Groos (Pintsch Bubenzer, Wehbach), Andre Hensel (Ising Mechanische Bearbeitung, Kirchen), Luis Kipping, Fabian Stolz (beide Thomas Magnete, Herdorf), Dennis Krämer (Treif, Oberlahr), Dominik Noll, Fabian Schulz, Shannon Tamara Sehring (alle Jankowski, Horhausen), Gero Rosenkranz, Jan-Lukas Traut (beide Bartolosch, Friedewald), Robin Schütz (Federal-Mogul, Herdorf), Luca-Maurice Wirges (Ernst Berger & Söhne Juwel-Schraubtechnik, Wissen), Daniel Wolf (KAT, Schutzbach).


Neue Techniken für die Werkzeugmechaniker

„Viele Wege führen nach Rom“, lautet ein allseits bekanntes Sprichwort. Wer gerade eine Ausbildung zum Werkzeugmechaniker absolviert, könnte völlig berechtigt annehmen, dass dieser Spruch für ihr Berufsbild formuliert wurde. Es ist jedenfalls die Quintessenz eines extrem beeindruckenden Exkursionstages eines Dutzend Schülerinnen und Schüler der BBS Betzdorf-Kirchen.

Gemeint ist das zweite und dritte Ausbildungsjahr der Werkzeugmechaniker. Gemeinsam mit ihrem Lehrer Andreas Müller tauschten sie an einem Tag ihr Klassenzimmer gegen die Werkshallen gleich zweier namhafter Unternehmen der Region. Ihr erstes Ziel am frühen Morgen war die Firma Werit in Altenkirchen. Hier zeigte sich Ausbildungsleiter Volker Müller dafür verantwortlich, dass das zweieinhalbstündige Zeitfenster effektiv genutzt wurde. Nach einer kurzen Firmenvorstellung des Betriebes, der seinen Schwerpunkt in der Kunststoff-, Spritz- und Blastechnik hat, ging es für die Auszubildenden direkt in die Praxis. Unter den Spezialmaschinen der jeweiligen Techniken ist dabei vor allem eine Senkerodiermaschine zu erwähnen, die nur sehr wenige Unternehmen besitzen und die den Schülerinnen und Schülern aus Betzdorf-Kirchen perfekt erklärt und anschließend in Aktion vorgeführt wurde. Außerdem lernten die angehenden Werkzeugmechaniker dabei auch den Werkzeugbau der Firma kennen, der eine gewichtige Rolle in Ausbildungsordnung und Lehrplan darstellt. Abschließend nahm sich Herr Volker Müller von Werit noch einmal Zeit, um im Besprechungsraum die gewonnenen Eindrücke reflektieren zu lassen und alle offenen Fragen zu klären.

Danach ging es ohne große Pause weiter nach Eichelhardt zur Firma Gebrüder Schumacher. Betriebsleiter Jörg Puttkereit, der die jungen Nachwuchskräfte gegen Mittag im firmeneigenen Konferenzraum begrüßte, nutzte in Absprache mit deren Lehrer, Herr Müller, stets die Fachsprache in seinen Ausführungen. Das Unternehmen aus Eichelhardt ist vornehmlich auf die Agrartechnik spezialisiert und zeichnet sich vor allem durch einen hohen Grad an Automation aus. Außerdem nutzt es eine fünfachsige Fräsmaschine mit insgesamt über 60 Werkzeugen. Darüber hinaus verfügt der mittlerweile international agierende Betrieb eine Drahterodiermaschine, die ein berührungsloses Ausschneiden von Profilen ermöglicht.

Das auch hier zum Ende hin stattfindende Gespräch mit den Auszubildenden fasste den Tag treffend zusammen. Sie meldeten zurück, sehr viel Neues und vor allem Interessantes gesehen zu haben. In ihren Betrieben kommen sie häufig nur mit der Schneidtechnik oder mit der Spritzgießtechnik in Kontakt. Durch die zwei Betriebsbesichtigungen konnten sie wertvolle Impulse aus beiden Technikarten sammeln.

Herr Müller konnte das positive Feedback seiner Schülerinnen und Schüler nur bekräftigen und hob zusätzlich das freundliche Entgegenkommen der Verantwortlichen beider Firmen hervor. Vielen Dank dafür!


Praktikum bei Sterneköchin Julia Komp

Gute Leistungen zahlen sich aus! Nachdem Yasemin Sezer, Auszubildende zur Köchin und Schülerin an der BBS Betzdorf-Kirchen, in den vergangenen Jahren gleich an mehreren regionalen und überregionalen Wettbewerben erfolgreich teilgenommen hatte, geriet sie immer weiter ins Blickfeld der Spitzengastronomie. Dort ist auch Julia Komp aktiv. Die 28-Jährige hat jetzt schon eine beeindruckende Karriere hinter sich, ist Deutschlands jüngste Sterneköchin und war schon etliche Male im TV zu sehen. Unbestritten gehört sie zu den Besten ihres Fachs und fungiert aktuell als Küchenchefin auf Schloss Loersfeld in Kerpen. Genau dorthin lud sie Yasemin Sezer zu einem kostenlosen Praktikum ein. Sogar die Unterkunft wurde durch den Patron des Schlosses, Thomas Bellefontain, zur Verfügung gestellt. Also zusammengefasst: Ein Angebot, das man nicht ausschlagen kann.

Das tat Yasemin Sezer auch nicht. Wissbegierig und voller Tatendrang startete sie in das nächste Abenteuer ihrer noch jungen Laufbahn. „Ich war direkt mittendrin! Das Team nahm mich sehr kollegial auf“, berichtete Sezer von ihrem ersten Eindruck. „Auch Julia Komp nahm sich viel Zeit für mich, obwohl das Restaurant stets gut gefüllt war. Sie ließ keine Frage unbeantwortet, brachte mir etliche neue Fingerfertigkeiten bei und zeigte mir Tricks und Kniffe“, ergänzte die Schülerin.

