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BGYT - Überblick

Schulform/Bildungsgang: Berufliches Gymnasium - Technik
Schwerpunkt: Schwerpunkt Metalltechnik, Umwelttechnik
Aufnahmevoraussetzung: Qualifizierter Sekundarabschluss I (Mittlere Reife) oder ein gleichwertiger Abschluss mit einem Notendurchschnitt von mind. 3.0, wobei keines der Fächer Deutsch, Englisch und Mathematik schlechter als mit „ausreichend“ bewertet sein darf oder das Versetzungszeugnis in die Jahrgangsstufe 11 eines Gymnasiums oder die Berechtigung nach §15 der Landesverordnung über Integrierte Gesamtschulen oder der qualifizierte Sekundarabschluss I der Berufsschule (§ 9 Abs. 2 der Berufsschulverordnung)
Ziel: Allgemeine Hochschulreife
Dauer: 3 Jahre Vollzeitunterricht

Berufliches Gymnasium Technik

Mit Umwelttechnik zum Abitur

Technik als Bestandteil der Allgemeinen Hochschulreife ist an der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen seit 2009 nichts Ungewöhnliches mehr. Neu aber ist, dass Schülerinnen und Schüler mit Beginn des Schuljahres 2013/14 ergänzend zum Schwerpunkt Metalltechnik den Schwerpunkt Umwelttechnik als Leistungsfach belegen können.

In diesem Kontext thematisieren die Lerngruppen unter anderem die Ursachen, Auswirkungen und Vermeidung von Luftschadstoffen, die Bedeutung von Wasser und Boden als Lebensgrundlage, technische, ökonomische und ökologische Aspekte regenerativer Energien, die Frage nach der Nachhaltigkeit von Produkten und Prozessen sowie die Entwicklungen in einer globalen Energiewirtschaft.

Durch das Angebot des Faches Umwelttechnik trägt das Berufliche Gymnasium Technik der wachsenden gesellschaftlichen Relevanz dieser Inhalte sowie dem wachsenden Fachkräftebedarf in dem sich daraus entwickelnden, dynamisch wachsenden Wirtschaftszweig Rechnung.

Besonderer Wert wird an der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen auf einen fachlich fundierten Praxisbezug gelegt, der durch berufserfahrene Kolleginnen und Kollegen mit ingenieur- und naturwissenschaftlicher Ausbildung geleistet wird. Ergänzt durch Kooperationen mit der Universität Siegen, TIME (Technologieinstitut für Metall & Engineering) in Wissen und weiteren heimischen Unternehmen bietet der Bildungsgang einen attraktiven Weg zur allgemeinen Hochschulreife.

Mit den in diesem Rahmen gewonnen Kompetenzen ausgestattet, besitzen Absolventen des Bildungsgangs beste Voraussetzungen, um sich in dem breiten Spektrum „grüner Berufe“ zum Beispiel durch ein Studium im natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Bereich erfolgreich weiter zu qualifizieren.

Mit acht Klassen zur IAA

Elektroantrieb, autonomes Fahren, künstliche Intelligenz – keine andere Branche verkörpert die immer kürzer werdenden Innovationszyklen und den damit einhergehenden Wandel besser als die Automobilindustrie.

Viele Erfindungen sind nicht unumstritten und werden in der Öffentlichkeit kontrovers diskutiert. Unumstritten ist jedoch die Tatsache, dass sich die Akteure des Arbeitsmarktes von heute und morgen intensiv mit den Entwicklungen auseinandersetzen muss.

Dieser Meinung sind auch die beiden Techniklehrer der BBS Betzdorf-Kirchen Burkhard Hensel und Markus Löcherbach. Insgesamt 87 Schülerinnen und Schülern aus acht Schulklassen (drei Klassen des Beruflichen Gymnasiums, vier Klassen der angehenden Produktdesigner und die Klasse der Industriemechaniker in Ausbildung) boten die beiden Begleiter die Möglichkeit, gemeinsam mit ihnen die IAA zu besuchen und dabei wertvolle Impulse für ihr weiteres berufliches Leben zu sammeln.

Außerdem integrieren sie die Inhalte und Eindrücke der Messe geschickt in ihren Unterricht – und das nicht nur im Bereich Technik. Burkhard Hensel wird beispielsweise die Veränderungen der Arbeitswelt durch die künstliche Intelligenz im Fach Gemeinschaftskunde behandeln. Um sich von den Entstehungen neuer Forschungsfelder zu überzeugen, machte er auf der IAA mit Hilfe einer VR-Brillen-Simulation auch einmal den Selbsttest (siehe Foto). Dabei verglich er seine eigenen Handlungsmöglichkeiten am Steuer mit denen einer Software. Hier fielen ihm nicht nur die schnelleren Reaktionszeiten des Computers, sondern auch das verbesserte Sichtfeld auf.

Dies war nur eines von unzähligen Beispielen, welche die zahlreichen Hersteller unter dem Motto „Driving tomorrow“ auf Europas führender Plattform für Mobilität darstellten. „Informativ und zukunftsorientiert“, beschrieb Markus Löcherbach die Messe in zwei Schlagworten. Außerdem zeigte er sich beeindruckt vom technischen Detailwissen der Automobilzulieferanten, mit denen er als ehemaliger Konstrukteur ins Fachsimpeln geriet.

Den Schülerinnen und Schüler aus Betzdorf-Kirchen imponierten in erster Linie die professionellen Perfomances der großen Hersteller auf der Messe. Sie hatten teilweise ganzen Hallen gemietet, um ihre Luxusboliden vorzustellen. „Hier wird die Zukunft visualisiert“, fasste es Burkhard Hensel zusammen.

Eventuell wird die Zukunft ja in ein paar Jahren auch durch die Besucher der BBS aktiv mitgestaltet. Auffallend war nämlich in diesem Jahr auch das offensive Werben der Unternehmen um Nachwuchskräfte. Außerdem war der zum größten Teil aus Fahranfängern bestehenden Schülergruppe aus dem Westerwald bei all‘ den Innovationen wichtig, dass sie auch zukünftig selbst fahren können.

Eventuell bestimmt dieser Ansatz ja dann die IAA 2029.


Abitur 2019

Nach drei gemeinsamen Jahren ist es für 33 Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums an der BBS Betzdorf-Kirchen geschafft. Sie haben die Allgemeine Hochschulreife erlangt und sich damit die Türen für eine erfolgreiche Zukunft weit aufgestoßen. „Make Abi great again“ lautete dabei ihr Motto, das auch die Rhein-Zeitung in folgendem Bericht vom 22.06.19 aufgriff:

Von RZ-Mitarbeiterin Regina Müller Betzdorf.

„Make Abi great again!“ Unter dieses Motto hat der Abiturjahrgang 2019 der BBS Betzdorf-Kirchen (Fachrichtung Technik) seine Reifeprüfung gestellt. „Wenn man zu denken anfängt, kann man das auch gleich groß machen“, zitieren die Moderatoren Jörg Peter Lukas Kleinfeld und Lukas Schmidt mit einer dicken Portion Ironie die bekannten Phrasen des umstrittenen US-Präsidenten. Wie hartnäckig die Schüler auf dem Weg zu ihrem Abitur waren, davon kann Christoph Tietz, Leiter des Beruflichen Gymnasiums, berichten: „Alle 33 Abituranwärter haben die Prüfung auch tatsächlich bestanden.“

Einige Schüler konnten mit besonderen Leistungen glänzen, und das wurde nun auch anerkannt: Niklas Quarz ist der erste Abiturient an der BBS Betzdorf-Kirchen, der den VDI-Preis für den besten Abiturienten im Bereich Metalltechnik bekommt. Als Jahrgangsbester hat Silas Alhäuser die Allgemeine Hochschulreife mit einem Notendurchschnitt von 1,4 abgeschlossen. Vom Landrat erhält er einen Buchpreis für sein besonderes soziales und gesellschaftliches Engagement. Aufgrund hervorragender Leistungen im Fach Physik erhält Kaan Sol eine Mitgliedschaft bei der Deutschen Physikalischen Gesellschaft. Rebecca Brenner erhält eine Mitgliedschaft sowie einen Buchpreis. „Natürlich hat auch das Kollegium einen Anteil an diesem Erfolg“, meinte Schulleiter Michael Schimmel. „Sie haben die Schüler zum Abitur hingeführt, teilweise geschoben und gezogen. Ein Jahr voller Veränderungen war es für die Welt, die Zeitungen berichteten von 5 G-Frequenzversteigerungen und Greta Thunberg, die junge Leute für Klimaschutz sensibilisierte. Für unsere Abiturienten hat 2019 nun eine ganz besondere Bedeutung in ihrer Biografie.“

Stellvertretend für alle Abiturienten bedankte sich auch Schülersprecher Jonas Gelhausen bei Eltern und Lehrern. Mit viel Einsatz haben alle Schulabgänger einen Tanz choreografiert. Sophie Eggert und Madeline Schäfer führten gesanglich durch den Abend. Den emotionalen Höhepunkt bildete die Zeugnisvergabe durch Christoph Tietz, Thorsten Schneider (Stammkursleiter Metalltechnik) und Burkhard Hensel (Stammkursleiter Umwelttechnik).

