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Berufsfachschule 1

Bildungsgang: Berufsfachschule 1
Berufsfelder: Ernährung und Hauswirtschaft/Sozialwesen, Gesundheit und Pflege, Gewerbe und Technik
Aufnahmevoraussetzung: 9-jährige Vollzeitschulpflicht mit Hauptschulabschluss und ohne Ausbildungsverhältnis
Ziel: Berufliche Grundbildung im gewählten Schwerpunkt; Befreiung vom weiteren Berufsschulbesuch, falls kein Ausbildungsverhältnis eingegangen wird.
Dauer: 1 Jahr im Vollzeitunterricht

„KlarSicht“ durch den Mitmachparcours

Zwischen dem 15. und 18. Lebensjahr machen die meisten Jugendliche ihre ersten Erfahrungen mit Alkohol und/oder Zigaretten. Grund genug für die Schulsozialarbeiterin Christa Gürke und Lehrer Jürgen Nocker, diesbezügliche Präventionsarbeit an der BBS Betzdorf-Kirchen zu forcieren.

Im Jahr 2018 hatten die beiden Initiatoren eine vom Jugendamt organisierte Multiplikatorenschulung für einen interaktiven Alkohol- und Zigarettenparcours besucht, die sie vollends überzeugte. Kurz darauf liehen sie sich die auf fünf Station aufgeteilten „KlarSicht“-Materialien aus und setzten sie erstmalig an der Schule zu Aufklärungszwecken ein. (siehe Bericht „Interaktiver Alkohol- und Zigarettenparcours an der BBS“)

In diesen Tagen kam es also bereits zur Zweitauflage dieser erfolgreichen Unterrichtsergänzung, die in diesem Jahr allen 82 Schülerinnen und Schülern der Berufsfachschule 1 zu Teil wurde. Ein Slalom mit Rauschbrille, das Erlernen von Faktenwissen zu Alkohol, Zigaretten und deren Auswirkungen sowie der gezielte Perspektivenwechsel bei Alkoholwerbung, führten zu angeregten Diskussionen der Teilnehmer und hoffentlich auch zu einem geschärften Blick und einem neu gewonnenen Bewusstsein in Bezug auf die beiden populärsten Suchtmittel der Republik.

Darüber würden sich neben Frau Gürke und Herr Nocker auch die Lehrkräfte Frau Flug, Herr Saul, Herr Arnold und Frau Weber freuen. Ihre Überzeugung von diesem Projekt - verbunden mit der Bereitschaft, es gerne zu begleiten, machten die erfolgreiche Fortsetzung der Alkohol- und Tabakaufklärung an der BBS möglich.


110 Stadionrunden für guten Zweck

Unter der Überschrift „1. Spendenlauf der BBS Betzdorf-Kirchen“ lud das SV-Team um Verbindungslehrer Timo Kötting sowie die Schülersprecher Jonas Gelhausen und Pascal Sachtleben am letzten Schulmontag 2018/19 ein.

Schon in den vergangenen Jahren sorgte das kreative Trio stets für gelungene Abschlussveranstaltungen. Letztes Jahr wurde ein Faustballturnier durchgeführt, in den Jahren 2016 und 2017 spielte die Schule Völkerball.

Diese Mal sollte jedoch ein guter Zweck die Veranstaltung bestimmen und so entstand die Idee des Spendenlaufs im Molzbergstadion. Das Prinzip sah es vor, dass sich jeder Teilnehmer zunächst einen Spender suchte, der für jede gelaufene Runde seines Schützlings einen ausgemachten Betrag entrichtete. Das SV-Team entschied sich für das Frauenhaus in Hachenburg als Spendenempfänger.

Ca. 35 Schülerinnen und Schüler, vorwiegend aus dem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), der Berufsfachschule I (BF I) und der Berufsschulklasse Bau (BS Ba), kamen der SV-Einladung nach und trafen sich zum vereinbarten Zeitpunkt auf der 400 Meter langen Tartanbahn des Stadions. Bei gefühlten 40 Grad schafften die motivierten Jugendlichen insgesamt 110 Runden und erliefen dadurch zusammen 300 €.