Die Wertschätzung sollte indes nicht auf Einseitigkeit beruhen. Julia Komp attestierte Uwe Steiniger, dem Ausbilder von Yasemin Sezer im Kloster Marienthal, dass diese einen sehr guten Job gemacht habe und jederzeit gerne auf Schloss Loersfeld wiederkommen dürfe. Die Frage, ob sich Steiniger Sorgen machen müsse, seine engagierte Nachwuchsköchin zu verlieren, wimmelte diese jedoch ab: „Ich arbeite mit meinem Chef an einem ganz tollen Projekt, das hat nach der Prüfung absolute Priorität. Ich möchte auf jeden Fall weiter in der gehobenen Gastronomie arbeiten und wer weiß, vielleicht schaffe ich es eines Tages auch ganz nach oben?! Jetzt muss ich aber erst einmal meine Abschlussprüfung bestehen“


Tapetenwechsel mit Feuereifer

„Eine sehr gute Truppe, die interessiert und diszipliniert mitgearbeitet hat.“ So beschrieb Jörg Karthaus, Referent der A.S. Création AG, die Klasse BS ML 15A+.

Hinter dieser Bezeichnung verbergen sich die angehenden Maler und Lackierer des 2. und 3. Lehrjahres an der BBS Betzdorf-Kirchen. Die A.S. Création AG ist aktuell der jüngste Tapetenhersteller in Deutschland und heute einer der Marktführer in ganz Europa. Aus dieser entstand im Jahr 2000 die gemeinnützige A.S. Création Tapetenstiftung, welche abseits des alltäglichen Tapetengeschäfts Aktivitäten initiiert und unterstützt, die das Image und die öffentliche Wahrnehmung des Produktes „Tapete“ stärken. Beispiele dieser Aktivitäten sind die von Jörg Karthaus durchgeführten Tapeten-Verarbeitungsseminare. Sie werden für Schüler kostenlos in zahlreichen Berufsschulen angeboten und bieten einen enormen Mehrwert. Gründe genug für die beiden verantwortlichen Lehrerinnen Natalie Glenske und Claudia Böhm, die Offerte ihres Stammtapetenlieferantes anzunehmen.

In einem Zeitraum von insgesamt acht Schulstunden referierte Herr Karthaus zunächst über verschiedene Tapetenarten, Untergrundvorbereitungen, Tapetenverarbeitung und –symbole. An mitgebrachte Mustertapeten veranschaulichte er seine Ausführungen und gab den einen oder anderen wertvollen Tipp aus seiner eigenen Erfahrung weiter. Anschließend begann die Praxisphase für die insgesamt 20 Azubis. Von der Papier- bis hin zur Metalltapete durften sich die angehenden Maler und Lackierer unter professioneller Anleitung ausprobieren. Dabei arbeiteten sie an denselben Arbeitskojen, die sie auch bei den unlängst anstehenden Zwischen- und Abschlussprüfungen nutzen werden. So erhielten sie neben dem beschriebenen fachlichen und methodischen Know-How auch noch eine bestmögliche Prüfungsvorbereitung zur richtigen Zeit.

Im letzten Abschnitt des Seminares teilte Herr Karthaus als Ergebnissicherung jedem Schüler sorgfältig zusammengestellte Arbeitsblätter aus, die gemeinsam ausgefüllt wurden und fortan als Nachschlagewerk dienen können. Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer eine Urkunde, die jede Bewerbung aufwerten wird.

Lehrerin Frau Glenske nahm ihre Schüler an diesem Tag ebenfalls sehr interessiert wahr und bescheinigte ihnen, mit Feuereifer dabei gewesen zu sein. Außerdem erklärte sie, dass viele Auszubildenden mit den teilweise sehr hochwertigen und besonderen Tapeten in ihren Betrieben noch nicht in Berührung gekommen seien und sich somit durch dieses Seminar eine perfekte Verknüpfung von Theorie und Praxis in Lernfeld 8 (Oberflächen und Objekte bearbeiten und gestalten) ermöglichen ließ. Herr Karthaus stellte neben dem Eifer aller Teilnehmer abschließend auch die hohe Qualität der Arbeitsergebnisse hervor.


„Über den Tellerrand hinausgeschaut“

Insgesamt fünf Tage verbrachten die Freunde der Gastronomiefachschule „Le Castel“ aus Dijon in Deutschland – und dabei drehte sich nicht alles um das, was sich auf dem Teller befindet.

Bereits zum zweiten Mal besuchte eine französische Delegation aus der Region Burgund die BBS Betzdorf-Kirchen. Jeweils ein halbes Jahr später erfolgt dann regelmäßig der Gegenbesuch in Frankreich. Dieses partnerschaftliche Verhältnis hatte seinen Ursprung 2016 in Prag. Dort trafen Ulrike Peters, die zuständige Abteilungsleiterin der BBS Betzdorf-Kirchen und ihr Pendant aus Dijon, Renaud Mourgues, das erste Mal im Rahmen eines vom rheinland-pfälzischen Ministeriums mitorganisierten Kooperationstreffen verschiedener Regionen aufeinander. Hier entstand die Idee, künftig gemeinsam zu arbeiten. Eine wunderbare Idee, wie sich auch in der letzten Schulwoche vor den Osterferien wieder bestätigte.

Die insgesamt 14-köpfige Gruppe aus dem Nachbarland fand während ihres Aufenthaltes Unterschlupf im Kloster Marienthal, deren Inhaber Uwe Steiniger einer der Mitorganisatoren des Austausches ist und viele Aktionen auch direkt betreut. Der leidenschaftliche Koch sorgte also nicht nur regelmäßig für volle Mägen bei seinen Gästen, sondern auch dafür, dass sie ihren straffen Terminkalendar ausgeruht wahrnehmen konnten.