Folgende Schüler erlangten die allgemeine Hochschulreife (Abitur) an der BBS Betzdorf-Kirchen:

Gerhard Cristian Odenthal (Bad Marienberg), Sophie Eggert im Kampe, Ümit Karadeniz, Dennis Nagel (alle Betzdorf), Niklas Quarz (Bruchertseifen), Michelle Marie Stumpf (Daaden), Martyna Niespor (Dickendorf), Rebecca Brenner, Umut Kaan Yaprak (beide Elkenroth), Jonas Gelhausen (Forst), Leonie Marie Flender (Herdorf), Jan Sören Büdenbender, Lukas Schmidt (beide Kirchen), Chantal Hertzel (Nauroth), Elly Schuppener (Neunkhausen), Felix Klein, Max Klein (beide Niederfischbach), Niclas Woelki (Obererbach), Robin Dahnke (Pracht), Daniel Christian Schmidt (Scheuerfeld), Thilo Eggert im Kampe (Selbach), Silas Alhäuser, Louisa Sophie Kober, Ruth Madeline Schäfer, Melvin Schlösser, Louisa Marie Stühn (alle Weitefeld), Marlon Radermacher (Windeck), Jan Althoff, Christian Schläger, Kaan Sol, Can Sol (alle Wissen), Jörg Peter Lukas Kleinfeld (Woldert).


Leistungskurs Technik in der Verzinkerei Freudenberg

Über 120 Tonnen Zink werden jeden Monat in der Verzinkerei Freudenberg verarbeitet. Bei einem Zinkpreis von ca. 3.000 € pro Tonne wird die Tragweite des Traditionsunternehmens deutlich. Davon konnten sich die Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums an der BBS Betzdorf-Kirchen in diesen Tagen vor Ort überzeugen.

Studienrat Markus Löcherbach hatte die Exkursion seines Leistungskurses Technik organisiert. In den vergangenen Wochen hatte er sich gemeinsam mit seinen Schülerinnen und Schülern den theoretischen Grundlagen des Oberflächenschutzes von Stahl gewidmet, um darauf basierend die sechs Hauptgruppen der Fertigungsverfahren zu untersuchen.

Eine dieser Hauptgruppen umfasst das Spezialgebiet der Verzinkerei Freudenberg – die Beschichtung. Grund genug für Markus Löcherbach, den Kontakt zu dem Betrieb mit 10.000 qm Produktionsfläche herzustellen und Möglichkeiten der praktischen Unterrichtsergänzung abzusprechen. Die Initiative sollte sich lohnen. „Es war eine fachkompetente Führung, die unseren Schülern tiefe Eindrücke in die Verzinkerei gewährte“, fasste Löcherbach seine positiven Eindrücke zusammen.

Der Geschäftsführer der Verzinkerei, Frank Moos, und sein Betriebsleiter, Herr Schmidt, erklärten den Besuchern aus Betzdorf-Kirchen zunächst ihre Firmengeschichte und die Struktur des Traditionsunternehmens, bevor sie nach einer anschließenden Sicherheitsunterweisung mit der eigentlichen Betriebsbesichtigung begannen. Die Schülerinnen und Schüler bekamen dabei - am Beispiel einiger zu Veredelung bereitstehender Bauteile - Einblicke in den gesamten Prozess. Darunter fielen u. a. die Bestückung der Traversen, die Vorbehandlung der Bauteile, das eigentliche Verzinken und die nötige Nachbehandlung. Die bislang in der Theorie erlernten konstruktiven Grundregeln wurden für die interessierte Schülergruppe somit greifbar.

„Die Erwartungen der angehenden Abiturienten an diesen Tag wurden weit übertroffen. Wir möchten uns sowohl bei Herrn Moos als auch bei Herrn Schmidt, die unseren Schülern gegenüber sehr offen auftraten, herzlich bedanken. Auf das Angebot, diese Führung auch für andere interessierte Schülerklassen wahrnehmen zu können, kommen wir sicherlich zurück“, bilanzierte Löcherbach zufrieden.


Nathan der Weise an der BBS

Humanismus und Toleranz – zwei Themenfelder, die aktuell genauso wichtig sind wie schon im 12. Jahrhundert n. Chr. Das Wiener Forum-Theater schaffte es, den Bogen zu spannen und genau diese These für die Schülerinnen und Schüler des Beruflichen Gymnasiums Technik (BGYT) an der BBS nachvollziehbar zu belegen.

Deutschlehrerin Rebecca Rödder hatte das Ensemble auf den Molzberg geholt. Durch ein Rundschreiben war sie auf das „Theater für Schulen“ aufmerksam geworden und sah darin eine schöne Gelegenheit, das im Fach Deutsch lehrplanrelevante Thema „Aufklärung“ einmal alternativ einzuführen. Schnell hatte die Studienrätin die anderen Deutschlehrer im Beruflichen Gymnasium Klaus Arnold und Kerstin Mohr sowie Religionslehrer Hansjörg Weber ebenfalls von der Idee überzeugt, sodass sich am 6. März insgesamt 80 Schülerinnen und Schüler aller drei Jahrgangsstufen des BGYT auf das zur Zeit der Kreuzzüge spielende Theaterstück freuen konnten.

In dem von Gotthold Ephraim Lessing geschriebenen Ideendrama gerät der Jude Nathan in die Situation, dem muslimischen Herrscher Jerusalems, Sultan Saladin, die Frage beantworten zu müssen, welche der drei monotheistischen Religionen „die wahre Religion“ sei. Nathan antwortet geschickt mit einem „Märchen“ - der sogenannten Ringparabel - auf diese Frage. In ihr steht ein Ring symbolisch für das Erbe eines Vaters. Die Tradition verlangte es, dass diesen Ring nur ein Sohn erhalten kann. Anstatt sich jedoch zu entscheiden, welcher von den Dreien das sein soll, lässt er exakte Duplikate des Ringes erstellen und händigt jedem seiner Söhne einen Ring aus. Der Vater wollte niemanden begünstigen oder kränken, da er seine Söhne genau gleich viel liebte und somit keine Entscheidung für einen Erben treffen konnte und wollte.

„Der Theatergruppe ist es durch ihre tolle Schauspielerleistung sehr gut gelungen, mit wenig Utensilien und trotz alter Sprache die Aussage des Stücks schülernah zu transportieren“, lobte Rebecca Rödder die Darsteller. Aber auch ihnen selbst war die Quintessenz und der Gegenwartsbezug ein wichtiges Anliegen. Sie beschränkten sich nicht nur auf ihre Aufführung, sondern rückten den Humanismus- und Toleranzgedanken zunächst einmal ins heutige Licht. Zum Ende hin sprachen sie dann zusätzlich noch die aktuelle politische Situation in den arabischen Ländern an, um abschließend die BBS Betzdorf-Kirchen mit dem Appell zu verlassen, dass man sich stets bemühen sollte, mehr auf Gemeinsamkeiten statt Unterschiede zu achten.

Bei den Schülerinnen und Schülern kam diese Art Unterricht sehr gut an. „Lehrreich und unterhaltsam“ lautete ihr Credo für den Vormittag mit den Österreichern, die mit Sicherheit nicht zum letzten Mal an der BBS Betzdorf-Kirchen zu Gast waren.


Skifahrt 2019 bei Traumbedingungen

Blauer Himmel und weiße Pisten – was will ein Skifahrerherz mehr? Vielleicht noch ein schönes Hotel und 36 weitere Gleichgesinnte der BBS Betzdorf-Kirchen, mit denen man diese perfekten Rahmenbedingungen erleben und nutzen kann?! Kein Problem…

„Ich würde alles wieder genauso machen“, sagte der Hauptorganisator der Fahrt, Christoph Tietz, im Nachhinein zufrieden. Mit insgesamt 33 Schülerinnen und Schülern und den weiteren drei betreuenden Lehrkräften Holger Schollmeyer, Natalie Glenske und Dennis Ferfort war Tietz Anfang Februar für acht Tage nach Zederhaus im Salzburger Lungau gestartet. Die Fahrt war erstmalig nicht als reine Stufenfahrt des Beruflichen Gymnasiums geplant, sondern wurde auch für alle anderen interessierten „BBSler“ geöffnet. So bestand die Gruppe am Ende also nicht nur aus angehenden Abiturienten der Unter- und Mittelstufe des Beruflichen Gymnasiums, sondern auch aus Schülern der Höheren Berufsfachschule und Auszubildenden diverser Berufsschulklassen. Letztere waren für ihre Teilnahme auf die Kooperation ihrer Ausbildungsbetriebe angewiesen, doch diese reagierten ausnahmslos positiv und ermöglichten ihren Schützlingen so den Trip in die Alpen.

