Bereit für die Zukunft: Feierliche Zeugnisübergabe an der BBS Betzdorf-Kirchen

Bereit für die Zukunft: Feierliche Zeugnisübergabe an der BBS Betzdorf-Kirchen

In einer feierlichen Stunde verwandelte sich die BBS Betzdorf-Kirchen jetzt in eine Startrampe für die Karrieren von morgen. Wo sonst der Schulalltag stattfindet, markierte die Zeugnisübergabe einen entscheidenden Meilenstein für die Absolventinnen und Absolventen.

Schulleiter Michael Schimmel rückte in seiner Eröffnungsansprache die Korrelation zwischen hochkarätiger Ausbildung und der Bewältigung des Fachkräftemangels in den Fokus. Die moderne Arbeitswelt stehe vor massiven Herausforderungen; gerade deshalb gewinnen technisch versierte und sehr gut ausgebildete Menschen massiv an Bedeutung. Sie seien es, die den digitalen und strukturellen Wandel nicht nur begleiten, sondern aktiv steuern können.

Michael Schimmel verdeutlichte, dass Bildung weit mehr ist als die bloße Akkumulation von Wissen – sie ist der Schlüssel zur Selbstbestimmung: Wer über einen erweiterten Horizont verfüge, entziehe sich der Fremdbestimmung und gewinne die Souveränität, fundierte Entscheidungen für den eigenen Lebensweg zu treffen. Je weiter der eigene Horizont wird, umso mehr erhöhe sich die Wahrscheinlichkeit, die eigene berufliche Zukunft zufrieden gestalten zu können, resümiert der erfahrene Schulleiter und bildet so die Überleitung zu den Ansprachen und Perspektiven der Klassenleitungen, welche die Absolventinnen und Absolventen die letzten Jahre begleitet haben.

Die Beiträge von Patrick Saul (Duale Berufsoberschule - DBOS) und Markus Löcherbach (Fachschule Technik Maschinentechnik - FSTM) zeichneten das Bild einer neuen Generation von Fachkräften, die ihre Ansprüche an den Arbeitsmarkt selbstbewusst formuliert. Patrick Saul wünschte seinen Absolventen ein Umfeld, in dem Vorgesetzte und Kollegen ihre Art schätzen. Finanzielle Absicherung sei wichtig, dürfe aber niemals zulasten des privaten Raums gehen – eine moderne Forderung an eine gesunde Work-Life-Balance.

Markus Löcherbach reflektierte die intensive vierjährige Ausbildung an der FSTM, die weit über das bloße Erlernen von Handgriffen hinausging. Die Absolventen haben gelernt, Probleme systematisch zu analysieren, wissenschaftlich fundierte Methoden anzuwenden und – besonders wichtig – kreativ zu denken, um innovative Lösungen für komplexe technische Fragestellungen zu entwickeln. Ein zentrales Signal an die Gesellschaft war die Hervorhebung des Abschlusses: Als „Staatlich geprüfter Techniker“ bewegen sich die Absolventen auf dem Qualifikationsniveau 6 des europäischen Rahmens. Damit ist der Abschluss dem akademischen Bachelor-Niveau offiziell gleichgestellt, was durch den Titel „Bachelor Professional in Technik“ untermauert wird. Dieser beweist, dass die berufliche Aufstiegsfortbildung eine ebenbürtige Alternative zum Universitätsstudium darstellt und einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf dem globalen Markt bietet.

Einen bemerkenswerten philosophischen Kontrapunkt setzte Thomas Schmidt, Klassenleiter der HBFI 24. In einer Zeit, in der Künstliche Intelligenz droht, das menschliche Schaffen zu marginalisieren, hielt er eine selbstverständlich selbst verfasste Rede (worauf der eingefleischte ITler eingangs auch augenzwinkernd hinwies). Sein Appell galt dem „Faktor Mensch“: Das Entdecken, Ausprobieren und sogar das Scheitern seien Erfahrungen, die keine KI simulieren kann. Tränen, Lachen, Ärger und Freude während der zwei Schuljahre hätten die Schüler weitaus tiefer geprägt als jeder Algorithmus.

Thomas Schmidt definierte die HBFI als „Lebensschule“. Der Erfolg dieser Zeit bemisst sich nicht allein an IT-Kompetenzen, sondern an der persönlichen Orientierung. Dass die Absolventen nun so diverse Wege wie das Büromanagement, den Dienst als Fahrdienstleiter, ein FSJ oder die Elektronik einschlagen, wertete er als Triumph der individuellen Entfaltung. Es geht darum, Respekt vor der eigenen Bildungsbiografie zu zeigen und den Mut zu haben, den Weg zu wählen, der wirklich zum eigenen Leben passt.

Beim anschließenden Anstoßen und im informellen Austausch wurde deutlich, dass hier mehr als nur Wissen vermittelt wurde: Es ist ein Netzwerk aus kompetenten, selbstbewussten Persönlichkeiten entstanden, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Abschließend ein passender wie motivierender Aufruf aus der Ansprache von Patrick Saul, der auch sehr gerne als Leitmotiv für die kommenden Jahre gelten darf: „Seid zuversichtlich und nehmt Euch Großes vor!“

 

Unsere Absolventinnen und Absolventen im Überblick:

DBOS 24:

Thore Gräb, Jayda Korkmaz, Lana Cathleen Kraus, Elisabeth Nauroth, Baran Polat, Jennifer Stockem

FSTM 22

Ruben Ermert, Maurice Fries, Krystian Glowa, Jonas Hammer, Matthias Hofmann, Jens Löcherbach, Fabian Lenz, Matthias Meurer, Hidayat Naghiyev, Dustin Schüler, David Siemens

HBFI 24

Fabyan Beeso, Jamie Biener, Egor Boiko, Lisa Burghaus, Mehmet Cömertoglu, Sallattyel David Batista Castrequini, Niklas Glöcksinn, Mischa Hackbeil, Rosa Hamed, Marvin Klein, Colin Löhr, Kevin Löhr, Oliver Müller, Nadja Obuskovic, Jonah Panzer, Muswer Rana, Leonard Reinschmidt, Dominik Romych, Julian Runkel, Philipp Schneider, Sidney Schneider, Felix Seidenfuß, Muhammed Arda Turan, Haktan Yildiz

Interesse geweckt? Eine Übersicht über unsere Bildungsgänge sowie Beratungsangebote finden Sie in unserem Internetportal:

https://www.bbs-betzdorf-kirchen.de/bildungsgaenge-an-der-bbs.html

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