Los ging es am Dienstag zunächst mit ihrem „ersten Schultag“ an der BBS. Dort wartete zunächst ein von Schulleiter Michael Schimmel durchgeführter Schulrundgang auf die französischen Schülerinnen und Schüler. Da sie in Frankreich ein komplett anderes Schulsystem gewohnt sind, waren diese Einblicke in den Wochenablauf einer deutschen Schule umso interessanter, erklärte ihr mitgereister Deutschlehrer Francois Stragier. Im Anschluss wurde endlich das erste Mal gekocht. Zusammen mit den Schülern des ersten Ausbildungsjahres der verschiedenen Gastronomieberufe, die an der BBS gelehrt werden, wurde ein gemeinsames Mittagessen vorbereitet. Zusätzlich wurde der mobile Backes von Bäckermeister Dirk Müller genutzt. Am Nachmittag stand dann eine Betriebsbesichtigung der Hachenburger Brauerei an. Diese verdient den Titel „hautnah erleben“, da man direkt an den Braukesseln vorbeiläuft, berichtete Frau Peters.

Am Mittwoch starteten die Besucher nach Koblenz durch. Hier nahmen sie nach einer Koblenzer Stadtbesichtigung an einer Kräuterwanderung mit dem Sinziger Spitzenkoch Jean-Marie Dumaine teil. Dieser beeindruckte durch seine Leidenschaft und sensibilisierte für den Umstand, dass man beim Essen eine Geschichte über die Produkte erfahren sollte. Wahrscheinlich flossen nicht zuletzt jene Impulse in die Arbeit des Folgetages. Für den waren ein Fünf-Gang-Menü und eine Küchenparty an der Berufsbildenden Schule mit dem Titel „Himmel und Erde“ geplant. Dabei stand konsequenterweise das Kochen mit regionalen Produkten im Vordergrund. Ein Motto, das nicht zufällig gewählt wurde, wie Lehrerin Astrid Fischer erklärte: „Die Nachfrage in der Spitzengastronomie nach regionalen Produkten steigt stetig. Das Thema Nachhaltigkeit wird den Menschen in ganz Europa immer wichtiger. Außerdem wird auch der Stolz auf die Region positiv beeinflusst.“ Die insgesamt 30 Schülerinnen und Schüler aus Frankreich und Deutschland setzten das Motto jedenfalls exzellent um – und das blieb nicht unbemerkt. Landrat Michael Lieber, die beiden VG-Bürgermeister Bernd Brato und Mail Köhler, IHK-Geschäftsstellenleiter Oliver Rohrbach sowie Thomas Raabe von der ADD und zahlreiche Vertreter regionaler Betriebe waren gekommen, um sich die vielen kulinarischen Kreationen schmecken zu lassen. Ihr ausgesprochen positives Feedback war da sicherlich ein schöner Lohn für die handelnden Akteure. „Ihr habt sehr gut gekocht und der Landkreis wird dieses gelungene Projekt gerne auch weiterhin unterstützen“, sagte Michal Lieber. „Ich würde mich freuen, wenn ihr wiederkommt und wenn ich dann wieder eingeladen werde“, ergänzte Bernd Brato.

Auch die direkt Beteiligten zogen ein zufriedenes Resümee. „Es war wieder einmal schön zu sehen, dass Sprachbarrieren beim Kochen nicht unüberwindbar sind“, waren sich die betreuenden Lehrer Uwe Schmegner, Astrid Fischer, Marion Pfeiffer und Markus Becker unabhängig voneinander einig. Weiterhin lobten sie die bemerkenswerte Selbstständigkeit und die Disziplin der Nachwuchsköche. Frau Peters freute sich außerdem sehr darüber, dass auch ehemalige Schüler freiwillig den Weg zurück in die Schule fanden und tatkräftig mithalfen.

„Die Jugendlichen beider Länder waren jeweils sehr offen für die Kultur ihres Nachbarlandes“, beschrieb Francois Stragier seine Eindrücke. Man sei „begeistert aufeinander zugegangen.“ Außerdem merkte er an, dass nicht nur verschiedene Kulturen, sondern auch verschiedene Generationen erfolgreich miteinander gearbeitet haben.

Ein gemeinsamer Abend im Kloster Marienthal rundete den Aufenthalt der französischen Freunde im Westerwald schließlich ab und war gleichzeitig Startplatz der Planungen für September, wenn es für die Betzdorf-Kirchener wieder nach Frankreich geht.