„Mehr als die Hälfte der Schülerinnen und Schüler hatte im Vorfeld noch nie auf Skiern gestanden“, verriet Tietz, der aber bei allen Mitfahrern eine enorme Motivation und dementsprechende Verbesserungen innerhalb der sechs Skitage wahrnahm. „Egal, ob es bei einer Gruppe etwas schneller oder etwas langsamer voran ging, es hatten alle Spaß am Ski fahren“, ergänzte er in diesem Zusammenhang. Gelegenheit dazu hatten sie genug. Die beschriebenen Traumbedingungen wurden vollends ausgenutzt. Insgesamt 36 Stunden bearbeitete die Gruppe die Pisten des Katschbergs. In verschiedenen Leistungsgruppen genossen die Schülerinnen und Schüler täglich von 10 – 16:30 Uhr Skiunterricht mit unterschiedlichem Schwierigkeitsgrad. Allerdings wurden die Gruppen in diesem Jahr sehr flexibel gehalten und auch häufiger mal verändert. Dies hatte nicht nur den Hintergrund von unerwarteten Leistungssprüngen, sondern auch von neu entstandenen Freundschaften unter den Schülerinnen und Schülern.

Alle betreuenden Lehrkräfte waren sich im Nachgang einig darüber, dass die Fahrt durch eine homogene Gruppe sehr harmonisch abgelaufen sei. Bei einem von Holger Schollmeyer initiierten Karaokeabend übertrug sich diese tolle Stimmung auch auf den Rest des Hotels, sodass sich am Ende sogar weitere Schülergruppen und das Hotelpersonal zu den Betzdorf-Kirchenern gesellten.

Am Ende bilden also nicht nur 36 hervorragend abgeleistete Sportstunden und die damit verbundene entfachte Ski-Begeisterung das Fazit der Fahrt, sondern auch das Zusammenwachsen des gesamten Teilnehmerkreises, deren weitere gemeinsame Schulzeit dadurch sicherlich noch einmal positiv beeinflusst wurde.


Wenn angehende Abiturienten noch einmal die Geschichte vom Sams lesen…

Der Deutschunterricht einer Berufsbildenden Schule kann doch wirklich nicht betroffen sein, wenn das Sams seine blauen Wunschpunkte verbraucht oder die Olchis angeflogen kommen – sollte man zumindest meinen. Im Rahmen einer wirksamen Kooperation mit der benachbarten Michael Grundschule ist das allerdings sehr wohl möglich.

Die Grundschüler lauschten, wie bereits vergangenes Jahr, gebannt den Vorleserinnen und Vorlesern ihrer Nachbarschule, der BBS Betzdorf-Kirchen. In gemütlichen Sitzkreisen entfaltete sich an diesem Tag eine ganz besondere Lesesituation.

Am diesjährigen Bundesweiten Vorlesetag 2018 war es draußen kalt und windig. Was gibt es Schöneres als dann im warmen Klassenzimmer und lauschiger Atmosphäre zu lesen oder etwas vorgelesen zu bekommen? Zwölf Schülerinnen und Schüler der BBS engagierten sich bei diesem Projekt in der 40 Meter entfernten Michael Grundschule.

Der Bundesweite Vorlesetag wird seit 2004 von der Stiftung Lesen, der Wochenzeitung DIE ZEIT und der Deutschen Bahn Stiftung initiiert. Vorort ins Leben gerufen wurde der Leseprojekttag von einer BBS-Delegation, bestehend aus der Schülervertretung, den Lehrkräften Herrn Kötting und Frau Rödder sowie Herrn Höse von der Grundschule. Mit dieser Veranstaltung möchten die Lehrer den Spaß und die Motivation am Lesen fördern. „Die Lernenden können an diesem Aktionstag in die Welt des Lesens mitgenommen werden und in die Abenteuer und Erlebnisse der Figuren eintauchen“, erklärte Frau Rödder.

Vorgelesen wurden in den Klassen 1 - 4 u. a.: Paul Maar: Das Sams, J.K. Rowling: Harry Potter, Erhard Dietl: Die Olchis fliegen in die Schule, Kirsten Boie: Ein Hund spricht nicht mit jedem und vieles mehr.

Die Erst- bis Viertklässler durften im Anschluss auch selbst aktiv werden, indem sie ein eigenes Buch zum vorgelesenen Werk anlegten und die Geschichte beispielsweise weiterschrieben oder -malten.

Die Buchvorlagen hierzu wurden von dem Schüler Kevin Althoff (Berufliches Gymnasium) erstellt und gestaltet. Mit großer Begeisterung stellten die Kinder anschließend ihre eigenen Buchkreationen im Klassenraum vor. Darüber hinaus kamen die Vorleserinnen und Vorleser mit den Grundschülern über die Literatur ins Gespräch. Auch hier zeigten sie sich sehr interessiert und wissbegierig. Kommentare der Marke „Haben wir das Buch auch in der Bibliothek und kann ich es mit nach Hause nehmen?“ oder „Wie geht die Geschichte denn jetzt weiter?“ zeigten, dass das Ziel, Neugier auf Bücher und Freude am Lesen zu wecken, erreicht wurde.

Auch die angehenden Abiturienten der BBS Betzdorf-Kirchen sahen in dem Projekttag einen vollen Erfolg. „Ich lese gerne und für mich war die Teilnahme am Vorlesetag eine tolle Erfahrung. Besonders die Begeisterung der Kinder zu sehen, hat Spaß gemacht“, berichtete die Schülerin Jasmin Losen.

Alles in allem war der diesjährige Vorlesetag eine schöne Abwechslung zum klassischen Unterricht - und wer weiß, vielleicht greifen die Nachwuchsleser nun auch häufiger zum Buch statt zur Fernbedienung.


Läuft - bei den Abiturienten

Nach insgesamt drei Jahren im Beruflichen Gymnasium der BBS Betzdorf-Kirchen erhielten am vergangenen Freitag insgesamt 42 junge Menschen ihre allgemeine Hochschulreife in der Betzdorfer Stadthalle.

Dennis Padovano, der im Rahmen der Abiturfeier stellvertretend für alle seine Mitschülerinnen und Mitschüler zum Publikum sprach, verglich den höchstmöglichen Schulabschluss als Tür zu einem neuen Lebensabschnitt. Ihre Aufgabe sei es nun, durch diese Tür zu gehen. Den Schlüssel dafür hätten sie von ihren Lehrern in den vergangenen drei Jahren erhalten. Doch Padovanos Resümee umfasste nicht nur die Zeit des Unterrichts. Es habe einen großen Zusammenhalt innerhalb der Stufe gegeben, der auch zu neuen Freundschaften führte.

Der Rückblick von Schulleiter Michael Schimmel ging sogar noch ein Jahr weiter in die Vergangenheit. Vor vier Jahren, als sich die jetzigen Abiturienten zwischen der 9. und 10. Klasse befanden, war „Läuft bei dir“ das Jugendwort des Jahres. Für die 42 Absolventinnen und Absolventen lief einiges in diesen vier Jahren. In insgesamt 12 verschiedenen Realschulen schafften sie ihre Zugangsberechtigung für die Oberstufe und durchliefen diese anschließend erfolgreich. In den nächsten vier Jahren werden sich weitere Chancen und Perspektiven für jeden Einzelnen ergeben. „Nutzt diese bitte!“ appellierte Schimmel an die ausgesprochen schick gekleideten Alumni.

Dass sie das Zeug dafür haben, konnte auch der Rede von Christoph Tietz, Leiter des Beruflichen Gymnasiums, entnommen werden. Er attestierte seinen Schülerinnen und Schülern Mut und Ausdauer. Außerdem dankte er ihnen für eine „interessante Zeit“, in der ein deutlicher Reifeprozess zu erkennen gewesen sei.

Über die Frage „Was ist Reife?“ sinnierte ebenfalls Stammkursleiter André Kraft. Er verband sie mit den individuellen Kompetenzen und der Selbstbestimmheit eines Jeden und rief im Zuge dessen dazu auf, diese auch zu nutzen und zukünftig Verantwortung zu übernehmen.

