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Berufsvorbereitungsjahr

Bildungsgang: Berufsvorbereitungsjahr
Schwerpunkte: Gewerbliche und hauswirtschaftliche Orientierung
Aufnahmevoraussetzung: Jugendliche ohne Hauptschulabschluss und ohne Ausbildungsverhältnis nach mindestens 9-jähriger allgemeiner Schulpflicht
Ziel: Berufsreife (Hauptschulabschluss, bei entsprechender Lernvoraussetzung); Vorbereitung auf ein Ausbildungs- oder Arbeitsverhältnis; Befreiung vom weiteren Berufsschulbesuch, falls kein Ausbildungsverhältnis eingegangen wird.
Dauer: 1 Jahr im Vollzeitunterricht

110 Stadionrunden für guten Zweck

Unter der Überschrift „1. Spendenlauf der BBS Betzdorf-Kirchen“ lud das SV-Team um Verbindungslehrer Timo Kötting sowie die Schülersprecher Jonas Gelhausen und Pascal Sachtleben am letzten Schulmontag 2018/19 ein.

Schon in den vergangenen Jahren sorgte das kreative Trio stets für gelungene Abschlussveranstaltungen. Letztes Jahr wurde ein Faustballturnier durchgeführt, in den Jahren 2016 und 2017 spielte die Schule Völkerball.

Diese Mal sollte jedoch ein guter Zweck die Veranstaltung bestimmen und so entstand die Idee des Spendenlaufs im Molzbergstadion. Das Prinzip sah es vor, dass sich jeder Teilnehmer zunächst einen Spender suchte, der für jede gelaufene Runde seines Schützlings einen ausgemachten Betrag entrichtete. Das SV-Team entschied sich für das Frauenhaus in Hachenburg als Spendenempfänger.

Ca. 35 Schülerinnen und Schüler, vorwiegend aus dem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ), der Berufsfachschule I (BF I) und der Berufsschulklasse Bau (BS Ba), kamen der SV-Einladung nach und trafen sich zum vereinbarten Zeitpunkt auf der 400 Meter langen Tartanbahn des Stadions. Bei gefühlten 40 Grad schafften die motivierten Jugendlichen insgesamt 110 Runden und erliefen dadurch zusammen 300 €.

„Es hat Spaß gemacht und uns Freude bereitet, durch den Spendenlauf etwas für andere Menschen tun zu können“, hieß es aus den Reihen der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler. Auch Verbindungslehrer Timo Kötting freute sich nach dem Event und zog eine positive Bilanz: „Ich habe sowohl bei den Organisatoren als auch bei den Schülern eine hohe Motivation für die Sache feststellen können.“

Ob im Jahr 2020 der 2. Spendenlauf folgen wird oder die SV erneut eine weitere Idee realisiert, ist noch entschieden, aber um es mit Mark Fosters optimistischem Songzitat zu formulieren: „Egal was kommt, es wird gut, sowieso.“


Interaktiver Alkohol- und Zigarettenparcours an der BBS

„Don’t be a maybe“ lautet eine erfolgreiche Werbekampagne eines führenden Zigarettenherstellers. Sie suggeriert, nur dann ein Macher zu sein, wenn man zur Kippe greift. Ein großer Bierhersteller verspricht sogar, dass die Party mit dem hauseigenen Colabier ausgelassener und das Leben reicher wird – #tastetuned.

Die Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres und der Berufsfachschule I an der BBS Betzdorf-Kirchen sind zwischen 15 und 17 Jahr alt. Demnach fallen sie genau in die umworbene Zielgruppe der führenden Alkohol- und Zigarettenkonzerne, deren Fokus nicht darauf liegt, die unzähligen negativen Konsequenzen des Konsums ihrer Produkte zu thematisieren. Für Christa Gürke, Sozialarbeiterin an der BBS, und Lehrkraft Jürgen Nocker ist die Aufklärung darüber jedoch eine Herzensangelegenheit. Beide besuchten gemeinsam eine vom Jugendamt organisierte Multiplikatorenschulung, die sie sowohl durch die Qualität der Materialien als auch durch die vorgeschlagene Herangehensweise begeisterte. Der Entschluss, den entsprechenden Parcours zu Aufklärungszwecken an die BBS zu holen, war schnell gefasst. Mit Herr Arnold, Herr Kretschmer, Frau Flug, Frau Böhmer und Frau Schmidt wurden dankenswerterweise noch weitere fünf Kolleginnen und Kollegen gefunden, die einen teilweise enormen zeitlichen Mehraufwand für die Mitarbeit am Alkohol- und Zigarettenparcours gerne in Kauf nahmen.