BBS-Schüler nehmen erfolgreich an DEHOGA-Wettbewerb teil

Gold, Silber und Bronze gehen an die Schülerinnen und Schüler der BBS Betzdorf-Kirchen. Sie haben in Betzdorf bei den Regionalmeisterschaften des „Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes Rheinland-Pfalz“ der Köche und Hotelfachleute im Hotel „Breidenbacher Hof“ teilgenommen. DEHOGA-Landespräsident Gerion Haumann betonte allerdings bei der Preisverleihung mit Nachdruck, dass die Veranstaltung ausschließlich Sieger hervorgebracht hat. Der Wettbewerb ist nämlich sowohl bei den Köchen als auch bei den Hotelfachleuten eng an den Ablauf der praktischen Abschlussprüfung angelehnt. Damit dient er als perfekte Vorbereitung für die Auszubildenden im letzten Lehrjahr. Die Köche erhalten hierbei einen bestimmten Warenkorb, aus dem sie ein vorgegebenes 3-Gänge-Menü für 10 Personen kochen müssen. Dabei werde auf eine wirtschaftliche Planung und Umsetzung geachtet, erklärte Markus Becker, Studienreferendar an der BBS und ehrenamtlich im Prüfungskomitee tätig. Des Weiteren spiele am Ende natürlich der Geschmack, das Anrichten auf dem Teller sowie der Umgang mit Hygienerichtlinien eine wichtige Rolle im Bewertungsverfahren, fügte Becker hinzu. Die Hotelfachleute wurden am selben Abend ebenfalls in einer Vielzahl von Bereichen geprüft. Astrid Fischer, Lehrerin an der BBS und ebenfalls ehrenamtlich im Prüfungsausschuss tätig, brachte hierbei Licht ins Dunkel. Sie beschrieb, dass die engagierten Teilnehmer - neben den Arbeiten im Hintergrund (z. B. Menükarten erstellen, Weine abstimmen, Rechnungen kalkulieren) - mit Argusaugen beim Service am Kunden beobachtet wurden. „Fühlen die Gäste sich wohl?“, „Werden die Gänge jeweils korrekt erklärt und ggfs. Nachfragen richtig beantwortet?“ stellen dahingehend wichtige Fragestellungen dar. Nach insgesamt mehr als 10 Stunden Arbeit, von denen die zufriedenen Gäste am Abend nur die letzten 3 live mitbekamen, stand dann das Endergebnis fest. Für die Schülerinnen und Schüler der BBS war dieses sehr erfreulich. Yasemin Sezer, deren Ausbildungsplatz sich an der Klostergastronomie Marienthal befindet, belegte Platz 3 bei den Köchen. Jasmin-Somaya Windhagen vom Sporthotel Glockenspitze siegte bei den Hotelfachleuten knapp vor ihrer Kollegin Lea Ajnik, die Platz 2 holte. Timo Bauer vom Wildparkhotel Bad Marienberg sicherte sich neben den wichtigen Erfahrungen der Veranstaltung einen geteilten vierten Platz. „Die guten Platzierungen sind vor dem Hintergrund, dass die Konkurrenz dieses Jahr sehr groß war, umso aussagekräftiger“, erklärte Frau Fischer. Einig war sie sich mit ihrer Abteilungsleiterin UIrike Peters, dass die angetretenen Schülerinnen und Schüler dieses tolle Feedback durch ihre Leidenschaft für den Beruf verdient haben.


Gerret Pieck besucht seine alte Schule

Mittlerweile ist er stellvertretender Küchenleiter im DRK Krankenhaus Altenkirchen-Hachenburg. Bis vor vier Jahren war der damals angehende Koch noch Schüler der BBS Betzdorf-Kirchen. Ein Zeitungsartikel über ihn brachte seine ehemalige Klassenleiterin Ulrike Peters auf die Idee, noch einmal Kontakt zu Herrn Pieck aufzunehmen. Aus der Idee der Kontaktaufnahme wurde schnell ein Besuchstermin an seiner alten Wirkungsstätte – und dieser sollte bestmöglich genutzt werden. Gerret Piecks Nachfolger, die jetzigen Auszubildenden im Gastgewerbe, erstellten im Vorfeld dieses Treffens einen langen Fragekatalog und waren gespannt auf die Antworten des Experten. Insgesamt drei volle Stunden nahm sich der mittlerweile gestandene Koch Zeit, um alles zu beantworten, was ihn seine interessierten Zuhörer fragten. Da Herr Pieck neben seinem Hauptberuf im DRK Krankenhaus auch noch in einem À-la-carte-Restaurant arbeitet, konnte er seine Erfahrungen mit Problemen und Herausforderungen aus mehreren Bereichen des Gastgewerbes in das Gespräch einfließen lassen. „Frau Müller möchte Pommes, weil sie keine Kartoffeln mag“, stand sinnbildlich für die vielen Sonderwünsche der Gäste, aber auch für die unumstößliche Tatsache, dass Geschmäcker eben einfach verschieden sind. Ob Hygiene, Bezahlung, Arbeitszeiten, Kochkleidung, Betriebsblindheit oder die Organisation im Einkauf - die Fachsimpelei tangierte so ziemlich jedes Thema der Branche. Herr Pieck verstand es dabei in schülergerechter Ansprache auf der einen Seite rechtliche Grundlagen kompetent zu erklären und auf der anderen Seite wertvolle Tipps für die Arbeit in der Praxis weiterzugeben. Seine Zuhörer an diesem Tage beschrieb Gerrit Pieck als sehr motiviert und interessiert, was man auch daran sehen könne, dass sie die Pausen durchgemacht hätten. Im Gegenzug stellten die Schülerinnen und Schüler Herrn Pieck ebenfalls ein sehr gutes Zeugnis für seinen Besuch aus. Nicht nur sein Wissen, sondern auch seine Art und seine Begeisterung für den Beruf zeichneten ihn dabei aus. Es bleibt abzuwarten, welche Geschichten die gegenwärtigen Azubis in den nächsten Jahren schreiben. Die BBS Betzdorf-Kirchen würde sich jedenfalls freuen, davon zu erfahren.


Unterricht im Umspannwerk

29 Millionen Menschen von Niedersachsen bis zu den Alpen werden mit Hilfe von ca. 11.000 Kilometer Stromleitungen versorgt! Bei diesen Größenordnungen ist es umso erwähnenswerter, wenn sich einer der wichtigsten Knotenpunkte dieses Netzes direkt vor der Haustür der BBS Betzdorf-Kirchen befindet. Studienrat Markus Löcherbach erkannte darin für seine Schülerinnen und Schüler der BSTZ 15 (Techn. Produktdesigner, drittes Lehrjahr) eine Fülle von Lernchancen im Bereich der elektrotechnischen Funktionseinheiten. Also kontaktierte er die Firma Amprion, welche als Übertragungsnetzbetreiber für eine zuverlässige und kosteneffiziente Stromübertragung verantwortlich ist. Dankenswerterweise entsendete Amprion ihren Pressesprecher Dr. Andreas Preuß, der extra aus Dortmund anreiste, um den jungen Auszubildenden einen wertvollen Einblick hinter die Kulissen dieses imposanten Umspannwerkes zu geben. „Früher war die Stromversorgung einfacher. Die Stromspitzen waren immer in den Halbzeitpausen von Länderspielen der deutschen Fußballnationalmannschaft. Da wurde der Kühlschrank geöffnet oder die Toilettenspülung betätigt“, erklärte Dr. Preuß. Heute stelle sich die Versorgung etwas komplizierter dar. Der Strom werde meist in den großen Wind- und Solarparks im Norden produziert, aber in den weitläufigen Industrieregionen im Süden benötigt und genau an dieser Stelle käme dann die Firma Aprion ins Spiel, fügte er hinzu. Neben den sehr interessanten Ausführungen von Dr. Preuß waren es aber auch die Dimensionen des Umspannwerkes, die bei allen Besuchern Eindruck hinterließen. Vor allem der 300 Tonnen schwere und mit 80 Tonnen Öl befüllte Transformator sind hier als Herzstück der Anlage zu nennen. Die Schülerinnen und Schüler werden ihre jeweiligen Beifahrer in Zukunft jedenfalls sicherlich alle mit Informationen versorgen, wenn sie die Steinerother Straße entlang des Umspannwerkes befahren.