Anschließend kam es zum Höhepunkt der Veranstaltung. Nach drei Jahren Blut, Schweiß und Tränen, wie die Moderatoren Matthis Strunk und Franziska Eggert im Kampe es mit einem Augenzwinkern formulierten, wurden nun die Zeugnisse ausgegeben und stolz unter den metergroßen goldenen Lettern „ABI 2018“ in Empfang genommen.

Zwei Abgänger mussten die Treppe auf die Stadthallenbühne aber noch einmal erklimmen: Pascal Sachtleben und Henry Adorf erhielten von ihrem Physiklehrer Matthias Meyer-Krügel Buchpreise für besondere Leistungen in diesem Fach. Sachtleben bekam vom Vertreter des Landrats, Konrad Schwan, sogar noch ein weiteres Präsent für seinen sozialen Einsatz innerhalb und für die Schulgemeinschaft.

Neben der Lehrerband Pädpur, die mit Gesellschaftskundelehrer Marco Orthen teilweise frenetisch gefeiert wurde, sorgte Sophie Eggert mit ihrem Song „Castle on the hill“ für einen musikalischen Meilenstein in der Abifeier-Geschichte der BBS. Diese schreibt sich nächstes Jahr fort. Dann wird Sophie selbst das Abitur in der Tasche haben und es bleibt zu hoffen, dass sie mit ihrem Gesang auch 2019 zu einem schönen Fest beiträgt.


BBS-Schüler machen Fernsehen und Radio

Ein Blick hinter die Kulissen einer Fernseh- und Radioanstalt ist sicherlich nicht nur für die Regisseure der Republik interessant. Doch nur bei einem Blick sollte es am 17.04. für 50 angehende Abiturienten der BBS Betzdorf-Kirchen in den Kölner WDR-Arkaden nicht bleiben.

Die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 12 des Beruflichen Gymnasiums machten sich gemeinsam mit ihren Deutschlehrern Klaus Arnold, Rebecca Rödder und Silke Groß auf den Weg in die Domstadt, um eine eigene TV- und Radiosendung zu produzieren. Im Rahmen der Unterrichtsvorbereitungen auf den Lernbereich 14 des Deutschlehrplans „Medialisierung von Gesellschaft und Literatur bewerten und Medienprodukte gestalten“ stieß Frau Rödder auf ein Angebot des WDR, das sie nicht ausschlagen konnte. Sogar ein halbes Jahr Wartezeit wurde seitens der Betzdorfer Delegation in Kauf genommen, um diese wertvollen und äußerst interessanten Erfahrungen zu sammeln.

Der Tag startete beim WDR jedoch zunächst einmal mit einer Vorstellung des Senders und Hintergrundinformationen dazu, wie TV- und Radiosendungen hergestellt werden. Außerdem wurde den Schülerinnen und Schülern die Funktion der sogenannten „Green Box“ erklärt und veranschaulicht. So dauerte es mit der entsprechenden Technik augenscheinlich nur wenige Sekunden, einen Zwölftklässler von Köln in die Wüste zu beamen.

Anschließend ging es dann aber richtig los. In eingeteilten Gruppen begannen die neuen TV-Praktikanten damit, einen insgesamt 15-minütigen Fernseh- oder Radiobeitrag zu produzieren. Dazu recherchierten sie zunächst nach Hintergründen zu einem aktuellen Thema (z. B. die Antisemitismusdebatte um Kollegah und Farid Bang). Danach verteilten sie Verantwortlichkeiten, indem sie in die jeweils unterschiedlichen Berufe/Rollen des WDR schlüpften. Unabhängig davon, ob sie dabei innerhalb der Regie, der Kameratechnik, der Tontechnik oder des Maskenbildes agierten; die Mitarbeiter der Fernsehanstalt mussten nur selten eingreifen und lobten anschließend die bemerkenswerte Eigenständigkeit und Kreativität ihrer Besucher von der BBS Betzdorf-Kirchen. Am Ende standen mehrere eigene Magazinsendungen, die sowohl Einspieler als auch Korrespondentenschaltungen, Studiogespräche und/oder Show-Einlagen enthielten.

Alle Beteiligten waren im Nachgang mächtig stolz auf ihre Leistungen und das positive Feedback des Senders für ihre Arbeit. Auch Frau Rödder zog eine positive Bilanz: „Es war eine tolle Sache in einem modernen Studio. Außerdem wurde der Tag sehr schülernah aufgezogen. Wir kommen gerne wieder.“

Für die Schülerinnen und Schüler des Leistungskurses Deutsch war die Zeit in Köln nun aber immer noch nicht vorbei. Es stand zusätzlich noch eine Führung im benachbarten Gebäude des erfolgreichen WDR-Radiosenders EinsLive auf dem Programm. Neben weiteren wichtigen Impulsen im Bereich Mediengestaltung aus erster Hand, erhielten sie hier auch gleich mehrfach die Möglichkeit, persönlich mit den Stars des Senders zu sprechen. Zusammenfassend kann auch hier von einprägsamen Impressionen gesprochen werden – und wer weiß, vielleicht werden ja die O-Ton-Charts in wenigen Jahren von einem jetzigen BBS-Schüler anmoderiert.

Über 19 Brücken musst du gehen…

Die Aussage aus Peter Maffays abgewandeltem Liedtext lässt sich mit den von Schülern erstellten Papierbrücken zwar nicht wortwörtlich realisieren, aber mit Traglasten von bis zu 28 Kilo bei einem maximal vorgegebenen Eigengewicht von nur 300 Gramm wurden dennoch beachtliche Werte erreicht.

Zum 15. Mal hatte die naturwissenschaftlich-technische Fakultät der Universität Siegen im Herbst 2017 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 13 dazu aufgerufen, Brücken aus Papier zu bauen. Erstmalig nahmen dabei auch Schülerinnen und Schüler des beruflichen Gymnasiums der BBS Betzdorf-Kirchen teil. Betreut und unterstützt wurden sie dabei von ihrem Techniklehrer Thomas Bredenbröker. Die Herausforderung beim Bau der Papierbrücken bestand darin, mit einer vorgegebenen Menge Papier eine Konstruktion zu erstellen, die bei möglichst geringer Verformung möglichst viel Last aufnehmen kann.

Die angehenden Abiturienten der BBS Betzdorf-Kirchen stellten sich dieser Aufgabe in zwei Gruppen. Während sich in der Jahrgangsstufe 12 Jan Althoff, Jonas Gelhausen, Marlon Radermacher, Daniel Schmidt und Niclas Woelki relativ selbstständig in die Gefilde von Statik und Baukonstruktion begaben, suchten die Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 11 in mehreren Kleingruppen im Rahmen des Technikunterrichtes nach Lösungen. Hier wurden mehrere Prototypen gebaut und erst einmal auf der schuleigenen Prüfmaschine getestet. Die dabei erlangten Erkenntnisse halfen im finalen Stadium dann beim Bau der „Best-of“-Konstruktion, die schlussendlich nicht enttäuschen sollte.

Diese Brücke schaffte es am 1. März im Hörsaal des Paul-Bonatz-Campus in der Gesamtwertung auf Platz 5 und erzielte mit 25,55 Kilo sogar die zweithöchste aufgenommene Last unter insgesamt 19 Papierbrücken. Das entspricht einem Sack Zement. Für eine Konstruktion, die selbst nur 218 Gramm wiegt, ist das beachtlich.

Auch die Brücke der Jahrgangsstufe 12 landete im soliden Mittelfeld. Bei einer ganzen Reihe von Erzeugnissen führten die miteingerechnete Verformung der Brücken und das Verhältnis von getragener Last zu Eigenlast zu Abstrichen in der Wertung. Das bedeutete: Eine schwere Brücke musste auch viel aushalten und sollte sich dabei möglichst wenig durchbiegen, sonst hatte sie keine Chance. Dieses gewonnene Know-How wird sicherlich in die nächste Papierbrücke an der BBS und vielleicht eines Tages auch einmal in eine echte Brücke mit einfließen.


Auf Skiern zu guten Noten

Wenn blutige Skianfänger nach teilweise drei Tagen eine rote Piste in Carving-Technik herunterfahren oder den im Schnee angelegten Parcours des Snowparks bezwingen, dann spricht auch nichts mehr gegen hervorragende Sportnoten für die jeweiligen Schülerinnen und Schüler.