„Es hat Spaß gemacht und uns Freude bereitet, durch den Spendenlauf etwas für andere Menschen tun zu können“, hieß es aus den Reihen der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Auch Verbindungslehrer Timo Kötting freute sich nach dem Event und zog eine positive Bilanz: „Ich habe sowohl bei den Organisatoren als auch bei den Schülern eine hohe Motivation für die Sache feststellen können.“

Ob im Jahr 2020 der 2. Spendenlauf folgen wird oder die SV erneut eine weitere Idee realisiert, ist noch entschieden, aber um es mit Mark Fosters optimistischem Songzitat zu formulieren: „Egal was kommt, es wird gut, sowieso.“


Die BF I feiert Muttertag

Zwölf Mütter fanden vergangene Woche den Weg in die BBS – und das, obwohl weder ein Elternsprechtag noch ein Informationsabend angesetzt wurde. Eingeladen wurden sie zu diesem Termin von ihren Töchtern und Söhnen, die aktuell die Berufsfachschule I mit Fachrichtung Hauswirtschaft besuchen. Die Idee dazu entstand im Praxismodul 3 „Planung einer Feier“, das von den beiden Lehrerinnen Barbara Kessel-Pung und Stephanie Flug unterrichtet wird. In einem ersten Brainstorming, dessen Ergebnisse in Form einer gemeinsamen Mindmap präsentiert wurden, erteilten sich die Berufsfachschülerinnen und –schüler ihre Arbeitsaufträge selbst. Einladungskarten schreiben, kleine Präsente für die Mütter, Rezepte- und Kuchenauswahl, Tisch- und Raumdekoration sowie die Tagesablaufplanung bildeten hierbei die Themenschwerpunkte. Diese wurden anschließend in konkrete Arbeitspakete und dementsprechende Verantwortlichkeiten unterteilt und bearbeitet. „Den Schülern wurde in Vorbereitungs- und Durchführungsphase die Fülle der Aufgaben einer solchen Feier bewusst. Aber sie nahmen die Sache ernst“, schilderte Barbara Kessel-Pung ihre Eindrücke. Als es dann am 14.05. letztendlich soweit war und die Mütter der zwei Tage vorher erhaltenen Einladung folgten, war die Aufregung der „BF‘ler“ anfangs schon zu spüren. Doch sie sollte sich lohnen. Die Mütter zeigten sich von dem geschaffenen Rahmen ihrer Kinder „begeistert“ und freuten sich „einmal in lockerem Umfeld, Einblicke in die Schule erhalten zu haben.“ Stephanie Flug zog ebenfalls ein positives Resümee und gab an, dieses Projekt in der Art sicherlich nicht das letzte Mal durchgeführt zu haben. Auch Abteilungsleiterin UIrike Peters freute sich über den Besuch der Mütter, welcher die Leistungen ihrer Kinder wertschätze. Unter dem Strich bleibt eine gelungene Veranstaltung, die durch eine schöne Idee und viel gemeinsamer Teamarbeit der Schülerinnen und Schüler möglich wurde.


Interaktiver Alkohol- und Zigarettenparcours an der BBS

„Don’t be a maybe“ lautet eine erfolgreiche Werbekampagne eines führenden Zigarettenherstellers. Sie suggeriert, nur dann ein Macher zu sein, wenn man zur Kippe greift. Ein großer Bierhersteller verspricht sogar, dass die Party mit dem hauseigenen Colabier ausgelassener und das Leben reicher wird – #tastetuned.

Die Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres und der Berufsfachschule I an der BBS Betzdorf-Kirchen sind zwischen 15 und 17 Jahr alt. Demnach fallen sie genau in die umworbene Zielgruppe der führenden Alkohol- und Zigarettenkonzerne, deren Fokus nicht darauf liegt, die unzähligen negativen Konsequenzen des Konsums ihrer Produkte zu thematisieren. Für Christa Gürke, Sozialarbeiterin an der BBS, und Lehrkraft Jürgen Nocker ist die Aufklärung darüber jedoch eine Herzensangelegenheit. Beide besuchten gemeinsam eine vom Jugendamt organisierte Multiplikatorenschulung, die sie sowohl durch die Qualität der Materialien als auch durch die vorgeschlagene Herangehensweise begeisterte. Der Entschluss, den entsprechenden Parcours zu Aufklärungszwecken an die BBS zu holen, war schnell gefasst. Mit Herr Arnold, Herr Kretschmer, Frau Flug, Frau Böhmer und Frau Schmidt wurden dankenswerterweise noch weitere fünf Kolleginnen und Kollegen gefunden, die einen teilweise enormen zeitlichen Mehraufwand für die Mitarbeit am Alkohol- und Zigarettenparcours gerne in Kauf nahmen.