Neuer Achsmesscomputer an der BBS

Die Verzahnung zwischen Theorie und Praxis funktioniert am besten, wenn professionelle Originalgeräte vor Ort zur Verfügung stehen. Deswegen ist es sehr erfreulich, dass es der BBS Betzdorf-Kirchen gelungen ist, seine Lehrwerkstatt um ein CCD-Achsmessgerät zu ergänzen. Dieses ist mit der neuesten Technik ausgestattet und ermöglicht eine menügeführte elektronische Achsvermessung, automatische Soll-Ist-Vergleiche, die Möglichkeit Kundenstämme anzulegen sowie eine Ergebnisdokumentation und -speicherung.

Für die angehenden Kraftfahrzeugmechatroniker an der BBS stellt die Neuanschaffung einen signifikanten Mehrwert da. Die Berufsschüler führen mit dem Gerät technische Übungen im prüfungsrelevanten Lernfeld „Fahrzeugvermessung“ durch, analysieren ermittelte Daten und leiten daraus die nötigen Konsequenzen ab. Ihr Lehrer Andreas Müller, der die Neuausstattung des Achsmesscomputers organisiert und koordiniert hatte, zeigte sich ebenfalls sehr zufrieden: „Das Gerät enthält alle Funktionen, die es haben muss, um den Schülern ein praxisnahes Arbeiten zu ermöglichen. Es wird exakt in dieser Form in Werkstätten genutzt.“ Außerdem lobte Herr Müller noch einmal explizit den reibungslosen Ablauf bei Transport, Montage und Einweisung durch Herrn Thorsten Gepardi von der Firma Twinbusch.


Die Mischung macht´s - Auszubildende des Bäckerhandwerks besuchen die Michelbacher Mühle

Theoretisch ist ihnen klar, wie sie Maltosezahlen bestimmen oder was sich hinter einem Amylogramm verbirgt. Die praktische Bedeutung dieser Parameter und deren unmittelbaren Einfluss auf die Verarbeitungseigenschaften von Mehl sahen sich ca. 35 Berufsschüler der BBS Betzdorf-Kirchen dann aber auch einmal direkt am Tatort an.

Gemeinsam mit ihren beiden Lehrern Marion Pfeiffer und Johannes Faber machten sie sich auf den Weg nach Michelbach. Dort befindet sich die aktuell größte Mühle im ganzen Landkreis. „Über 100 Tonnen Getreide fallen hier jeden Tag an“, erklärten die sachkundigen Müllermeister Herr Schumacher, Herr Hähre und Herr Gibhardt, während sie den Auszubildenden das über 100 Jahre alte Bauwerk zeigten.

Doch die alten Mauern sollten nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich die Mühle technisch auf dem neuesten Stand befindet und mittlerweile komplett computergesteuert wird. Allerdings komme es beim Vermahlen von Getreide weiterhin auf die Sensorik an und für eine gleichbleibende Weizenkleberqualität sei nach wie vor die Mischung entscheidend, erläuterte Herr Schumacher auf Nachfrage der interessierten Besucher. Abschließend werde die Qualität dann zusätzlich noch im hauseigenen Labor auf die nötige Lockerheit und Stabilität für ein Brotgerüst überprüft.

Die angehenden Bäcker erlebten dabei den gesamten Aufenthalt mit allen Sinnen. Sie durften die verschiedenen Getreide- und Mehlproben riechen, fühlen und schmecken. Dass am Ende des Tages gleich mehrere Auszubildende kiloweise Mehl mit nach Hause nahmen, ist wohl der beste Beweis für eine überzeugende Darstellung der Michelbacher Mühle. Sie ist außerdem ein schönes Beispiel für ein Unternehmen mit regionalem Charakter. Besitzer Eckhard Hassel kennt fast jeden Landwirt, Getreidehändler und Bäcker hier im Umkreis persönlich.

Die meisten der Betzdorfer Schüler kannten bisher nur das Michelbacher Mühlenlogo aus ihrem Betrieb. Das änderte sich an diesem erlebnisreichen Tag, den auch die beiden betreuenden Lehrer Marion Pfeiffer und Johannes Faber als sehr gelungen beschrieben. Außerdem dankten sie der Bäckerinnung Rhein-Westerwald, mit deren finanzieller Förderung diese Exkursion überhaupt erst möglich wurde.


Von der Schulbank auf die Schleuderplatte

Im dritten Lehrjahr zum KFZ-Mechatroniker oder zum Zerspanungsmechaniker ist die Hürde „Ausbildung“ noch nicht ganz genommen, aber dafür in den meisten Fällen eine andere – der 18. Geburtstag! Endlich darf man Auto fahren! In der Regel wird die Führerscheinprüfung jedoch abgelegt ohne auch nur einmal in eine Extremsituation gekommen zu sein. Diese sind dann dem Alltag vorbehalten und endet – vor allem bei Fahranfängern ohne Erfahrung – häufig mit dem ersten Unfall.