Bereits zum zweiten Mal in Folge lautete das Ziel der Jahrgangsstufe 11 Sedrun in der Schweiz. 1,40 Meter Schneehöhe im Ort und satte 5 Meter Schnee im Skigebiet warteten dort auf die insgesamt 26 angehenden Abiturienten der BBS Betzdorf-Kirchen, ihre Lehrer Christoph Tietz, Timo Kötting und Natalie Glenske sowie Lehramtsstudent Dennis Ferfort. Eine Woche vor dem Start der Stufenfahrt am 2. Februar hätten diese unglaublichen Schneeverhältnisse gar zu einer ungeplanten Verlängerung des Aufenthaltes geführt, da der besagte Skiort komplett eingeschneit und dadurch nur noch mit Helikoptern zu erreichen war.

Einen Tag nach Ankunft ging es dann für die Schülerinnen und Schüler erstmals auf die Piste. Die meisten Akteure bewegten sich hierbei auf absolutem Neuland. Umso höher ist es den 16 – 18-Jährigen anzurechnen, mit welcher Motivation sie die Mission „Skifahren lernen in einer Woche“ angingen. In jeweils zwei Einheiten am Tag erlernten sie in vorher eingeteilten Leistungsgruppen vom Schließen der Skibindung bis zu einer dynamischen Abfahrt in der korrekten Körperhaltung alles was sie brauchen, um zukünftig eigenständig den Skisport ausüben zu können. Sportlehrer Herr Kötting stellte noch einmal explizit die bemerkenswerten Lernfortschritte heraus, aufgrund derer er ausschließlich sehr gute bis gute Noten vergeben konnte.

Neben den tagtäglichen Skikursen hielt die Stufenfahrt aber noch einige andere Highlights für die Schülerinnen und Schüler bereit. Dabei ist vor allem die Fahrt mit der Gotthardbahn zu nennen, die durch ein wunderschönes Alpenpanorama an den Fuß eines 3.000 Meter hohen Gletschers führt, der anschließend per Gondel erreicht wurde. Außerdem nahmen die Betzdorfer Besucher die Möglichkeit der „Sedruner Snownight“ wahr, bei der es bis nachts möglich ist, unter Flutlicht Ski zu fahren. Darüber hinaus wurde der Altweiberabend dazu genutzt, sich mit den Eigenheiten des Schweizer Faschings vertraut zu machen. „Es herrschte vom ersten bis zum letzten Tag eine super Stimmung innerhalb der Gruppe“, berichtete der Leiter des beruflichen Gymnasium Christoph Tietz, der sich über den Zusammenhalt seiner Schüler freute. Auch aus deren Reihen erhielt die Stufenfahrt auf Skiern eine tolle Rückmeldung. Schon jetzt sind private Skiausflüge in naher Zukunft geplant.


Mainzer Landtag veröffentlicht Video zum Projekt „Schülerlandtag“

Im vergangenen Schuljahr nahm der Gemeinschaftskundekurs unseres Beruflichen Gymnasiums an dem Projekt „Schülerlandtag“ teil (siehe Berichte weiter unten). Es wurde ein Gesetzesentwurf vorbereitet, der anschließend in einer Plenarsitzung im echten Mainzer Landtag mit drei weiteren Schulklassen diskutiert und verabschiedet wurde. Dazu hat der Landtag nun einen Film bei YouTube veröffentlicht. Dieser ist unter folgendem Link zu finden:

https://www.youtube.com/watch?v=qZa2PVNIFqw


Theologischer Dreisprung führt bis nach Köln

Kirche, Moschee, Synagoge – das sind die drei Gotteshäuser der in Europa hauptsächlich vertretenen großen Weltreligionen. Jeder kennt sie, doch die wenigsten haben mehr als eines davon betreten. Genau das sollte sich für die Schüler der Unterstufe unseres Beruflichen Gymnasiums Ende Oktober ändern. Die drei parallel laufenden Kurse „Katholische Religion“, „Evangelische Religion“ und „Ethik“ starteten einen gemeinsamen „Theologischen Dreisprung“. Um 8 Uhr morgens trafen sich zunächst alle Schüler an der evangelischen Kirche in Betzdorf. Da der Hauptorganisator Hansjörg Weber nicht nur Lehrer, sondern auch evangelischer Pastor ist, erhielten die angehenden Abiturienten ihre Informationen dort aus erster Hand. Herr Weber berichtete über die spannende Geschichte der Kirche, über Ausrichtung, Aufbau, Sakralbereich und Fenstergestaltung, aber auch über die Liturgie selbst und die Bedeutung der Musik in einem Gottesdienst. Da die Arbeitsaufträge der Schüler unterschiedliche Akzente beinhalteten, war die Aufmerksamkeit hoch. Herr Weber beantwortete alle Nachfragen und gab den Schülern anschließend die Möglichkeit, die Kirche auf eigene Faust zu erkunden und ggfs. Fotos für ihre Recherchen zu schießen. Gegen 10 Uhr traf die gesamte Unterstufe, die neben Herr Weber auch von Herrn Schneider (Kursleiter Katholische Religion) und Herrn Eisel (Kursleiter Ethik) begleitet wurden, an der Betzdorfer Moschee ein. Murat Gültekin, Vorstandsmitglied der muslimischen Gemeinde, empfing die Besucher sehr freundlich und sprach offen über die Besonderheiten und das Wirken in einer Moschee. Gemeinsam mit seinem Imam, der sich ebenfalls Zeit für den Besuch nahm, wurden auch hier alle Nachfragen der Schüler ausreichend beantwortet. Außerdem bekamen die Besucher eine Kost- bzw. Hörprobe eines Gebetrufes durch den Imam. Abschließend erfolgte der dritte Sprung an diesem Tag. Wie in der Leichtathletik war auch das der Weiteste, doch anders als dort landeten die Schüler nicht in einer Sandgrube, sondern in der Kölner Synagoge. Das im Jahre 1899 erbaute Gotteshaus ist das größte religiöse und kulturelle Zentrum der jüdischen Gemeinde in Köln. Ein kontroverser, ehrlicher und fruchtbarer Austausch zwischen einem sehr sympathischen jüdischen Gemeindemitglied und den „Betzdorfern“ rundete diesen ertragreichen Tag mit vielen wertvollen Impressionen ab. Neben den drei Kursleitern zogen auch die mitgefahrenen Schüler ein positives Resümee und somit wird diese „theologische Disziplin“ mit Sicherheit auch im nächsten Schuljahr wieder durchgeführt werden.


BBS Betzdorf-Kirchen meets IAA

Ob Dieselskandal, mögliche Fahrverbote oder die Entwicklung der alternativen Antriebe - insgesamt 73 Schülerinnen und Schülern des Beruflichen Gymnasiums Technik (Jahrgangsstufe 11 und 12), unterstützt durch Auszubildende aus dem KFZ Bereich, machten sich am 20.09. selbst ein Bild. Gemeinsam mit ihren Lehrern Patrick Saul, Burkhard Hensel und Markus Löcherbach ging es zur IAA - der weltgrößten Automobilmesse in Frankfurt. Dort konnten rund 1000 Aussteller aus 39 Ländern besichtigt und fotografiert werden. Die beliebtesten Messestände waren die der großen deutschen Automobilhersteller BMW, Mercedes und der VW Gruppe. Das befand auch Herr Löcherbach, der die Performances dieser Stände noch einmal hervorhob. Bei den Schülern stand außerdem noch die französische Marke „Bugatti“ hoch im Kurs. Außerdem lobten sie die gut aufgeteilten Räumlichkeiten der Messe, die jedem Besucher eine gute Sicht auf alle interessanten Stände ermöglichte. Alle Besucher der BBS waren sich am Ende des Tages einig darüber, dass sie bei ihrer Ankunft in Kirchen zwar müde, aber um viele interessante Impressionen und tolle Erlebnisse reicher waren.