Dieses Engagement sollte sich schlussendlich für insgesamt acht Schulklassen an fünf unterschiedlichen Stationen als enorm gewinnbringend herausstellen.

So war es u. a. eine Aufgabe, mithilfe zweier sogenannter Rauschbrillen, die Alkoholwerte von 0,4 – 1,5 Promille simulieren, einen kurzen Slalom um mehrere Hütchen zu absolvieren und am Ende ein kleines Vorhängeschloss zu entriegeln. „Die simulierten Wahrnehmungsveränderungen der Teilnehmer führten vor allem zu Problemen beim Slalom“, erklärte der betreuende Lehrer Herr Kretschmer, der zum Abschluss der Aktion immer wieder die Frage in den Raum stellte, ob man bei jemandem mit diesem Promillewert tatsächlich ins Auto steigen würde.

An zwei weiteren Stationen erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler zusätzlich ein fundiertes Faktenwissen zum Thema. Wie viel Gramm Alkohol befinden sich in welchem Getränk? Wie ist die Größe und Form der entsprechenden Gläser einzuordnen? Welche körperlichen und psychischen Auswirkungen hat Aktiv- und Passivrauchen? Diese Fragen wurden hierbei alle beantwortet. Darüber hinaus entstand aber auch immer wieder ein angeregter Dialog über die Gründe des Rauchens und Trinkens, in denen sich die Jugendlichen sehr reflektiert zeigten.

Genau diese Fähigkeit war auch für die Herangehensweise an die beiden letzten Stationen „Talkshow“ sowie „Werbung und Wirkung“ gefragt. Hier wurden die Heranwachsenden u. a. in die Situation von Werbemachern versetzt. Dieser geschickte Perspektivenwechsel half ihnen vor allem dabei, die Perfidität der großen Werbekampagnen von Alkohol- und Zigarettenhersteller erkennen zu können.

„Hilft Alkohol beim Flirten?“ lautete abschließend eine Frage, zu der am Ende des Parcours ein Stimmungsbild eingeholt wurde, welches mit dem abgeglichen wurde, das sich vor dem Absolvieren der Stationen ergeben hatte. Dabei ergaben sich teils große Differenzen zu Ungunsten von Schnaps und Bier.

Aber nicht nur dieser messbare Erfolg war für die beiden Organisatoren alleiniger Indikator für ein positives Resümee. „Die Schülerinnen und Schüler machen ausnahmslos toll mit und sind sehr aktiv“, beschrieb Frau Gürke ihre Eindrücke. Herr Nocker zeigte sich ebenfalls sehr positiv überrascht. Speziell die Ernsthaftigkeit, mit der die Teilnehmer den Parcours absolvierten, imponierte ihm.

Ein Macher, der ein reiches Leben und ausgelassene Partys mag, benötigt dafür weder Alkohol noch Zigaretten. Das Bewusstsein darüber wird den 140 Schülerinnen und Schülern zukünftig helfen, einen geschärften Blick für jegliche Manipulationsversuche in eine andere Richtung zu wahren – alleine dafür haben sich diese Tage gelohnt.

Interaktion schafft Zusammenhalt

Einen halb mit Wasser gefüllten Becher von A nach B zu transportieren, ist normalerweise nicht sonderlich herausfordernd. Wenn sich der Becher allerdings in der Mitte einer 16 Quadratmeter großen Plane befindet, wird es schon etwas kniffliger.