Eine Möglichkeit, diesem Szenarium vorzubeugen, ist ein Fahrsicherheitstraining. Aber das ist nicht billig und die wenigsten 18-Jährigen kommen auf die Idee einer solchen Investition. Ihr Lehrer Christoph Tietz jedoch schon. Bereits zum wiederholten Male verlagerte er den Unterricht vom Klassenzimmer auf den Verkehrssicherheitsplatz in Olpe. Diese Aktion wird dankenswerterweise von der Berufsgenossenschaft Holz und Metall finanziert, sodass der gesamte Tag für die Schüler kostenlos blieb. Auch ihre Betriebe unterstützen den Tag gerne und stellten ihre Azubis frei.

Nach einer kurzen Erwartungsabfrage durch die Trainer des betreibenden Vereins ging es dann auch schon los. Insgesamt neun Stunden gaben die angehenden Gesellen Gas. Eine Schleuderplatte, Wasserfontänen und weitere Hindernisse sorgten für unterschiedliche Parcours. Diese galt es, mit verschiedenen Anweisungen zu befahren. So erhielten die Fahranfänger wichtige Informationen zu Bremstechniken und Fahrphysik, entdeckten die Fliehkräfte auf eine neue Art, erprobten Gegenmaßnahmen beim Über- bzw. Untersteuern des Fahrzeugs und testeten verschiedene Bremsmethoden auf glatten Fahrbahnen. Kurzum – alles, was man außerhalb eines entsprechenden Übungsplatzes besser nicht trainiert. Im Anschluss an jedes Manöver wurde das Verhalten der jeweiligen Fahrer fachmännisch analysiert und reflektiert.

Das Fazit der BBS-Schüler fiel äußerst positiv aus. Sie alle sahen eine hohe Relevanz in diesem Tag und bewerteten die Simulation von Extremsituation als immens hilfreich. Außerdem habe es enorm viel Spaß gemacht. Auch Herr Tietz, der selbstverständlich ebenfalls am Steuer saß, war sehr zufrieden mit dem Tag. „Die Schüler werden für potenzielle Gefahren sensibilisiert und zum Nachdenken gebracht. Eine 30er-Zone hat schon seine Berechtigung“, bilanzierte er. Des Weiteren sprach er von einer schönen Gelegenheit, die Schüler auch einmal außerhalb des Klassenzimmers kennenzulernen.

Das Training für 2018 ist bereits in Planung.


Voneinander lernen heißt, einander verstehen!

Betzdorfer Berufsschüler zu Gast bei Freunden in Dijon

Wie kocht und backt man im Burgund, wie im Westerwald? Welche Produkte prägen die Speise- und Getränkekarten? Wo liegen die Unterschiede der jeweiligen Techniken und wie wird eigentlich in Frankreich serviert? Das sind nur einige von vielen Fragen, denen die Auszubildenden der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen in Dijon nachgingen.

Bereits im vergangenen Jahr wurde ein Austausch mit der französischen Partnerschule Lycée Le Castel im Fachbereich Gastronomie und Bäckerei vereinbart. Zu seiner Zeit besuchten die französischen Jugendliche Betzdorf. Nun reisten zwölf Auszubildende für fünf Tage nach Dijon. Begleitet wurden sie von ihren Fachlehrerinnen Astrid Fischer und Marion Pfeiffer sowie dem Küchenmeister Uwe Steiniger aus dem Kloster Marienthal, der sich als Ausbilder sehr für das Projekt engagiert.

Obwohl gleiche Bildungsabschlüsse angestrebt werden, unterscheiden sich die Ausbildungsverläufe erheblich: Während man in Deutschland auf das „Duale Ausbildungssystem“ mit den beiden Lernorten Betrieb und Berufsschule setzt, gibt es in Frankreich die vollschulische Ausbildung, in der man ganztägig die Fachschule besucht und Praktika in Betrieben der Umgebung absolviert.

In Dijon angekommen wurde den deutschen Schülern zunächst einmal ein interessanter Stadtrundgang in deutscher Sprache geboten. Der folgende Tag stand ganz im Zeichen des beruflichen Arbeitens, bei dem es keine Sprachbarrieren gab. Kommuniziert wurde in Deutsch, Französisch und auch in Englisch. Dennoch versicherten alle französischen und deutschen Auszubildende nach dem Besuch, zukünftig mehr Engagement beim Erlernen von Fremdsprachen zu zeigen. Lehrerin Marion Pfeiffer war von der Neugierde der Azubis aufeinander beeindruckt.

Neben gemeinsamem Unterricht und Praxisstunden, kam auch die kulturelle Seite nicht zu kurz. Die Gruppe besuchte eine Firma, die den traditionellen Cassis und andere Fruchtliköre herstellt und nahm an einer Verkostung teil. Frau Astrid Fischer sprach an dieser Stelle sogar von einem Highlight der ganzen Fahrt. Auf dem Programm standen ebenfalls klösterliche Weingüter, sowie die Stadt Beaune mit dem historischen Hospiz (siehe Bild). Ein weiterer Höhepunkt des Besuchs war ein französisch-deutscher Abend, bei dem der Nachwuchs aufzeigte, wie gut er zusammenarbeitet. Mit einem anspruchsvollen Menü wurde dabei einiges verlangt: „Mittelmaß: Non, merci!“.

So applaudierten rund 50 geladene Gäste nach dem Genuss der französisch- deutschen Gaumenfreuden, als die Jugendlichen Seite an Seite nach getaner Arbeit in den Saal marschierten. Grußworte machten deutlich, dass man den Austausch der französisch-deutschen Jugend außerordentlich begrüßt. Küchenmeister Steiniger bemerkte, dass dieser Austausch auch eine gesellschaftliche Aufgabe erfülle, „Das Zusammenstehen der Mitte Europas: Apprendre les uns des autres, signifie se comprendre – Voneinander lernen, heißt einander verstehen!“

Der Erfahrungsaustausch zeigte viele Gemeinsamkeiten auf. Aufgrund des tollen Miteinanders und der hervorragender Teamarbeit der Auszubildenden beider Länder, steht diese Partnerschaft mittlerweile für mehr als gegenseitige Besuche; vielmehr für gemeinsame Potenziale.