„Haben Sie unbenutzte Handys zu Hause?“

Diese Frage wird wohl fast jeder Deutsche mit „Ja“ beantworten. Insgesamt 120 Millionen aussortierte Mobiltelefone und Smartphones liegen nach einer repräsentativen Studie nutzlos in unseren Schubladen. Grund genug für Biologie-Lehrer Johannes Faber, gemeinsam mit seinem Leistungskurs die Ursachen und Auswirkungen dieses Umstandes zu beleuchten. Warum ist Recycling in diesem Bereich überhaupt wichtig? Welche Bedeutung hat in diesem Zusammenhang Nachhaltigkeit? Was können wir tun? Das waren nur einige der Fragestellungen, denen die angehenden Abiturienten nachgingen. Dabei fanden sie zunächst einmal heraus, dass die aktuellen Handys und Smartphones neben Kunststoffen, Metallen und Keramik, auch aus Gold, Kupfer und Eisen bestehen. Viele Metalle gehören zu den sogenannten „seltenen Erden“. Diese werden in Ländern wie Kongo und Tansania abgebaut und sind absolut notwendig für elektronische Bauteile. Über die Art und Weise informierte sich eine weitere Gruppe. „Kinderarbeit“, „geringer Lohn“, „keine Sicherheitsmaßnahmen“ lauten diesbezüglich nur einige Schlagwörter, die das Thema immer wichtiger erscheinen lassen. Eine angebotene Lösung auf die ganzen Probleme stellt das „Fairphone“ da. Seine wesentlichen Merkmale sind eine lange Haltbarkeit, jederzeit erhältliche Ersatzteile, konfliktfreie Rohstoffe und faire Fabriken. Dass sich darauf die großen Globalplayer des Elektronik-Marktes einlassen, wäre wohl zu idealistisch gedacht. Aber dass diese Thematik mehr Aufmerksamkeit braucht, wurde allen teilnehmenden Schülern schnell klar. Im Kleinen angefangen bedeutete das konkret eine Ausstellung mit anschaulichen Plakaten in der Aula unserer Schule. Somit wurden immerhin 1.800 Schüler und über 100 weitere Bedienstete erreicht. „Es war eine gute Idee. Die Umsetzung hat gestimmt und die Projektziele wurden erreicht. Außerdem haben wir sehr viel gelernt“, bilanzierten Bilal Karaloyunlu und Emran Öcal aus der Jahrgangsstufe 13 des Beruflichen Gymnasiums. Beide Schüler ergänzten allerdings, dass sie weiterhin wenig Interesse der Öffentlichkeit für dieses Thema wahrnehmen. Darin sieht auch ihr Lehrer, Herr Faber, das Hauptproblem: „Es wird einfach zu wenig publik gemacht!“ Seinen Schüler hingegen bescheinigte er ein fokussiertes Arbeiten: „Ihnen wurden viele Zusammenhänge klar. Es ist einfach ein Bewusstwerdungsprozess.“ Vielleicht trägt die aktuelle Ausstellung dazu bei, dass genau diesen auch noch viele weitere Smartphonebesitzer erleben.


Ein roter Teppich für die Abiturienten

Das Berufliche Gymnasium Technik an der Berufsbildenden Schule (BBS) Betzdorf-Kirchen verabschiedete am Freitagabend 44 Abiturienten – 7 Damen und 37 Männer. Um die prachtvolle Garderobe der Schulabgänger gekonnt in Szene zu setzen, wurde an der Stadthalle Betzdorf der rote Teppich ausgerollt.

Der Abend wurde von den Abiturienten Sabrina Pfeifer und Nico Wendig moderiert. Noah Rosenkranz und Lukas Mann sowie Michalis Porfyris unterhielten gemeinsam mit der Schülerband die Gäste mit musikalischen Einlagen.

Schulleiter Michael Schimmel ist der Erste, der das Wort an seine ehemaligen Schüler richtet. In seiner Rede bezieht er sich auf den gegenwärtigen Vorwurf, es gebe zu viele Abiturienten und das Abitur sei nichts mehr wert. Seine Antwort darauf ist eindeutig: „Komplexe Zeiten wie diese erfordern qualifizierte junge Menschen.“ Diese jungen Männer und Frauen hätten vollen Einsatz für ihre Zukunft gezeigt und wüssten ganz genau, was ihr Abitur wert ist.

Stellvertretend für das gesamte Kollegium ermunterte Stammkursleiter Michael Hofmann zum Mut zur Reife und zur Unreife und spielte dabei auf die bestandene Reifeprüfung wie auch auf den Abi-Streich der Absolventen an.

Der Leiter des Beruflichen Gymnasiums, Christoph Tiez, sagte, er werde sich an die Schulabgänger als „freundliche, engagierte junge Menschen mit ganz viel Lebenslust“ erinnern. Landrat Michael Lieber beglückwünschte ebenfalls die Abiturienten. Er legte ihnen nahe, mit der Region in Verbindung zu bleiben. Den Buchpreis des Landrats für besonderes soziales und gesellschaftliches Engagement in der Schule erhielt Martin Remhof. Remhof hat die Allgemeine Hochschulreife zudem als Jahrgangsbester mit einem Notendurchschnitt von 1,2 abgeschlossen. Einen Buchpreis für vorbildliche Haltung und beispielhaften Einsatz in der Schule erhielt Michel Winkel. Mit der Zeugnisvergabe und einer anschließenden Feier mit Freunden und Familie wurden der Fleiß und die harte Arbeit der Abiturienten belohnt.

RZ Kreis Altenkirchen vom Montag, 26. Juni 2017


Abiturienten erobern die BBS Betzdorf-Kirchen

Nach den schriftlichen Prüfungen ist vor den mündlichen Prüfungen – aber nicht nur das! Viele Tage und Wochen des Lernens lagen hinter der Oberstufe unseres Beruflichen Gymnasiums und der mit dem Fachabitur abschließenden Berufsoberschule. Grund genug, den Stress mal für einen Tag auszublenden und den Kugelschreiber durch eine Trillerpfeife zu ersetzen.

Morgens um 4 Uhr hatten sich die ersten Schülerinnen und Schüler bereits auf dem Schulhof der BBS getroffen, um die entsprechenden Maßnahmen für ihren „Abisturm“ einzuleiten. Der Parkplatz wurde gesperrt und jeder Lehrer musste sich an diesem Tag ein Weiterkommen mit PKW erkaufen. Außerdem wurde der Schulhof, so gut es möglich war, mit Flatterband versorgt. Wer es dann jedoch trotz der Widrigkeiten bis zum Schulgebäude geschafft hatte, war immer noch lange nicht in seinem Klassenraum. Insgesamt 3.000 Luftballons bildeten eine bunte Barriere im und um den Eingangsbereich. Das beweist nicht nur Kreativität der baldigen Abgänger, sondern auch einen langen Atem.

Dieser kann nie schaden, aber für den ersten Abisturm in dieser Form an unserer Schule war er besonders gut eingesetzt!


BBS-Schüler rocken Mainzer Landtag

Wenn die „echten“ Politiker am Ende des Tages davon sprechen, dass sie viel von den angehenden Abiturienten lernen konnten und wenn ein im Gemeinschaftskunde-Unterricht entstandener Gedanke demnächst im zuständigen Fachausschuss des rheinland-pfälzischen Landtags besprochen wird, dann hat sich monatelange Arbeit ausgezahlt.

Im Dezember des vergangenen Jahres bewarb sich die Jahrgangsstufe 11 des Beruflichen Gymnasiums der BBS Betzdorf-Kirchen gemeinsam mit ihrer Lehrerin Natalie Glenske erfolgreich für die Teilnahme am Schüler-Landtag - einer Initiative des Ministeriums, die in diesem Jahr zum 32. Mal durchgeführt wird. „Den Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagern“ lautete der Antrag der Westerwälder, den es am 9. Mai in Mainz „durchzuboxen“ galt. Dass dieses Vorhaben allerdings nicht mal eben mit links zu erledigen ist, war eine von vielen wichtigen Erfahrungen in der Vorbereitung daraufhin. Die eigens benannte Pro-Bahn-Fraktion (PB) bekam es nämlich mit drei weiteren Schulklassen aus Rheinland-Pfalz zu tun, die an besagtem 9. Mai mit insgesamt 100 Schülern den Landtag für mehrere Stunden bildeten. Schon im Vorfeld setzten die drei anderen Fraktionen sich mit dem Antrag aus Betzdorf auseinander und formulierten Gegenanträge dazu. Diese brachten die Pro-Bahner aber nicht aus dem Konzept, sondern motivierten sie zusätzlich. Akribisch wurden Für und Wider getauscht sowie Recherchen in die unterschiedlichsten Richtungen betrieben, damit auch auf jede eventuelle Rückfrage eine überzeugende Antwort geliefert werden konnte. Mit der Staatsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler und dem rheinland-pfälzischen Landtagspräsidenten Hendrik Hering holte man sich außerdem im Vorfeld einen immens hilfreichen Support ins Haus. Beide Politiker besuchten die BBS und standen dem Gemeinschaftskundekurs jeweils 90 Minuten Rede und Antwort.

All die Mühen sollten sich auszahlen. Der 32. Schüler-Landtag wurde zum Erfolg für die Elftklässler. Vor etlichen Berufspolitikern, darunter auch Herr Wäschenbach und Frau Bätzing-Lichtenthäler aus dem Wahlkreis Betzdorf/Kirchen, vor TV-Kameras, Radiosendern, zahlreichen Fotographen und eingeschalteten Mikrophonen standen die „Neu-Abgeordneten“ ihren Mann bzw. ihre Frau. Die Klasse um ihren „Präsidenten“ Sören Budenbender, „Vizepräsident“ Jan Althoff, „Fraktionsvorsitzenden“ Jonas Gelhausen und den „stellv. Fraktionsvorsitzenden“ Lukas Kleinfeld brachte ihren Antrag nach einstündiger souverän geführter Diskussion mit deutlicher Mehrheit durch. Das gelang außer ihnen nur noch einer weiteren „Fraktion“.  Dieser Umstand hat zur Folge, dass es noch einen Ausflug nach Mainz geben wird. Auf Einladung des Landes werden die BBS-Schüler dem echten Fachausschuss des Landtags beiwohnen, wenn dieser im Juni tatsächlich und in ernster Absicht über die Frage beratschlagt, ob der Güterverkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden sollte. Wer weiß, wie weit es die Idee aus einem Betzdorfer Klassenzimmer noch bringen wird...