Dieses Engagement sollte sich schlussendlich für insgesamt acht Schulklassen an fünf unterschiedlichen Stationen als enorm gewinnbringend herausstellen.

So war es u. a. eine Aufgabe, mithilfe zweier sogenannter Rauschbrillen, die Alkoholwerte von 0,4 – 1,5 Promille simulieren, einen kurzen Slalom um mehrere Hütchen zu absolvieren und am Ende ein kleines Vorhängeschloss zu entriegeln. „Die simulierten Wahrnehmungsveränderungen der Teilnehmer führten vor allem zu Problemen beim Slalom“, erklärte der betreuende Lehrer Herr Kretschmer, der zum Abschluss der Aktion immer wieder die Frage in den Raum stellte, ob man bei jemandem mit diesem Promillewert tatsächlich ins Auto steigen würde.

An zwei weiteren Stationen erarbeiteten sich die Schülerinnen und Schüler zusätzlich ein fundiertes Faktenwissen zum Thema. Wie viel Gramm Alkohol befinden sich in welchem Getränk? Wie ist die Größe und Form der entsprechenden Gläser einzuordnen? Welche körperlichen und psychischen Auswirkungen hat Aktiv- und Passivrauchen? Diese Fragen wurden hierbei alle beantwortet. Darüber hinaus entstand aber auch immer wieder ein angeregter Dialog über die Gründe des Rauchens und Trinkens, in denen sich die Jugendlichen sehr reflektiert zeigten.

Genau diese Fähigkeit war auch für die Herangehensweise an die beiden letzten Stationen „Talkshow“ sowie „Werbung und Wirkung“ gefragt. Hier wurden die Heranwachsenden u. a. in die Situation von Werbemachern versetzt. Dieser geschickte Perspektivenwechsel half ihnen vor allem dabei, die Perfidität der großen Werbekampagnen von Alkohol- und Zigarettenhersteller erkennen zu können.

„Hilft Alkohol beim Flirten?“ lautete abschließend eine Frage, zu der am Ende des Parcours ein Stimmungsbild eingeholt wurde, welches mit dem abgeglichen wurde, das sich vor dem Absolvieren der Stationen ergeben hatte. Dabei ergaben sich teils große Differenzen zu Ungunsten von Schnaps und Bier.

Aber nicht nur dieser messbare Erfolg war für die beiden Organisatoren alleiniger Indikator für ein positives Resümee. „Die Schülerinnen und Schüler machen ausnahmslos toll mit und sind sehr aktiv“, beschrieb Frau Gürke ihre Eindrücke. Herr Nocker zeigte sich ebenfalls sehr positiv überrascht. Speziell die Ernsthaftigkeit, mit der die Teilnehmer den Parcours absolvierten, imponierte ihm.

Ein Macher, der ein reiches Leben und ausgelassene Partys mag, benötigt dafür weder Alkohol noch Zigaretten. Das Bewusstsein darüber wird den 140 Schülerinnen und Schülern zukünftig helfen, einen geschärften Blick für jegliche Manipulationsversuche in eine andere Richtung zu wahren – alleine dafür haben sich diese Tage gelohnt.


Weihnachtsfeeling im Foyer

Die Weihnachtszeit beginnt in diesen Tagen. Was darf da nicht fehlen? Ein neuer Baum natürlich! Den hat die BBS Betzdorf-Kirchen nun bekommen und dank den fleißigen Helfern aus dem Berufsvorbereitungsjahr ist er jetzt auch schon geschmückt.

Seyma, Eda, Vanessa, Eslam, Asghar, Antonia und Raman sorgten aber nicht nur für das Anbringen der Dekoration, sondern sie stellten die Sterne und kleinen Nikoläuse im Vorfeld auch selbst her.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Danke für euren Einsatz!