So erwarten die deutschen Auszubildenden freudig den nächsten Gegenbesuch der Franzosen im Frühjahr 2018!


Wenn in der Heizung Lernchancen sitzen...

Wie die Holzhackschnitzel aussehen, die das im vergangenen Dezember eröffnete neue Heizsystem der BBS Betzdorf-Kirchen am laufen halten, war bereits hinlänglich bekannt. Aber wie sehen die Unterrichtsmöglichkeiten aus, die diese Anlage bietet?

Diese Frage stellte sich Metalltechnik-Lehrer Andre Kraft und fand die Antwort in Lernfeld 9 des Lehrplans für Anlagenmechaniker. „Trinkwassererwärmungsanlagen installieren“ lautet der Name dieses Lernfelds, das den Schülerinnen und Schülern die Kompetenz ermöglichen soll, Warmwassersysteme nach energetischen Gesichtspunkten auszuwählen und zu installieren. Da bietet es sich an, die schuleigene Anlage, die ebenfalls aus energetischen Gründen ausgewählt wurde, unter die Lupe zu nehmen. Zu den interessierten Zuhörern zählten dabei erstmals die angehenden Anlagenmechaniker des zweiten Lehrjahres.

Zusammen mit Hausmeister Herr Manfred Theis erläuterte Herr Kraft den Auszubildenden den Aufbau, die Sicherheitsvorrichtungen, den Transportfluss sowie jegliche Sensoren und Bauteile zur sauberen Verbrennung direkt vor Ort. Nun wissen mindestens 20 junge Menschen mehr, auf welche Weise die Klimaziele des Landkreises Altenkirchen eingehalten werden. Und diese 20 haben im Anschluss die Aufgabe, dieses Wissen über selbsterstellte Präsentationen zu multiplizieren.

Doch die Arbeit lohnt sich. Die wenigsten Schüler haben im Rahmen ihrer Ausbildung eine derart dimensionierte Anlage bislang zu Gesicht bekommen und dementsprechend begeistert zeigte sich der Nachwuchs auch. Für Lehrer Andre Kraft war nicht zuletzt deswegen jetzt schon klar, dass die „Unterrichtseinheit in der Heizung“ zum festen Bestandteil der Ausbildung wird.


Frankreichaustausch bricht mit Klischees

„Wir dachten, in Deutschland besteht Essen in erster Linie aus Wurst.“ Diese Einschätzung eines französischen Schülers wurde in der vergangene Woche auf vielfaltige Art und Weise widerlegt. Eine Delegation der französischen Hotelschule Lycée Le Castel aus Dijon war zu Gast an der BBS Betzdorf-Kirchen. Damit revanchierten sich die Nachwuchskräfte für den Besuch einer Abordnung aus Deutschland im April diesen Jahres.

Wie bringt man nun den Gästen aus unserem Nachbarland die deutsche Küche und Kultur in den wenigen Tagen etwas näher? Mit dieser Frage beschäftigten sich Abteilungsleiterin Ulrike Peters und die beiden Lehrkräfte der BBS, Uwe Schmegner und Astrid Fischer ganz genau. Sie arbeiteten ein – in jeglicher Hinsicht – beeindruckendes Programm heraus.

Nachdem die aus der Weinregion Burgund stammenden Austauschschüler zunächst unsere Schule in einem Rundgang mit Schulleiter Michael Schimmel kennenlernten, stand der erste Ausflug an. Ziel war die Birkenhof-Brennerei in Nistertal, welche die Besucher vor allem mit der großen Auswahl ihrer Destillate überraschte. Eine originale Westerwälder Brotzeit und ein Abendessen im Wildpark Hotel rundete den Besuch ab, bevor es zurück in die Unterkunft (Kloster Marienthal) ging. Kräfte sammeln für den nächsten Tag war angesagt, denn Köln wartete darauf entdeckt zu werden. Neben dem Kölner Dom, einer Altstadt-Tour und dem Schokoladenmuseum, kehrte die Reisegruppe in insgesamt drei Brauhäuser (Früh, Peters Brauhaus, Sion) ein. Hierbei überzeugte die dort „nahe“ und „freundliche“ Stimmung unsere französischen Gäste. Sie beschrieben diesen besonderen Flair sogar teilweise als ihr persönliches Highlight der Fahrt. Genau das können sie zukünftig noch intensiver erleben, denn es gelang tatsächlich, in „Peters Brauhaus“ einige Praktikumsplätze für die Nachwuchskräfte aus Frankreich zu vermitteln. Anschließend begab man sich auf die Rücktour und dieser ergiebige, aber anstrengende Tag fand ein Ende. Am nächsten Morgen gab es dennoch keine Verschnaufpause – und es schien, als hätte die auch niemand gebraucht. Pünktlich um 9:30 Uhr begann der Praxistag an unserer Schule. Die französischen Schüler erschienen, wie es für sie gewohnt ist, in ihren als  Arbeitskleidung dienenden Anzügen. Sie machten auf ihre deutschen Kollegen, die angehenden Köche und Hotelfachleute, mal wieder einen „ausgesprochen disziplinierten“, „höflichen“ aber vor allem „hoch motivierten“ Eindruck. Küchenmeister und Ausbilder Uwe Steiniger, der bereits die Fahrt nach Dijon begleitete, zeigte und erklärte live vor mindestens einem Dutzend laufender Smartphone-Kameras, wie ein Reh zerlegt und für die weitere Verarbeitung vorbereitet wird. Anschließend galt es, an verschiedenen Stationen selbst einmal aktiv zu werden. So groß die sprachlichen Barrieren auch waren, die Verständigung über das Handeln zwischen französischen und deutschen Schülern litt darunter nicht, wie Ulrike Peters und Uwe Schmegner unabhänig voneinander berichteten. Die gemeinsame Leidenschaft für das Kochen verbindet die jungen Auszubildenden. Und diese Verbindung soll bestehen bleiben. Weitere Besuche und die Kontaktpflege sind geplant, wie Astrid Fischer verriet. Darüber würden sich beide Seiten sicherlich freuen. Unsere französischen Gäste beschrieben den Deutschlandbesuch als „bereichernde Erfahrung“. Sie haben sich sehr über den „freundlichen Umgang“ und die „Wertschätzung, die ihnen entgegengebracht wird“ gefreut und waren positiv von der kulturellen Vielfalt überrascht. Umgekehrt zeigten sich die Schüler unserer BBS beeindruckt von den „feinen Geschmacksnuancen“ der Franzosen. Außerdem lernten beide Seiten die jeweils anderen Arbeitsmethoden kennen. Die anschließende Feedbackrunde stellte nicht zuletzt deswegen heraus, dass der Austausch für beide Seiten sehr gewinnbringend war. Mit einem Augenzwinkern lässt sich also zusammenfassen, dass in Deutschland doch nicht alles Wurst ist.