Die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschule I lösten nicht nur diese Aufgabe bravourös. Im Rahmen des von Studienrätin Rebecca Rödder durchgeführten Interaktionstages war Zusammenarbeit und Kommunikation gefordert. Mindestens ein Jahr miteinander liegt nun vor der frisch zusammengestellten Klasse. Um dafür eine gemeinsame Grundlage zu schaffen und die Zeit mit den bestmöglichen Startbedingungen zu beginnen, nahmen sich die insgesamt 17 Schülerinnen und Schüler mit ihrer Lehrerin Frau Rödder einen kompletten Schultag Zeit. Zunächst wurde der Fokus dabei mithilfe von Alliterationsspielen und Wollknäuelwerfen auf das Lernen der Namen untereinander gelenkt, bevor die Gruppe anschließend in Viererteams eine Schulrally absolvierte, die zu einer besseren Orientierung im und um das Gebäude verhalf. Anschließend erarbeiteten die 15 – 16-Jährigen dann Hand in Hand ihre eigenen Klassenregeln und vereinbarten dabei gleichermaßen, auf welche Weise Verstöße gegen selbige geahndet werden sollen. Danach standen dann final die Teamspiele auf dem Programm. Neben geführten Interviews und dem Lösen des sogenannten gordischen Knotens stand das eingangs erwähnte Spiel mit dem Bechertransport an. Beherzt, positiv, konzentriert, aber vor allem gemeinsam gingen die „BFler“ diese Challenge an. Sie transportierten den Becher ohne große Probleme über Mülltonnen und Grünanlagen an die selbst vorgegebenen Ziele.

„So ein Tag am Anfang des Schuljahres hilft wirksam beim Abbau von etwaig bestehenden Vorurteilen. Es ist ein bemerkenswert schneller Zusammenhalt in der Klasse entstanden“, erklärte Frau Rödder im Nachgang zufrieden. „Anstrengend, aber sehr effektiv und gut“, lautete das Fazit der Schülerinnen und Schüler. Die Voraussetzungen sind also geschaffen, einen halbgefüllten Becher zukünftig als halbvoll zu betrachten und eine ertragreiche Zeit miteinander zu verbringen.


Fake oder war doch nur Spaß

„Cybermobbing“ und „Medienkompetenz“ – zwei Themenschwerpunkte, die bei Jugendlichen wohl noch nie relevanter waren als in dieser Zeit. Grund genug für die Schulsozialarbeiterin Christa Gürke, die Aufklärung in diesem Bereich anzugehen.

Nachdem in der Vergangenheit schon mit klassischen Unterrichtsmaterialien, Filmen und Vorträgen der ortsansässigen Polizei zum Thema agiert wurde, gelang es Frau Gürke diesmal, die Berliner Theatergruppe „Esemble Radiks“ an die BBS Betzdorf-Kirchen zu locken.

„Fake oder war doch nur Spaß“ lautet der Titel ihres 60-minütigen Theaterstückes, das von der Schülerin Lea handelt. Lea möchte Sängerin werden und wird tatsächlich eines Tages von einer Casting-Agentur aufgenommen. Das weckt den Neid ihrer Mitschüler und die ersten Mobbing-Attacken, auch auf diversen Netzwerk-Portalen, weiten sich aus. Zunächst versucht sich Lea noch zu wehren, doch die Ausmaße des Mobbings, in das zwischenzeitlich auch Lehrer und ihr Freund involviert sind, werden immer verheerender. Am Ende steht gar ein Suizidversuch der jungen Schülerin.

Den Schauspielern des „Esemble Radiks“ gelang es in ihrer Aufführung, die unaufhaltsame Dynamik und die drastischen Folgen des Cybermobbings darzustellen, das anfangs nur mit vermeintlich harmlosen Späßen begann. Frau Gürke sprach ebenfalls davon, dass das Thema perfekt getroffen wurde und dabei viele Informationen herübergebracht wurden. Aber auch alle Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres und der Berufsfachschulen waren beeindruckt. In einer mehr als 30-minütigen Nachbesprechung wurden ihnen u. a. Wege aufgezeigt, wie sie aufkommendes Mobbing frühzeitg im Keim ersticken können.

Für Christa Gürke hat es sich gelohnt, in der Präventionsarbeit diesen neuen Weg gewählt zu haben. Die Schülerinnen und Schüler seien diesem Medium gegenüber aufgeschlossen gewesen und wurden emotional erreicht.