Mopedparkplatz 2.0

Dunkel, grau und komplett ideenlos – so ließ sich der Ist-Zustand des BBS-Zweiradunterstandes bis Anfang September 2018 beschreiben. Drei Wochen später erstrahlt der generalüberholte „Mopedparkplatz“ in neuem Glanz.

Verantwortlich für den Wandel und den neuen Namen sind Lehrkraft Monika Pisalla und ein achtköpfiges Schülerteam aus dem Berufsvorbereitungsjahr (BVJ). Emre, Marc, Phillipp, Tom, Yalcin, Hawra, Linda und Melina nahmen den Wunsch von Schulleiter Michael Schimmel nach einem hellen und geordneten Erscheinungsbild des Zweiradunterstandes als Herausforderung an und starteten ihr gemeinsames Projekt.

Insgesamt 36 Schulstunden verbrachte die engagierte Crew damit, den alten Parkplatz zu säubern, zu grundieren, neu zu streichen, Markierungen zu setzen und kreative Motive anzumalen. Auf den nun weißstrahlenden Wänden der reformierten Unterstellmöglichkeit sind ab sofort u. a. zwei unterschiedliche Endurofahrer-Szenen zu bewundern. Die Entscheidungen über die Motive und deren Anordnung wurden stets gemeinsam in getroffen. Auch bei den Entwürfen dazu war Zusammenarbeit gefragt. „Wir haben gelernt, konzentriert im Team zu arbeiten“, hieß es aus den Reihen der Schüler. „Außerdem hat uns dieses Projekt viel Spaß gemacht das Ergebnis gefällt uns sehr“, ergänzten sie.

Diesen Worten schloss sich Initiatorin Monika Pisalla an. Neben dem fachlichen Know-How im Bereich Farbtechnik und Raumgestaltung war auch ihr der Teamgedanke besonders wichtig. „Ich habe mich gewundert, wie außerordentlich gut die Arbeit geklappt hat“, bilanzierte sie zufrieden.

Die Schulgemeinschaft sagt Danke für Euren Einsatz!


Fake oder war doch nur Spaß

„Cybermobbing“ und „Medienkompetenz“ – zwei Themenschwerpunkte, die bei Jugendlichen wohl noch nie relevanter waren als in dieser Zeit. Grund genug für die Schulsozialarbeiterin Christa Gürke, die Aufklärung in diesem Bereich anzugehen.

Nachdem in der Vergangenheit schon mit klassischen Unterrichtsmaterialien, Filmen und Vorträgen der ortsansässigen Polizei zum Thema agiert wurde, gelang es Frau Gürke diesmal, die Berliner Theatergruppe „Esemble Radiks“ an die BBS Betzdorf-Kirchen zu locken.

„Fake oder war doch nur Spaß“ lautet der Titel ihres 60-minütigen Theaterstückes, das von der Schülerin Lea handelt. Lea möchte Sängerin werden und wird tatsächlich eines Tages von einer Casting-Agentur aufgenommen. Das weckt den Neid ihrer Mitschüler und die ersten Mobbing-Attacken, auch auf diversen Netzwerk-Portalen, weiten sich aus. Zunächst versucht sich Lea noch zu wehren, doch die Ausmaße des Mobbings, in das zwischenzeitlich auch Lehrer und ihr Freund involviert sind, werden immer verheerender. Am Ende steht gar ein Suizidversuch der jungen Schülerin.

Den Schauspielern des „Esemble Radiks“ gelang es in ihrer Aufführung, die unaufhaltsame Dynamik und die drastischen Folgen des Cybermobbings darzustellen, das anfangs nur mit vermeintlich harmlosen Späßen begann. Frau Gürke sprach ebenfalls davon, dass das Thema perfekt getroffen wurde und dabei viele Informationen herübergebracht wurden. Aber auch alle Schülerinnen und Schüler des Berufsvorbereitungsjahres und der Berufsfachschulen waren beeindruckt. In einer mehr als 30-minütigen Nachbesprechung wurden ihnen u. a. Wege aufgezeigt, wie sie aufkommendes Mobbing frühzeitg im Keim ersticken können.

Für Christa Gürke hat es sich gelohnt, in der Präventionsarbeit diesen neuen Weg gewählt zu haben. Die Schülerinnen und Schüler seien diesem Medium gegenüber aufgeschlossen gewesen und wurden emotional erreicht.