Zum Abschied am Freitagmorgen wurde es dann noch einmal emotional. Herr Schmegner, der sich insgesamt über die „starke Resonanz“ auf diese Tage freute, stimmte beim gemeinsamen Singen das Lied „Gute Nacht, Freunde“ an. In Gitarrenbegleitung sang er den Text abschließend in französischer Sprache. Dabei blieben nicht alle Augen trocken und das spricht für gelungene Tage und eine deutsch-französische Freundschaft, die es lohnt zu pflegen.


Schüler der BBS erleben Weltpremieren hautnah

Angehende Verfahrensmechaniker besuchen die Kunststoffmesse 2016 in Düsseldorf

230.000 Besucher aus 160 Ländern, 3.285 Aussteller, 174.000 qm Messegelände, um nur einige wenige Zahlen der Superlative zu nennen. Die sogenannte „K 2016“ ist die bedeutendste Messe der Kunststoff- und Kautschukindustrie dieser Zeit. Sie findet nur alle drei Jahre statt und deswegen ist ein Besuch der 19 restlos ausgebuchten Ausstellungshallen in Düsseldorf laut Fachlehrer Stefan Theiss „ein absolutes Muss“!
In dieser Einschätzung bestärkten ihn ohne Ausnahme alle seine Schüler der BSVK 14+. Das ist eine 16-köpfige Klasse, in der aktuell die drei Jahrgänge der Verfahrensmechaniker (Bereich Kunststoff- und Kautschuktechnik) unterrichtet werden. Die Lehrlinge zeigten sich beeindruckt von den Dimensionen der neuen Maschinen, den schnellen Zykluszeiten und den innovativen Techniken. Viele vorgestellte Weltneuheiten sind in der Branche für die Bereiche der Prozess-, Produkt und Problemlösungen richtungsweisend. Auch der Umweltaspekt kam in zahlreichen energie- und materialschonenden Produkten zum tragen. Die jungen Auszubildenden sammelten wertvolle Eindrücke und Ideen, die sie mit ihrem Arbeitsalltag verbinden können. Fachlehrer Bernd Imhäuser, der die Fahrt ebenfalls begleitete, erklärte, dass sich die Schüler entsprechend ihrer Fachrichtungen auf der Messe bewegten und die mit einem Tag knapp bemessene Zeit dadurch so effektiv wie möglich nutzten.
Eine wichtige Schlussfolgerung zogen die Nachwuchskräfte allerdings nach dem Besuch: Die Anforderungen an den Beruf werden höher. Die Branche boomt durch den weltweit wachsenden Endverbrauchermarkt. Gleichzeitig steigt die Anzahl der Konkurrenten und somit bedeutet Stillstand gleich Rückschritt. Dieses Fazit lässt sich wohl in viele Berufszweige übertragen und sollte, wie in der BSVK14+, Motivation statt Angst hervorrufen.
Unter dem Strich war es ein tolles und prägendes Erlebnis für die Schüler, die „auf keinen Fall“ zum letzten Mal auf der „K-Messe“ waren.


Wie wird man einer der Besten?

17 der 26 IHK-ausgezeichneten Azubis aus dem Landkreis Altenkirchen besuchten die BBS Betzdorf-Kirchen – mit zwei von ihnen sprachen wir:

 „Natürlich ist man stolz...“ und „Dies war für mich sicherlich eine besondere Auszeichnung...“ antworteten die beiden ehemaligen Lehrlinge Jonas Wagner (Informations- und Telekommunikations-Elektroniker) und Julian Mudersbach (Industriemechaniker) auf die Frage, was ihnen die „Bestenehrung“ der IHK Koblenz bedeutet.

Die zwei ehemaligen Berufsschüler sind der BBS Betzdorf-Kirchen treu geblieben und besuchen dort gegenwärtig die BOS I, um sich die Möglichkeit eines Studiums zu schaffen. Beide Ehrenträger waren gerne bereit, ihren persönlichen Schlüssel zum Erfolg offen zu legen, aber auch einen allgemeinen „Top-Tipp“ für jeden angehenden Azubi zu formulieren.

Beide Schüler verwiesen auf ihren Glauben an Gott, aus dem sie ihre Kraft schöpfen. Ferner nannten sie die Attribute „Fleiß“ und „Vorbereitung“ als wichtige Faktoren für ihre Erfolgsformel. Wagner gab den Tipp, in der Ausbildung von Anfang an „am Ball zu bleiben“ und stetig gut für anstehende Klassenarbeiten zu lernen. Damit erspare man sich sehr viel Aufwand bei der Prüfungsvorbereitung und habe so mehr Zeit dafür, Themen zu vertiefen, bei denen noch Nachholbedarf besteht.