Unabhängig davon fällt das Fazit uneingeschränkt positiv aus. Frau Glenske sprach nicht nur von einer gelungenen Veranstaltung, sondern auch von einer maximalen Förderung der Urteils- und Handlungskompetenz im Politikunterricht. Den Schülern war der Stolz anzusehen, alle Fragen, die auf sie zukamen, hinreichend beantwortet zu haben. Außerdem fiel ihnen das gute Klima zwischen den Parteien und der disziplinierte Diskussionsverlauf positiv auf. Dafür erhielten sie sogar Lob von den Berufspolitikern. Die Art des Gemeinschaftskundeunterrichts beschrieben sie als praxisbezogen und abwechslungsreich. Ferner empfanden sie die intensive Gruppenarbeit als Stärkung ihrer Klassengemeinschaft. Es spricht also unter dem Strich nicht allzu viel gegen eine erneute Bewerbung im Jahr 2018.


Landtagspräsident Hering im Dialog mit BBS-Schülern

Nachdem der Gemeinschaftskundekurs von Lehrerin Natalie Glenske bereits Anfang April die Möglichkeit hatte, mit Staatsministerin Frau Sabine Bätzing-Lichtenthäler zu sprechen, war nun sogar der Präsident des rheinland-pfälzischen Landtages, Herr Hendrik Hering, zu Gast an der Berufsbildenden Schule Betzdorf-Kirchen.

Die Schüler der Jahrgangsstufe 11 des Beruflichen Gymnasiums werden in wenigen Tagen nach Mainz reisen, um im Rahmen des Projekts „Schülerlandtag“ eine eigene Plenarsitzung mitzugestalten. Drei weitere Schulklassen bzw. Fraktionen werden dabei sein, um über insgesamt vier Anträge zu debattieren und am Ende zu entscheiden. Der Antrag der Betzdorfer sieht vor, den Güterverkehr in Rheinland-Pfalz immer weiter von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Während sich die jungen „Nachwuchspolitiker“ vor drei Wochen bei Frau Bätzing-Lichtenthäler den Feinschliff bzgl. ihrem Auftreten, ihrer Taktik und dem Umgang mit den Abläufen im Parlament bekamen, wurden die 90 Minuten mit Herrn Hering, der unter Kurt Beck und Malu Dreyer u. a. als Verkehrsminister fungierte, fast ausschließlich dazu genutzt, über den eigentlichen Inhalt des Antrages zu diskutieren.

Der gelernte Jurist war bestens vorbereitet und nahm bereits in seinem Anfangsstatement vorweg, dass er den Antrag „mit Herzblut“ befürworten würde. Ein 40-Tonner belaste die Straßen und Brücken soviel wie 12.000 – 20.000 PKWs. Dieser Umstand widerlege gleichzeitig auch alle möglichen Gegenargumente bzgl. der Kosten, die eine Umverteilung der Güter von der Straße auf die Schiene mit sich bringen würde. Zusätzlich sieht Herr Hering in den ökologischen Aspekten starke Rechtfertigungsgründe für den Antrag des Gemeinschaftskundekurses. Sowohl Lärm als auch die Umweltverschmutzung würden reduziert. Diese Schlagworte griffen die Schüler prompt auf, um über den aktuellen Stand in der Zugentwicklung und auch über den immer intensiver werdenden Luftverkehr zu sprechen. Ohnehin war den Elftklässlern anzumerken, dass sie den vor drei Wochen von Frau Bätzing-Lichtenthäler erhaltenen Tipp, sich mit den Argumenten der potenziellen politischen Gegnern auseinanderzusetzen, sehr beherzten. Werden nicht zu viele LKW-Fahrer durch die geplante Umverteilung arbeitslos, war in diesem Zusammenhang eine weitere Frage. Herr Hering konnte diese Befürchtung allerdings nicht teilen, da sich aktuell auf dem Markt eher ein starker Nachfrageüberhang an Berufsfahrern darstelle. Für diese Branche wäre eher die Entwicklung des „fahrerlosen Steuerns“ ein Problem. Das Schweizer Modell, in dem der Güter- mit dem Personenverkehr zusammengelegt wird, konnte sich der Landtagspräsident für Rheinland-Pfalz nicht vorstellen, da damit die Koordination zu komplex würde und die Qualität in den Bereichen Zeit und Lärmbelastung eher abnehme.

Es blieb allerdings nicht bei den Fragen der Kategorie „Wie sehen sie das?“. In einem immer leidenschaftlicher werdenden Dialog fragten die Jugendlichen auch einmal kritisch nach, warum in diesem Bereich bei den aktuellen Problemen bislang so wenig investiert und umgesetzt worden ist, wenn doch soviel dafür spreche und ob eine mögliche Umsetzung auch Steuererhöhungen mit sich bringe. Die zweite Befürchtung konnte der in Hachenburg lebende Berufspolitiker den Schülern nehmen. Es gehe in der Politik um Prioritätensetzung und dann müsse eben eine Umverteilung stattfinden. Den Vorwurf, dass bisher nicht genug in dieser Richtung unternommen wurde, konnte Herr Hering verstehen und sprach auch davon, dass die Bundesregierung teilweise Kosten an der falschen Stelle gescheut habe. Ebenso stimmte er den Schülern zu, dass mehr gegen die osteuropäischen Dumpinglöhne der LKW-Fahrer getan werden muss, damit der Schienenverkehr für die Unternehmen attraktiver wird.

Abschließend bekräftigte der Landtagspräsident noch einmal, wie wichtig es gerade in diesen Zeiten sei, dass sich junge Menschen mit gelebter Demokratie auseinandersetzen. Die Schüler des Beruflichen Gymnasiums lobte er dabei als sehr informiert und engagiert. Es habe Spaß gemacht mit dieser gut vorbereiteten Gruppe zu diskutieren.


„Sie müssen die Gegenargumente zerpflücken“

Staatsministerin Sabine Bätzing-Lichtenthäler berät Schüler der BBS Betzdorf-Kirchen bei der Vorbereitung einer Plenarsitzung im Mainzer Landtag

Der mittlerweile 32.  Schüler-Landtag in Rheinland-Pfalz steht kurz bevor. Landesweit bewarben sich unzählige Schulklassen, von denen insgesamt vier am 9. Mai in Mainz eine Plenarsitzung gestalten werden. Bis dahin wird jeweils ein Antrag zu einem selbst gewählten Thema eingereicht, um dort darüber zu debattieren und am Ende abzustimmen. Gleichzeitig galt es, sich im Vorfeld mit den Anträgen der anderen Klassen auseinanderzusetzen und ggfs. Änderungsanträge zu stellen – genau wie im wahren politischen Alltag.

Die Schüler des Beruflichen Gymnasiums (BG) aus Betzdorf-Kirchen entschieden sich im Rahmen des Gemeinschaftskundeunterrichts bei Frau Nathalie Glenske dazu, eine Umverteilung des Güterverkehrs von der Straße auf die Schienen zu beantragen. Frau Bätzing-Lichtenthäler befürwortete diesen Ansatz grundsätzlich, verwies aber auf eine Vielzahl von Herausforderungen, die eine potenzielle Umsetzung mit sich bringen würde. Das aktuell vorhandene Schienennetzes müsse teilweise repariert, aber vor allem ausgeweitet werden. Außerdem dürfe man den Lärmschutz für die betroffenen Anwohner nicht vergessen. Neben Lärmschutzwänden und verbesserten Fenstern für die Betroffenen, gerieten Schüler und Ministerin dabei über die sogenannten „Flüsterbremsen“ an Zugwaggons ins Fachsimpeln. Der ökologische Aspekt spielte ebenfalls eine Rolle bei der Motivation, dieses Thema überhaupt zu besetzen. Jonas Gelhausen, BG-Schüler und Mitinitiator des Projektes, verwies auf das Ziel, den CO2-Ausstoß zu reduzieren. Die Landtagsabgeordnete stimmte dem zu und nannte damit einhergehend das Vorhaben der Regierung, den Schienenverkehr bis ins Jahr 2025 komplett auf elektronischen Antrieb umzustellen. Gegenwärtig seien es 59 % und damit läge Deutschland europaweit im unteren Mittelfeld.

Trotz intensiver Recherchen der insgesamt 25 Schüler vor der Formulierung ihres Antrags, erhielten auch sie unlängst einen Änderungsantrag von einer der anderen am Schülerlandtag teilnehmenden Klassen. Spätestens jetzt wurde den Schülern bewusst, dass sie sich mit Frau Bätzing-Lichtenthäler genau die richtige Beratung ins Haus geholt hatten. Auf die Frage der Elftklässler, wie sie ihren Antrag denn doch noch „durchgeboxt“ bekommen, hagelte es wertvolle Tipps eines Profis aus der Praxis. Die Zeit der Antragsrede sei begrenzt und diese müsse man bestmöglich nutzen. Die Auseinandersetzung mit den Gegenargumenten bei der Vorbereitung sei dabei ganz entscheidend. Diese müsse man zerpflücken und das am besten untermauert mit Belegen oder durchgeführten Studien. Auf Zwischenrufe dürfe man nicht reagieren und sich aus dem Konzept bringen lassen. Ein Schmunzeln bei den Anwesenden rief die Antwort der Ministerin hervor, was man machen solle, wenn der Präsident des Landtags mittels Glocke auf das Ende der Redezeit verweist. Nach der Glocke müsse man relativ schnell die Worte „Ich komme jetzt zum Schluss“ sagen. Danach hätte man dann noch ein wenig Zeit bis zur nächsten Ermahnung.

Neben dem Fachlichen und den Profitipps beantwortete die gut gelaunte Abgeordnete auch jede andere Frage der Schüler, erzählte aus ihrem Alltag und ihrem Weg in die Politik. Am Ende des 90-minütigen Gesprächs bot Frau Bätzing-Lichtenthäler dann sogar noch an, dass man sie bei weiteren Fragen gerne per E-Mail oder Facebook kontaktieren könne. Außerdem werde sie versuchen, am 9. Mai in Mainz vor Ort zu sein. Ob dann die Betzdorfer Schüler ihren Antrag ohne Änderung „durchgeboxt“ bekommen, wird dabei zweitrangig sein. Manchmal ist auch der Weg das Ziel und nicht zuletzt der heutige Tag gab den Gemeinschaftskunde-Schülern wichtige Impulse, wie Politik funktioniert.


In sechs Tagen auf die „Schwarze Piste“

Wer sonntags das erste Mal in seinem Leben in einen Skischuh steigt und freitags eine „Schwarze Piste“ - also den steilsten und schwierigsten Teil eines Skigebiets – bezwingt, der kann zu Recht stolz auf sich sein!

Diese Erfahrung durften einige Schüler der Jahrgangsstufe 11 unseres Beruflichen Gymnasiums machen, nachdem sie eine knappe Woche täglich fleißig das Skifahren übten und dabei teilweise über sich hinauswuchsen. Das erste Jahr dieses dreijährigen Bildungsganges findet an der BBS noch im Klassenverband statt und zu einem Klassenverband gehört eine Klassenfahrt. Diese schafft für die Schüler – neben dem besseren Kennenlernen – die teambildende Grundlage der bevorstehenden 2,5 gemeinsamen Jahre. Bei zwei Klassen wird daraus eine Stufenfahrt und so machten sich in der Nacht zum 28.01.17 insgesamt 40 Schüler, 4 Lehrer und 2 Studenten auf den Weg nach Sedrun, einem kleinen Skisportort in der Schweiz nahe dem Gotthardpass.

Der erste Tag wurde für den Bezug der Zimmer und – wie sollte es anders sein -  der Theorie genutzt. Nachdem dann aber alle die Regeln der FIS (Fédération Internationale de Ski) kennengelernt hatten, wurde es endlich ernst. In fünf unterschiedliche Leistungsgruppen verteilten sich die Schüler in Anfänger- und Fortgeschrittenenkurse auf Ski und Snowboard. Für die Skineulinge zeigten sich die beiden BBS-Lehrer Frau Natalie Glenske und Herr Timo Kötting verantwortlich, die erfahrenen Ski- und Snowboardfahrer schlossen sich Herrn Christoph Tietz an. Für die Snowboardbeginnerkurse konnten glücklicherweise die beiden Mainzer Lehramtsstudenten Felix Henke und Laura Gans gewonnen werden. Wer es aus gesundheitlichen Gründen einmal nicht mit auf die Piste schaffte, wurde von Herrn Burkhard Hensel, ebenfalls Lehrer an der BBS, betreut und – soweit möglich – mit einem Alternativprogramm versorgt. Herr Hensel erwähnte in diesem Zusammenhang positiv ein paar schöne Wanderungen durch tolle Landschaften.

Für alle übrigen Schüler war der Tag eng getaktet, schließlich sollten die guten Pistenverhältnisse genutzt werden. Sechs Stunden pro Tag verbrachten die Akteure auf Ski oder Snowboard und wurden dabei individuell angeleitet. Während es sich dabei für die „Könner“ in der Regel nur noch um das „Feintuning“ bzgl. der Technik oder Körperhaltung handelte, erlernten die blutigen Anfänger alles von der Pike auf. Das Stehen auf Skiern, der Scherenschritt und der Schneeflug bis hin zum Parallelfuß bildeten hierbei die Grundlagen. Bei diesen ersten Übungen hätten wohl die wenigsten Teilnehmer damit gerechnet, wenige Tage später einen engen Hang mit bis zu 40 Grad Gefälle heil hinunter zu gelangen. Umso stolzer waren sie am Ende auf sich - und das zu Recht, wie Herr Kötting bestätigte. Außerdem wurden die Aktivitäten auf der Piste mit dem Lehrplan verbunden und so konnte nicht nur das Selbstvertrauen, sondern auch die Sportnote verbessert werden.

Als ein weiteres Highlight der Fahrt wurde der knapp 3000 Meter hohe Gletscher in Andermatt-Gemsstock mit dem damit verbundenen Alpenpanorama von Herrn Tietz und Frau Glenske beschrieben. Außerdem ergab sich am Donnerstagabend die Gelegenheit eines Flutlichtrodelns, die natürlich ebenfalls genutzt wurde.

Außerhalb der Piste blieb den Schülern selbstverständlich auch immer noch genug Freizeit. Diese konnte u. a. im Ort Sedrun, der durch eine sehr freundliche Atmosphäre auffiel, genutzt werden.

Die Stufenfahrt fand in dieser Form nun zum siebten Mal statt. Die erste Fahrt 2009 brachte neue Skifahrer hervor, die sich seitdem auch privat zu gemeinsamen Skitouren verabreden. Eine bessere Rückmeldung kann es nicht geben. Auch dieses Jahr begannen einige – hoffentlich lange – Skikarrieren und so steht der nächsten Auflage einer Klassenfahrt auf Skiern 2018 nichts mehr im Wege. Die Planungen laufen bereits...


Popcorn statt Pausenbrot

Insgesamt fünf Klassen der BBS Betzdorf-Kirchen nehmen an der diesjährigen Schulkinowoche in Rheinland-Pfalz teil. Normalerweise setzen sich die Schüler des Beruflichen Gymnasiums, der Berufsoberschule und der Höheren Berufsfachschule um 9:45 Uhr zur dritten Stunde auf die Stühle ihrer Klassenräume. Am Montag, den 21.11., tauschten sie diese jedoch in die bequemen Kinosessel des Cinexx in Hachenburg ein.

„Der Staat gegen Fritz Bauer“ hieß der Film, den sich die drei Deutschlehrerinnen Kerstin Mohr, Silke Groß und Eva Fricke-Schmidt mit ihren Schülern ansahen. Der Polithriller basiert auf einer wahren Begebenheit und ließ seine Zuschauer in die Nachkriegszeit eintauchen. Dort werden sie Zeuge der Arbeit vom Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer, dessen Ziel es ist, die verantwortlichen Täter der NSVerbrechen im eigenen Land vor Gericht zu stellen. Die behördlichen und gesellschaftlichen Widerstände gegen diese Arbeit werden verwoben mit Schwierigkeiten im Bereich der Geschlechtsidentität und der sexuellen Orientierung.

„Spannend und informativ“ lautete das Credo der Schüler, die sich gerne auf ein Klassenzimmer mit Riesenleinwand einließen. Frau Mohr, Frau Groß und Frau Fricke-Schmidt, die das Hauptthema des Films geschickt in ihren Unterrichtskontext einbanden, zogen ebenfalls ein positives Resümee. Damit steht dem Besuch der Schulkinowoche 2017 nichts mehr im Wege.